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CeBIT 2010 - ein Fazit

Wirtschaft | 07.03.2010, 21:22
Am vergangenen Dienstag eröffnete die Messe in Hannover offiziell ihre Pforten zur diesjährigen CeBIT. Am gestrigen Samstag wurden die Tore wieder geschlossen und die CeBIT 2010 war damit einen Tag kürzer als in den vergangenen Jahren. Die Messeleitung zieht Bilanz – und wir auch.

Da die Messe 2010 eben einen Tag kürzer ausfiel, als im Vorjahr, findet der Vergleich der Messeleitung auch nur zu fünf Tagen des Vorjahres statt. Demnach spricht man von einem Besucheranstieg von 3,7 Prozent, wenngleich in diesem Jahr lediglich 334.000 Besucher gezählt wurden und im Vorjahr insgesamt 400.000 bei eben 6 Tagen Messeverkehr.

Auf Grund schwindender Ausstellerzahlen waren in diesem Jahr wieder einige Hallen geschlossen und die Messe rückte die Aussteller in den vergebenen Hallen näher zusammen – sehr unserem Vorteil, da die für uns wichtigen Hallen unmittelbar am Pressezentrum gelegen waren. Nichtsdestotrotz kann man natürlich über den Umstand nicht glücklich sein. Auf insgesamt 185.000 Quadratmetern waren rund 4300 Aussteller vertreten – ein Viertel weniger als im Jahr zuvor. Damit stellt diese Zahl einen historischen Tiefstand seit 1987 dar.

Nie zuvor stießen wir in den Haupthallen für Computer-Komponenten auf so viele unbekannte Aussteller, welche teils flächenmäßig breit aufgestellt waren. Und nie zuvor hatten wir so viele Firmen, die sonst in den Haupthallen vertreten waren, nun schlicht im "geschlossenen" Planet-Reseller-Bereich angetroffen. Überhaupt nicht zum Nachteil, wie man uns attestierte und wovon wir uns selbst – zumindest augenscheinlich – überzeugen konnten. Namhafte Firmen wie beispielsweise Corsair, sind in diesem Jahr in die Hallen 14 und 15 abgewandert. Im dortigen Planet-Reseller-Bereich hatten entweder nur Presse oder zuvor akkreditierte Fachbesucher Zutritt bekommen. Dennoch war das Feedback der Firmen, mit denen wir dort gesprochen haben, höchst positiv. Dies deckt sich mit den Aussagen der Messeleitung, welche darüber berichtet, dass die Unternehmen von einem "vollen Erfolg" gesprochen hätten.

Auf die Besucherzahlen, insbesondere die Fachbesucher, darf man unterdessen nicht viel geben. Ein paar Hersteller erzählten uns, dass man pro Quadratmeter gemietete Fläche etwa 150 Freitickets erhalten habe – Fachbesucherkennzeichnung natürlich. Rechnet man sich dies nur ansatzweise einmal hoch, so dürfte kaum noch ein Besucher wirklich Eintritt zahlen müssen. Vor der CeBIT wandelnde Anbieter, welche Messetickets günstig vergeben wollten, standen sich erfolglos die Beine in den Bauch. Seit ein paar Jahren wird es schlicht auch zum Problem, dass man Messe-Freikarten los bekommt, schlicht, weil sie an jeder Ecke des World Wide Web angeboten werden – ein vor ein paar Jahren noch unvorstellbarer Zustand.

Drei-Klassen-Gesellschaft


Kommen wir zu unserem eigenen Fazit. Die Messe hat eigentlich nicht an Glanz verloren – es mögen viele administrative Dinge sein, welche möglicherweise Aussteller und Presse manches Mal zweifeln lassen – an der Ecke muss die Messe schlicht noch einen gewissen Lernfaktor mit einbringen und von einem hohen Ross herabsteigen.

Die Presse hat es auf der CeBIT nicht immer leicht, weil sie unterschiedlichste Ansichten hat, wer Presse ist und wer eben nicht. Und so hört man schon seit Jahren von Missständen, dass Online-Presse ein nicht unbedingt gerne gesehenes Medium ist, welches sich im Presse-Zentrum tummeln darf. Da hat man sicherlich ein klein wenig hinzugelernt, denn es gibt inzwischen verschiedene Farbkennungen bei CeBIT-Presseausweisen (jene benötigt man, wenn man im Convention Center arbeiten und live berichten möchte). Blau (hoffentlich nicht kennzeichnend für betrunken) markiert man aktuell Blogger – selbst renommierter Größen. Orange sind Pressevertreter, welche einen offiziellen Presseausweis des Deutschen Journalisten Verbandes besitzen und Orange inklusive dem Zusatz "Online-Presse" bekommen dann offenbar alle weiteren Inhaber (oder nicht Inhaber) von offiziellen Presseausweisen.

Scherzhaft bezeichnen einige Kollegen die CeBIT-Ausweise jenseits der ausschließlichen Orange-Färbung als Kinderausweise. Mit jenen wird man als Journalist eben nicht mehr ins Pressezentrum gelassen, sollte es dort einmal sehr voll zugehen.

Die Messeleitung zeigt sich in ihren diesbezüglichen Entscheidungen nicht unbedingt als aufgeklärter Partner und erscheint rückständig. Dabei spielt es hier überhaupt keine Rolle, ob beispielsweise Partner wie AMD oder Intel Medien als wichtig erachten und speziell laden, weil Anwesenheit oder Meinungen gewünscht sind.

Der Spaßfaktor bleibt


Neben Wirtschaft und sonstigen Interessen bleibt dennoch klar festzuhalten, dass weiterhin viele Firmen versuchen vor Ort für gute Laune zu sorgen. Das kann man über verschiedene Möglichkeiten erreichen, wie beispielsweise Sapphire's klare Darbietung zu AMDs Eyefinity 6 Umsetzung ...

Bild: CeBIT 2010 - ein Fazit


... und noch besser gelang sicherlich Thermaltake die Informationsbefriedigung – bei Fragen schlicht am Informationscenter melden:

Bild: CeBIT 2010 - ein Fazit


Wir hingegen schließen unseren kurzen Überblick über die Messe CeBIT 2010 mit insgesamt positiven Erfahrungen, aber auch Hoffnungen für künftige Messen in Hannover.

Eindrücke von unseren Lesern gibt es direkt im Forum. Ein Überblick über alles, was wir aktuell zur Messe zusammengetragen haben, gibt es in folgendem Bereich: HT4U.net-Berichterstattung zur CeBIT 2010
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Stichworte zur Meldung: Messe Hannover 2010 Cebit