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 E-Books sorgen für Gewinne bei Amazon und Verlage kämpfen um Preismacht

Wirtschaft | 01.02.2010, 14:18
Amazon konnte sich im Schlussquartal an einem Rekordgewinn von 384 Millionen US-Dollar erfreuen. Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf 9,5 Milliarden US-Dollar. Der Online-Einzelhändler führt diesen Zuwachs neben dem Weihnachtsgeschäft insbesondere auf den Verkauf der E-Books zurück, die laut Aussagen des Unternehmens sehr gut von den Käufern angenommen werden. Bei den Verlagen wachsen gleichzeitig die Begehrlichkeiten ein Stück vom Erfolg für sich zu verbuchen.

Im gesamten Geschäftsjahr 2009 setzte Amazon 19,1 Milliarden US-Dollar um und erwirtschaftete einen Nettogewinn von 645 Millionen US-Dollar. Verglichen mit 2008 entspricht dies einer Umsatzsteigerung von 28 Prozent und einem Gewinnplus von 40 Prozent.

Während der E-Book-Reader Kindle DX mit rund 500 US-Dollar zu Buche schlägt, erfreuen sich die Nutzer an den vergleichsweise günstigen Buchpreisen von unter 10 US-Dollar und dem einfachen Bezug. Zwar ergeben genaue Betrachtungen, dass Amazon die hochgelobten Rekord-Stückzahlen nicht zuletzt durch die vielen kostenlosen Aktionsangebote erreicht hat, doch dürfte mittelfristig vor allem unter den Kindle-Besitzern die Nachfrage nach elektronischen Büchern ansteigen.

Verlage wie Macmillan - eine Tochter des Holtzbrinck-Verlages - befinden sich nun in scharfen Verhandlungen über die Preise der angebotenen Lektüre. Das Unternehmen konnte aber aufgrund der einzigartigen Stellung bei Amazon seine Forderungen nach höheren E-Book-Preisen durchsetzen, sodass Angebote dieses Verlages nun erst ab 12 US-Dollar über das Mobilfunknetz wandern.

Amazon selbst sieht diese Preise als ungerechtfertigt hoch an und wartet nun auf eine entsprechende Reaktion der Kundschaft. Ob diese sich dauerhaft mit derartigen Preisen zufrieden gibt, darf man bezweifeln. Insbesondere bei Unterhaltungsliteratur gibt es reichlich Alternativen.

Die Kosten für die "Produktion" eines E-Books dürften zudem deutlich geringer sein als bei einem klassischen Buch, sodass sich der Preis langfristig eher auf dem Wert der journalistischen und fachlichen Arbeit einpendeln sollte. Gleichzeitig kann man aber auch vermuten, dass Macmillan durch die Verhandlungen verhindern will, dass man frühzeitig unter Preisdruck gerät. Stattdessen dürfte man hier wohl das Ziel verfolgen, die technikaffinen sogenannten "Early Adopters" - in häufig guter finanzieller Situation - angemessen um ihr Geld zu erleichtern.
[rl]





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