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 Beherrscht AMDs Phenom II X6 TurboBoost?

Prozessoren | 06.02.2010, 10:05
Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass AMD in der Mitte des Jahres seine ersten Sechskern-Prozessoren für Desktop-Rechner auf den Markt bringen wird. Mittlerweile ist auch deren Namensgebung bekannt: Phenom II X6 1xxxT. Das "T" im Namen sorgt dabei aktuell für reichlich Diskussionsstoff, wobei die wahrscheinlichsten Argumente für das "T" eine exklusive DDR3-Kompatibilität oder die Einführung eines TurboBoost-Pendants sind.

Aktuell scheint dabei vor allem letzteres zu zutreffen. So zitieren die xbitlabs AMD-nahe Quellen mit der Aussage, dass die kommenden Sechskern-Ableger dieses Feature besitzen werden. Außerdem belegt ein Dokument über ein mögliches AMD-Patent, dass der Hersteller an einer gleichwertigen Funktion forscht.

Ähnlich wie Intel es bei den Prozessoren der Core-i-Reihe vorgemacht hat, sollen AMDs Sechskern-Modelle auf Thuban Basis ebenfalls über eine in den Prozessor integrierte "Power Control Unit" verfügen, welche in Echtzeit den Energieverbrauch ermittelt, die Temperaturen überwacht und die Versorgungsspannungen kontrolliert. Somit wäre auch AMDs TurboBoost-Pendant - aktuell noch als "C-state performance boost" bezeichnet - unabhängig vom Betriebssystem und vollständig in Hardware umsetzbar.

Allerdings scheint AMD im Gegensatz zu Intel die nicht "benötigten" Kerne nicht komplett zu deaktivieren. Stattdessen wird wie bisher im C1E-Zustand wohl nur deren Taktversorgung abgetrennt und die Versorgungsspannung stark reduziert. Dennoch sollte dies ausreichen um bei Anwendungen, welche nur von ein oder zwei Kernen Gebrauch machen, den Takt eben dieser Kerne um ein gutes Stück anzuheben.

Gemeinsam ist beiden Herstellern allerdings wohl wieder die Tatsache, dass mit der Taktsteigerung auch eine Erhöhung der Versorgungsspannung für den Prozessor einhergeht. Auf der "International Solid State Circuits Conference" (ISSCC) in San Francisco, will AMD über diese neue Technologie weitere Details bekannt geben, so dass wir dann möglicherweise schon etwas schlauer sind.

Über kurz oder lang wird allerdings auch AMD nicht um ein TurboBoost-Feature umhinkommen, denn bei einem Vier-, Sechs-, Acht- oder Zwölfkern-Prozessor liegen die Taktraten unterhalb jener eines Ein- oder Zweikern-Prozessors mit gleicher Thermal Design Power (TDP). Somit sind Mehrkern-Prozessoren mit vielen Kernen bei schlecht parallelisierten Anwendungen gegenüber Prozessoren mit weniger Kernen und dafür höherem Takt im Nachteil. Um dieses Manko auszugleichen, bleibt somit nur der Ausweg eine TurboBoost-Funktion in die CPU zu integrieren, denn bis die Software-Entwicklung die sequentiellen Zöpfe abgeschnitten hat, werden noch einige Jahre ins Land gehen.
[fo]





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