Offiziell fiel der Startschuss für die technischen Daten von NVIDIAs kommenden High-End-Grafikchip Fermi heute Früh um 06.00 Uhr. Dass es hier auf HT4U.net keinen entsprechenden Artikel mit technischen Informationen gibt, lag leider nicht in unserer Hand. Für das anberaumte Tech-Briefing wurden wir aufgrund
der begrenzten Anzahl an Plätzen nicht geladen, wie wir im Nachhinein erfahren durften. Und auch für Vorabinformationen waren wir anscheinend keine vertrauenswürdige oder ausreichend wichtige Anlaufstelle.
So waren wir nicht schlecht erstaunt, als wir erstmals gestern Abend über Kollegen erfahren durften, dass die Sperrfrist für den Tech-Preview Heute fallen würde – der Ablauf von einem NDA, von welchem wir noch nicht einmal wussten, dass es existiert. Es ist uns derzeit nicht wirklich klar, welches Ziel NVIDIA mit diesem Vorgehen verfolgt. Die fehlende Einladung zum Tech-Preview mag man aus Kostengründen noch nachvollziehen, aber weshalb wir keinerlei Vorabinformationen erhielten – welche seit Heute für jedermann frei verfügbar auf der
NVIDIA-Seite zum Download bereit stehen - ist uns schlichtweg schleierhaft. Gerne hätten wir unseren Lesern heute einen Artikel präsentiert, aber es sollte nicht sein. Nichtsdestotrotz, nachfolgend eine kurze Zusammenfassung des Inhaltes des veröffentlichten
Whitepaper.
| Eckdaten | GT300 | GT200 |
| Fertigung | 40 nm | 55 nm |
| Shader-Einheiten | 512 | 240 |
| Speichertyp | GDDR5 | GDDR3 |
| Speicheranbindung | 384 bit | 512 bit |
| Textureeinheiten | 64 | 80 |
| ROPs | 48 | 32 |
| Shader-Model-Version | 5.0 | 4.0 |
| DirectX-Version | DirectX 11 | DirectX 10 |
Im Groben wird der GF100 in vier Graphics Processing Cluster (GPC) aufgeteilt. Jeder dieser GPCs verfügt über eine Rasterizer-Engine und je vier Streaming Multiprocessors (SM). Gerade letzteres ist ein wenig verwirrend - bezog sich der Begriff bisweilen (beim GT200) rein auf ein Vec16-Rechenwerk. Im Falle des GT300 bezeichnet NVIDIA hiermit allerdings das, was man bisher als Shader-Cluster - in NVIDIA Terminolgie Texture Processing Cluster (TPC) - kannte.

- http://ht4u.net/news2/news_images/gf100_gpc.png
- http://ht4u.net/news2/news_images/gf100_overview.png
- http://ht4u.net/news2/news_images/gf100_polymorph.png
- http://ht4u.net/news2/news_images/gf100_raster.png
- http://ht4u.net/news2/news_images/gf100_sm.PNG
So finden sich in einem Streaming Mulitproccesor zwei Vec16-Alus (32 "Cuda Cores"), und vier Textureinheiten, Texture- und L1-Cache, sowie die PolyMorph-Engine wieder. Letztere beinhaltet neben den Stages Fertex-Fetch, Viewport Transform, Attribute Setup und Stream Output auch eine Tesselator-Stufe, welche im Falle des Shader Model 5.0 (DirectX 11) Pflicht ist. Unter dem Strich verfügt der GF100 also über 512 Shader-Einheiten (4 GPCs á 4 SMs à 32 Cuda Cores) und 64 Textur-Einheiten (4 GPCs à 4 SMs à 4 Textur-Einheiten). Die gegenüber dem GT200 verringerte Anzahl an Textur-Einheiten, soll über einen höheren Takt (nicht mehr Core-Clock) und Optimierungen beim L1-Cache kompensiert werden.
Des Weiteren verfügt der GT300 (Fermi) über insgesamt sechs ROP-Partitionen. Jede dieser ROP-Partitionen verfügt wiederum über acht ROP-Einheiten. Jede ROP-Einheit kann pro Takt einen 32-bit-Integer-Pixel, einen FP16-Pixel in zwei Takten, oder einen FP32-Ppixel in vier Takten berechnen. Die 8xMSAA soll laut NVIDIA durch interne Optimierungen sowie durch die höhere ROP-Anzahl gegenüber dem Vorgänger deutlich gestiegen sein. Des Weiteren unterstützen die ROPs nun 32x-CSAA-Antialiasing.
Bezüglich der Speicherschnittstelle setzt NVIDIA auf sechs Controller mit einer Breite von je 64 bit, was insgesamt in einem 384-bit-Speicherinterface resultiert. Der Rückschritt hinsichtlich der Breite des Interface wird über die Verwendung von GDDR5-Speicher (doppelte Bandbreite) wieder kompensiert.
Keinerlei Informationen hat NVIDIA dagegen in Richtung Chipgröße und Thermal Design Power genannt - möglicherweise zwei Eckdaten, welche die ansonsten durchaus guten Eckdaten eventuell trüben könnten. Ebenfalls hat man noch keine finalen Informationen hinsichtlich der Taktraten getroffen. Das könnte darauf hindeuten, dass NVIDIA bezüglich der Positionierung entsprechender GF100-Produkte noch Überlegungen anstellt, könnte aber ebenso gut darin begründet sein, dass man dem Mitbewerber noch nicht zu viel verraten möchte.
Es bleibt damit weiter festzuhalten, dass GF100-Karten sich erst einmal in
freier Wildbahn zeigen und bewahrheiten müssen und das dürfte wohl frühestens Ende März geschehen.
[ls]