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Schwarzsurfen ist nicht grundsätzlich strafbar

Wirtschaft | 21.10.2010, 09:27
Wer die Möglichkeit über ein ungesichertes WLAN im Internet zu surfen nutzt, macht sich nicht grundsätzlich strafbar. Dies entschied jetzt das Wuppertaler Amtsgericht und bestätigte damit ihre eigene Entscheidung.

Der Angeklagte war mit seinem Notebook an einen öffentlichen Ort gegangen und hatte sich dort in ein unverschlüsseltes Funknetzwerk eingewählt um so kostenlos im Internet zu surfen. Die Staatsanwaltschaft sah darin eine verbotene Handlung, konnte das Gericht jedoch nicht überzeugen. Das Gericht hatte die Aufnahme des Falls zur Hauptverhandlung bereits abgelehnt und entschied nun über die gegen den Entscheid gerichtete Beschwerde.

Das Amtsgericht Wuppertal betonte in seiner neueren Entscheidung nochmals, dass kein Verstoß gegen das das Telekommunikationsgesetz vorliegt, da keine vertraulichen Nachrichten abgehört wurden, sondern der Schwarzsurfer Teilnehmer der Kommunikation wurde. Auch ein Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz liegt nicht vor, da weder bei der Einwahl in das WLAN-Netz noch anschließend personenbezogene Daten abgerufen werden. Straftatbestände die auf das Abfangen und Ausspähen von Daten gerichtet sind oder ein Computerbetrug sind im konkreten Fall auch nicht einschlägig gewesen. Letzteres könnte aber je nach Einzelfall durchaus vorliegen.

Mit der neueren Entscheidung hält das Wuppertaler Amtsgericht an ihrer Position fest und bestätigt damit auch die zahlreichen Meinungen der Fachwelt. Für Betreiber von WLAN-Netzwerken sollte die Entscheidung vor allem ein Weckruf sein, denn die vielfach viel zu unsicheren Funknetze sind eine Einladung für Hacker und Betrüger. Zudem haften die Betreiber der Netze für alle Schäden die von ihnen ausgehen. Dies können Urheberrechtsverletzung sein, aber auch bei persönlichen Schäden kann so ein Mitverschulden gegeben sein, was einen eventuellen Schadensersatzanspruch mildern kann.

Es gilt also, wie bereits vor einigen Tagen berichtet, sein WLAN entsprechend zu sichern. Hierzu ist eine aktuelle Verschlüsselung des Standards WPA2 notwendig kombiniert mit einem langem Passwort. Dafür eignet sich eine Phrase, welche sowohl Buchstaben als auch Zahlen enthält und nach Möglichkeit keinen persönlichen Bezug hat.
[dk]







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