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 Unendliche Geschichte - neue "alte" Grafikkarten von NVIDIA

Grafik | 25.02.2010, 20:30
NVIDIA hat vier neue OEM-Grafikkarten vorgestellt und die Modelle in die 300er-Serie eingeordnet. Dabei sind einige Parallelen zu bisherigen Karten offenkundig nicht abzustreiten, so dass dem Grafikspezialist gegenüber die Kritik aus vergangenen Umbennungsaktionen erneuert werden kann.

Der im November vergangenen Jahres gezeigten GeForce 310 hat NVIDIA vier weitere Modelle zur Seite gestellt. Dabei bediente sich der Hersteller dem frei gewordenen 300er Namensschema, da die Fermi-Karten als 400er-Serie auf den Markt kommen werden (wir berichteten). Jedoch sind ein neuer Grafikchip oder gänzlich neue Karten nicht zu erwarten. Stattdessen verwendet NVIDIA altbekannte GPUs und teilweise sogar komplett identische Referenzkarten. Die GeForce 315, die GT 320 und die GT 340 basieren auf 40-nm-GPUs. Bei der GeForce 315 sind technische Parallelen zur GT 220 nicht zu leugnen.

Die GT 340 entpuppt sich als identische Kopie der im November 2009 präsentierten GT 240. Bei der nicht gänzlich unbekannten GT 330 könnte sogar der betagte G92b mit einer 55 nm größen Fertigungsstruktur integriert sein, da laut den offiziellen Daten nur DirectX 10 unterstützt wird. Allerdings unterstützt die Karte laut NVIDIA auch die Tonausgabe von 7.1-Sound über HDMI. Diese Funktion kennt man jedoch eigentlich erst seit den neueren, in 40 nm gefertigten, GT2xx-GPUs (GT 240, GT 220, 210). Von daher könnte sich auch eine GT216- oder GT215-GPU auf der Karte befinden. Dieses Modell mit doch recht widersprüchlichen Spezifikationen tauchte erst kürzlich in einem Anfang Februar bei Aldi erhältlichen Medion PC auf.

Bild: Unendliche Geschichte - neue
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Gemäß der technischen Spezifikationen (siehe Tabelle) sind alle vier Modelle in der Einsteiger- und unteren Mittelklasse einzuordnen. Fast alle Modelle verwenden günstigen DDR2- oder DDR3-Speicher, kostenintensiverer GDDR5-Speicher ist nur bei der GT 340 zu finden. NVIDIA ermöglicht den Boardpartnern nicht nur die Speicherauswahl, sondern läßt seinen Partnern bei den Spezifikationen der GT 330 weitestgehend freie Hand. So kann diese Karte eine unterschiedliche Anzahl Streamprozessoren und Textureinheiten sowie einen GPU-Takt von 500 bis 550 MHZ und einen Shadertakt von 1250 bis 1340 MHZ aufweisen. Je nach Ausstattung liegt dieses Modell in einem Leistungsbereich einer 9600 GSO oder einer 9800 GT Green Edition. Der Käufer von Fertig-PCs muß also noch genauer hinschauen, welche Kartenvariante verbaut wurde. Problematisch hierbei ist auch, dass dadurch sogar die GT 340 in der Leistung übertroffen werden könnte. Die Performance einer GT 340 ist identisch zur kürzlich von uns getesteten GT 240.

Referenz-karten der GeForce-Familie
210 G210 310
315
GT 320
GT 330
GT 240 GT 340
GT 220
9800 GT
9800 GT Green Edition
9600 GSO
Release
07/09 10/09 11/09
02/10
02/10
02/2010
11/09 02/10
07/09 10/09
03/09
07/08
04/08
Grafikchip
GT218
GT216
GT215
G92b
GT215
GT216
G92b
G92b?
G92
Struktur
40 nm
40 nm
40 nm
55 nm
40 nm
40 nm
55 nm
55 nm
65 nm
Stream-prozessoren
16
48
72
96-112
96
48
112
112
96
Textur-einheiten
8
16
24
48-56
32
16
56
56
48
Chiptakt
589 MHz
475 MHz
540 MHz
500-550 MHz
550 MHz
615 MHz 625 MHz
600 MHz
550 MHz
550 MHz
Shadertakt
1402 MHz
1100 MHz
1302 MHz
1250-1340 MHz
1340 MHz
1335 MHz 1360 MHz
1512 MHz
1375 MHz
1375 MHz
RAM-Typ
DDR2
DDR3
DDR3
DDR3 DDR2
DDR3 GDDR5
DDR3 GDDR3
GDDR3
GDDR3
GDDR3
RAM-Größe
512 MB
512 MB
1024 MB
1024
768/2048 MB
512
1024 MB
1024
512 MB
512 MB
512 MB
512 MB
RAM-Takt
500 MHz
790 MHz
790 MHz
800 MHz 500 MHz
1000 MHz 1700 MHz
790 MHz
900 MHz
900 MHz
900 MHz
Speicher-interface
64 Bit
64 Bit
128 Bit
128 Bit
192/256 Bit
128 Bit
128 Bit
256 Bit
256 Bit
192 Bit
DirectX
10.1
10.1
10.1
10
10.1
10.1
10
10
10


NVIDIA wird sich mit der Kritik einerseits wegen der wiederholten Vortäuschung neuer "alter" Produkte, andererseits wegen der nicht unerheblichen Verwirrung durch die variablen Spezifikationen der GT 330 auseinander setzen müssen. Obwohl es sich bei allen vier Modellen um OEM-Produkte handelt, zielt NVIDIA mit der Veröffentlichung vermutlich auf die erst kürzlich tatsächlich neuen Einsteiger- und Midrange-Grafikkarten HD 5450, HD 5570 und HD 5670 vom Wettwerber AMD ab. Es ist durchaus möglich, dass einige Partner von NVIDIA die GT3x0-Karten auch im Retailmarkt anbieten. Immerhin warten die Boardpartner seit einiger Zeit auf Neuheiten. AMD erhofft sich mit den modernen Karten deutliche Marktanteile im OEM-Geschäft gewinnen zu können. Trotzdem kann zumindest den Modellen mit Grafikchips in 40 nm Struktur ausreichende Wettbewerbsfähigkeit in Sachen Leistung und Strombedarf attestiert werden, wenngleich DirectX 11 nicht unterstützt wird.

[fh]





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