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Intel zum Jahresende mit neuem Prozessor-Sockel - Mainboardhersteller sind ungehalten

Prozessoren | 06.03.2010, 16:50
Auf der CeBIT lässt sich so manches Gerücht erhaschen – manche erweisen sich als wahr, andere als falsch. Eines dieser anfänglichen Gerüchte der Messe stellte sich für uns dann im Ergebnis als korrekt heraus, wenngleich uns einiges an Hintergrundinformationen fehlt. Fest steht auf jeden Fall, dass für eine der kommenden Prozessorgenerationen von Intel erneut ein neuer Sockel notwendig werden wird.

Über den Umstand wurden wir von Mainboardherstellern unterrichtet, welche eher ungehalten über diesen Umstand sind, da man inzwischen bei Intel im Desktop-Segment bereits diverse Hauptplatinen mit drei unterschiedlichen, aktuellen Sockeln vorhalten müsse. Da gibt es noch immer den beliebten Sockel 775 für Core 2 Duo und Core 2 Quad-Prozessoren, ebenso wie den High-End-Sockel 1366 für Core i7 der 900er-Serie, als auch den jüngst vorgestellten Sockel LGA 1156, auf welchem die aktuellen Core i3, i5 und i7 Prozessoren ihr Zuhause finden. Einer der Mainboardhersteller kommentierte diese Sockelvielfalt schon jetzt als zu groß und zu kompliziert für die Endkunden.

Intel als Prozessorhersteller hingegen kann die Meinung der Mainboardproduzenten grundsätzlich gleich sein. Wenn Intel einen neuen Prozessorsockel einführt, dann tut man das eben, aber in aller Regel nicht ohne Grund. Und die Gründe für einen neuen, weiteren Sockel können nur technisch bedingt sein und durch die Anforderungen der technischen Umsetzung neuer CPU-Generationen bedingt sein.

Bild:  Intel zum Jahresende mit neuem Prozessor-Sockel - Mainboardhersteller sind ungehalten


Werfen wir einen Blick auf eine betagte, aber wohl noch immer gültige "Tick-Tock-Roadmap" des Herstellers, sehen wir, dass nach dem eigens auferlegten Fahrplan bei Intel im Jahr 2010 noch ein Tock geplant ist. Dieser Tock trägt den Codenamen Sandy Bridge. Die neue CPU-Generation wird zwar in der aktuellen 32-nm-Fertigung hergestellt, wird aber einige Neuerungen mit sich bringen. Es ist sehr gut möglich, dass die Neuerungen im Prozessor, als auch in den dann startenden, neuen Chipsätzen – vermutlich Generation 6x – schlicht und ergreifend eine andere Pin-Belegung (ob mehr oder weniger ist unklar) notwendig machen.

Und so können die Mainboardhersteller jammern oder nicht – sie müssen sich schlicht mit dem Umstand abfinden. Im Übrigen hörte man aus dem Lager AMD unter der Hand, dass man über kurz oder lang ebenfalls einen neuen Sockel benötigen werde. Das haben wir aber erst einmal für uns behalten und den Platinen-Herstellern nicht verraten ;).
[pg]







Stichworte zur Meldung: Intel Sockel Sandybridge
 
32 Kommentare

Re: [News] Intel zum Jahresende mit neuem Prozessor-Sockel - Mainboardhersteller sind ungehalten

mapel110
(vom 06.03.2010 um 17:41)
Wenn Intel einen neuen Prozessorsockel einführt, dann tut man das eben, aber in aller Regel nicht ohne Grund. Und die Gründe für einen neuen, weiteren Sockel können nur technisch bedingt sein und durch die Anforderungen der technischen Umsetzung neuer CPU-Generationen bedingt sein.

Aber sicher doch. Wenn man will, geht auch alles mit einem Sockel. Siehe Sockel A(462) oder Super Sockel 7. Abzocke durch neue Mainboards, mehr ist das nicht. Obendrein gabs früher so selten neue Sockel, dass man wenigstens noch das ein oder andere neue Feature zusätzlich auf der Platine gefunden hat. Heute tut sich da gar nichts, aber auch nicht verwunderlich in einem bzw. 1.5 Jahren.

Re: [News] Intel zum Jahresende mit neuem Prozessor-Sockel - Mainboardhersteller sind ungehalten

Daniel D.
(vom 06.03.2010 um 17:46)
Schlechte Idee der beiden Firmen! Sollten beide einen neuen Sockel brauchen, würde ich mir als Kunde ziemlich veräppelt vorkommen. Es ist schon fast wie in der Politik: Alles gelogen was einmal versprochen wird!

Re: [News] Intel zum Jahresende mit neuem Prozessor-Sockel - Mainboardhersteller sind ungehalten

Warmmilchtrinker
(vom 06.03.2010 um 18:14)



Stimmt, Geld verdienen will jeder ;D
Ihr glaubt doch wohl nicht ernsthaft, dass das alles nur einen technischen Hintergrund hat. Na, wer liefert bei Intel die Chipsätze? Richtig, sie selbst. Und weil auch weiterhin Millionen Prozessoren verkauft werden, die einen passenden Untersatz benötigen, verdient man sich damit eine goldene Nase.

AMD zeigt wie´s geht. Der Sockel A war das Paradebeispiel. Und auch jetzt passen neue Prozessoren oft noch in alte Sockel.

Beispiele gefällig?
- Ein Kumpel hat sich,als dieser aktuell war, einen Athlon X2 6000+ gekauft. Jetzt will er aufrüsten, hat eigentlich mit einem i5 750 gespielt. Aber auf sein Mainboard passen auch noch die Phenom II X4 --> eine große Einsparung, die er jetzt vllt mitnehmen will statt den Intel zu kaufen.
- Damit zusammenhängend: Diesen Prozessor kann er an einen Freund verkaufen, der bisher noch einen 4200+ verwendet (gekauft August 2006), selbst die Phenom I passen noch drauf.
- Bei Intel gibt´s da scheinbar keine Konstanz: Als die Core 2 Duo rauskamen, habe ich meine jetzige Hardware gekauft. Wenn ich jetzt aufrüsten wollte, ginge maximal der Core 2 Quad der 6000er Reihe, und der ist kein so großer Leistungssprung.


Ganz ehrlich, bei meinem nächsten Kauf überlege ich mir GANZ GENAU, ob ich nochmal Intel kaufe, beim Thema Aufrüsten kauft man bei denen die Katze im Sack...
Und ich ärgere mich immer mehr über die Blauen. Sockel 775 ausgelaufen, dann den 1366 angepriesen. Pustekuchen, der 1156 ist ja viel besser.
Und jetzt: Ach nein, doch nicht, also wieder was neues!

Re: [News] Intel zum Jahresende mit neuem Prozessor-Sockel - Mainboardhersteller sind ungehalten

Falko
(vom 06.03.2010 um 18:20)
AMD wird zwangsläufig für die Fusion-Generation (GPU+CPU auf einem Chip/Die) einen Sockel rausbringen. Ob AM3 auslaufen wird, bezweifele ich. Der reicht sogar für Hexa-Cores, unter Umständen auch für Octa und mehr.
Wenn Intel schon wieder mit einem neuen Sockel kommt, wäre das richtig schlecht. Aus technischer sicht bezweifele ich die Notwendigkeit zumindest für Lynnfield- und Clarkdale-CPUs. Der 1156 deckt wunderbar Low-Cost- bis Upper-Midrange-CPUs ab. Vielleicht wird der 1366 begraben und durch einen neuen ersetzt.
Ich habe jedenfalls darauf gehofft, noch einen 32nm-Quad-Core Sandy-Bridge auf meinem 1156-Board bekommen zu können. Mit dem Shrink auf 22nm wird sicher ein neuer Sockel kommen, weil Inrel dann deutlich an der GPU gearbeitet haben wird.
Es kann natürlich auch sein, daß Intel bereits mit Sandy-Bridge massive Veränderungen an der GPU präsentieren wird, so daß die Integration auch neu gestaltet werden muß. Das ist eben der Fluch, von integrierten Komponenten.

Re: [News] Intel zum Jahresende mit neuem Prozessor-Sockel - Mainboardhersteller sind ungehalten

Fabian O
(vom 06.03.2010 um 18:54)

Hi,

ich glaube der Sockel-1156 wird schon noch weiterleben... Die Frage ist nur welche Prozessoren dort hineinpassen werden. Allerdings verstehe ich auch viele Anwender nicht. Jetzt schreien viele, warum Intel noch auf PCIe 1.1 setzt und den P55/H5x-Chipsätze nur mit vier Leitungen anbindet, das sei ja viel zu wenig für USB 3.0 und SATA-III. Wenn nun SATA-III und USB 3.0 in den Chipsatz einziehen, wird Intel sicher nachlegen in Sachen Anbindung. Dass dann wohl mehr Leitungen notwendig werden liegt auf der Hand. Mehr Leitungen heißt mehr Pins. Nun regen sich die gleichen Anwender (*allgemein gemeint, nicht auf die Poster hier bezogen*), die zuvor über die mangelhafte Anbindung geschimpft haben über einen möglichen Sockelwechsel auf... Seltsame Ironie...

Ich will dabei Intel keinesfalls in Schutz nehmen, ich finde dieses ständige Sockelgewechsle ebenfalls bescheiden. AMD ist dabei jedoch kaum besser. Klar kann man einen Phenom II noch in einen alten AM2-Sockel einbauen, doch dann ists auch vorbei mit der Herrlichkeit. Alter Hypertransport, nicht alle Energiesparfunktionen werden unterstützt usw... Schön das es geht, aber zwischen gehen und gut laufen ist ein himmelweiter Unterschied.

grüße
Fabian