Der taiwanische Computerhersteller Acer hat sich dazu entschieden, seinen bestehenden Anteil am Halbleiter-Spezialisten Apacer zu veräußern. Das Unternehmen hielt bisher ein Drittel am DRAM-Hersteller und war noch vor Powerchip (PSC) und A-Data größter Anteilseigner. Wie die
Digitimes berichtet, wolle das Management-Team von Apacer den größten Teil der Aktien direkt übernehmen. Einen weiteren Teil wolle PSC kaufen und steigt dann mit 25 Prozent zum größten Anteilseigner auf. A-Data verfügt circa über ein Zehntel des Unternehmens.
Acer hatte schon in der Vergangenheit seinen Anteil an der Speicher-Tochter stetig reduziert und scheint nun mit diesem Geschäft den Abschluss zu suchen. Das Unternehmen konzentriert sich immer stärker auf die Herstellung von Computern, Notebooks und Peripherie wie zum Beispiel Flachbildschirmen und distanziert sich vom deutlich stärker unter Druck stehenden DRAM-Geschäft.
In den letzten Monaten haben die Halbleiter-Spezialisten im Rahmen des Schweinezyklus regelmäßig mit dem Preisverfall von DRAM und Flash-Speicher zu kämpfen. Der Druck, in immer kürzeren Abständen neue Produkte und Innovationen hervorzubringen, wächst damit und treibt die Kosten für Entwicklung und Fertigung entsprechend nach oben.
Aufgrund dieser Entwicklung hatte sich auch Siemens damals von der Tochter Infineon getrennt, die ihrerseits wiederum den defizitären DRAM-Bereich unter dem Namen Qimonda
abspaltet. Diese Strategie erwies sich aber bisher als wenig praktikabel, da mit den fallenden Speicherpreisen auch der Anteilswert von Qimonda ins bodenlose gefallen ist.