Lange Zeit galt die Halbleiter-Branche als gebeuteltes Kind in der Wirtschaft. Hersteller hatten mit enorm hohen Fixkosten zu kämpfen, doch trotz höchster Produktionsauslastung gelang es kaum diese Ausgaben durch den Verkauf der produzierten Speicherchips zu decken. Nachdem sich DRAM-Speicher seit vielen Monaten im freien Fall befand und Verluste teils nur durch die neueren Flash-Chips kompensiert werden konnten, sehen die Hersteller nun erstmals wieder Licht am Ende des Tunnels.
So konnte A-DATA laut DigiTimes einen Gewinn von fast 700 Millionen Taiwan-Dollar (20 Millionen US-Dollar) im dritten Quartal einstreichen und erwirtschaftete rund die Hälfte der 9,8 Milliarden Taiwan-Dollar Umsatz (300 Millionen US-Dollar) durch Flash-Speicher. Speicher-Hersteller Transcend verkaufte im gleichen Zeitraum sogar nur 4 Millionen DRAM-Module gegenüber fast 19 Millionen NAND-Flash-Speicher-Produkten.
Damit wird insbesondere deutlich, welche Bedeutung mittlerweile der Flash-Speicher auf dem Markt gewonnen hat. DRAM-Speicher, wie er hauptsächlich im PC als Arbeitsspeicher oder auf Grafikkarten zum Einsatz kommt, findet durch seine Konstruktion als flüchtiger Speicher deutlich weniger Anwendungsbereiche, während Flash-Speicher in allen Varianten mittlerweile in nahezu jedem elektronischen Gerät von der Uhr über die Home-Entertainment-Anlage und Spielekonsole bis zum Notebook verwendet wird.
Profitieren dürfte von dieser Entwickung mittelfristig auch AMD. Das Unternehmen fertigt in seinen Fabs nicht nur Prozessoren, sondern mit der Tochter Spansion auch Flash-Speicher. Durch die finanzielle Unterstützung durch arabische Investoren könnten sich hier in Bälde auch wieder positive Vorzeichen und profitables Wachstum blicken lassen. Intel und Samsung, die ebenfalls aktiv in der Produktion von Flash-Speicher sind, konnten sich schon jetzt hohe über hohe Gewinne freuen - obgleich sich bei beiden Unternehmen auch die übrigen Standbeine Prozessoren/ Chipsätze bzw. Mobilfunk und Elektronik erfreulich entwickeln.
[rl]