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Verbraucherschutz kritisiert Lebensmittelhandel von Amazon

Sonstiges | 15.07.2010, 21:40
Seit dem 1. Juli vertreibt das Versandhaus Amazon neben Büchern, Elektronikartikeln und co. auch Lebensmittel in Deutschland. Das ungewöhnliche Angebot gerät jetzt in die Schusslinie der Verbraucherzentrale Hamburg. In einem Test lässt man kein gutes Haar am neuen Angebot von Amazon.

"Das Amazon Lebensmittelangebot leidet unter Kinderkrankheiten und ist noch keine Alternative zum Supermarkteinkauf", so die Verbraucherzentrale. Das Ergebnis hauseigener Tests hat ergeben, dass der Lebensmittelverkauf "teuer, umständlich und wenig transparent" sei.

Größter Kritikpunkt sind die Versandkosten. Tatsächlich dürfte bereits die Mindestpauschale (meist zwischen 4,50 Euro und 8 Euro) die meisten potentiellen Kunden abschrecken. Für einen Testkauf einer Einzelperson lagen die Versandkosten bei 30,77 Euro bei einem Warenwert von gerade einmal 19,96 Euro. Der Familienkauf mit einem Warenwert von 82,97 Euro fiel mit Versandkosten von 51,24 Euro verhältnismäßig besser aber dennoch ernüchternd aus. Im direkten Vergleich zu einem Supermarkteinkauf bei Edeka erwies sich das Amazon-Angebot für den Single-Testeinkauf als mehr als doppelt so teuer – der Familien-Testkauf schlug sogar fast mit den dreifachen Kosten zu Buche.

Weitere Kritik wird an den Lieferzeit geübt. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Händler, ergeben sich abweichende Lieferzeit, so dass die Pakete über verschiedene Tage verteilt ankommen. Ebenfalls als mangelhaft werden die Produktbeschreibungen eingestuft, welche teils rechtlich verpflichtende Informationen – wie z.B. Konservierungsstoffe – nicht aufführen. Zusätzliche Informationen wie Zutatenlisten werden demzufolge gar bei knapp 90 Prozent der Produkte nicht angezeigt.

Ein weiterer Punkt in der Mängelliste ist die Auswahl, welche nicht mit der Produktpalette eines örtlichen Supermarkt verglichen werden kann. Als letzten Kritikpunkt führt man die Rückgabe und Reklamation an. Zwar können Online-Käufe generell innerhalb der ersten beiden Wochen widerrufen werden, allerdings ist dies für frische Lebensmittel gesetzlich ausgeschlossen.

Aufgrund der aufgelisteten Kritik sieht die Verbraucherzentrale Hamburg das Angebot von Amazon in keiner Weise als Alternative zum Supermarkteinkauf. Amazon verweist darauf, dass sich das Angebot noch in einer Beta-Phase befinde und das Feedback gesammelt wird um den Shop den Kundenbedürfnissen anzupassen.

[ls]







Stichworte zur Meldung: Lebensmittel Verbraucherschutz Amazon
 
2 Kommentare

Re: [News] Verbraucherschutz kritisiert Lebensmittelhandel von Amazon

Michael
(vom 16.07.2010 um 12:08)

Wusste gar nicht, dass Amazon jetzt auch Lebensmittel verkauft. Hab mir das gerade mal angeschaut, und muss der Meldung insofern zustimmen, dass das Angebot tatsaechlich sehr duerftig ist. Schuld an den hohen Versandkosten ist allerdings nicht Amazon direkt, sondern der Kunde selbst, der bei vielen verschiedenen Anbietern einkauft und die Lebensmittel entsprechend in vielen einzelnen Paketen erhaelt. Bei Ebay beschwert sich ja auch niemand dass die Versandkosten hoch sind, wenn viele Artikel von verschiedenen Anbietern gleichzeitig gekauft werden - ist ja auch logisch.

Re: [News] Verbraucherschutz kritisiert Lebensmittelhandel von Amazon

cracker789
(vom 16.07.2010 um 14:17)

Ich glaube auch kaum dass sich der Supermarkt-Einkauf wirklich von Amazon verdrängen lässt...
Denn Milch können die nicht ohne Kühlwagen liefern.. da müsste DHL komplett umstellen - was sie nicht machen werden...

Und wenn ich schon mal Brot,Milch,Käse und Wurst aus dem Laden hole werde ich mir die Nudeln auch gleich da besorgen und nicht bei Amazon ordern weil ich ja in einer Woche Spaghetti essen will ^^