Hatte Microsoft mit der Einführung von Windows Vista noch mit vielen enttäuschten Nutzern und Investoren zu kämpfen, dürfte die letzte schlechte Stimmung mit den guten Ergebnissen für das vierte Quartal endgültig dem Optimismus gewichen sein. Der Software-Riese konnte seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar steigern.
Gleichzeitig wuchs der Umsatz um 14 Prozent auf 19 Milliarden US-Dollar. Während nicht alle Geschäfte gut liefen, konnte besonders die Nachfrage nach Windows 7 die negative Entwicklung in anderen Bereichen ausgleichen. "Wir sind begeistert von dem Zuspruch der Verbraucher zu Windows 7", äußerte sich Manager Kevin Turner zur Nachfrage. Sowohl Private als auch Geschäftskunden hätten das Betriebssystem erstaunlich gut angenommen.
Microsoft hatte Windows 7 noch letztes Jahr im Oktober knapp vor der Weihnachtssaison veröffentlicht und schaffte damit rechtzeitig den Sprung. Viele Unternehmen hatten 2008 ihre Ausgaben reduziert und Investitionen aufgeschoben. Ersten geht es mittlerweile schon wieder besser - sodass sie in neue Hard- und Software investieren können. Neben Intel oder AMD konnte davon folglich auch Microsoft profitieren.
Das Betriebssystem steuert durch die hohe Marge bei Microsoft etwa zwei Drittel zum Gewinn bei, sodass schnell klar wird, wie wichtig ein Erfolgreiches Produkt für das Unternehmen ist. Ob dies aber auch in Zukunft so bleiben wird, ist fraglich. Gerade im rasant wachsenden Mobile-Markt mit Handies und mobilen Computern verliert man wichtige Anteile an Alternativen wie Google Android oder Symbian OS. Das zweite Standbein des Konzerns mit Unternehmenssoftware kann diese Dimensionen nicht erreichen. Hier kämpfe man zudem immer noch mit den Auswirkungen der Krise und mit starker Konkurrenz wie SAP oder Oracle.
Wenig erfolgreich zeigt sich Microsoft auch in anderen Bereichen wie etwa bei Spielen und Entertainment. Während die XBox für erfreuliche Gewinne sorgt, verschlingt das Online-Geschäft etwa mit der Suchmaschine Bing oder Werbung noch immer viel Geld. Die ganze Hoffnung liegt nun bei der Kooperation mit Yahoo.
[rl]