Um den Elektronikriesen Sony mehren sich Gerüchte um einen Ausstieg aus dem Handy-Markt. Das Unternehmen arbeitet gemeinsam mit dem norwegischen Netzwerk-Ausrüster Ericsson in einem Joint-Venture und kann sich offenbar seit einiger Zeit nicht mehr zufriedenstellend am Markt positionieren. In einem Interview mit der
Welt nannte Sony-Chef Howard Stringer Gründe.
Im zweiten Quartal 2008 lag der Marktanteil von Sony Ericsson mit 7,5 Prozent noch hinter LG Electronics auf dem fünften Platz. Sony verliert damit weiterhin an Boden, nachdem man sich im Vorjahr noch auf dem vierten Platz hatte halten können. Unangefochten auf dem ersten Platz bleibt weiterhin Nokia mit 39,5 Prozent, nun gefolgt von Samsung mit 15,2 Prozent. Der südkoreanische Hersteller kann seit geraumer Zeit seinen Anteil stetig ausbauen und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Rückwärts geht es auch bei Motorola, die ihren zweiten Platz aufgeben mussten und mit 10 Prozent deutlich zurückgefallen sind. LG Electronics rückt mit 8,8 Prozent auf einen sicheren vierten Platz.
Stringer beschreibt die Zusammenarbeit im Joint-Venture als äußerst problematisch, was vor allem durch die langen Reaktionszeiten zu begründen sei. So behindere man den Innovationsprozess durch Diskussionen zwischen beiden Unternehmen und könne sich daher nicht zeitnah an aktuellen Trends beteiligen. Klar zeigt sich das an der vergleichsweise dünnen Produktpalette, die hauptsächlich aus den fast bauglichen Walkman- und Cybershot-Mobiltelefonen besteht.
Doch gerade im Trend der neuen Bedienkonzepte über Touchscreens, große Displays und mobile Internet-Zugänge tut sich Sony derzeit schwer und kann nicht recht mit der Konkurrenz mithalten. Aus diesem Grund denke man über die zukünftige Entwicklung in diesem Marktbereich nach, auch wenn Stringer verständlicherweise offiziell noch keine konkreten Angaben machen konnte.
Auch Marktführer Nokia sah sich 2008 jedoch ebenfalls in trüberen Fahrwassern und kündigte unlängst rückläufige Marktanteile für das dritte Quartal an. Gründe sieht das Unternehmen im aggressiven Preiskampf und den Verzögerungen bei der Einführung neuer Modelle im mittleren Preissegment.
[rl]