Die offizielle Markteinführung von NVIDIAs GeForce GTX 590 liegt nun ein paar Tage zurück. Im Zuge der dazugehörigen Launch-Tests war jedoch stellenweise auch von durchgebrannten Testmustern die Rede, welche im Zuge von Übertaktungstests beschädigt wurden. NVIDIA hat nun in einen Artikel ihrer Knowledge Base hinzugefügt, welcher einerseits ein paar Tipps gibt, andererseits aber auch vor Spannungserhöhungen warnt.
Spulen wir kurz zum Vorstellungsdatum, dem 24. März 2011 zurück. Die NVIDIA GeForce GTX 590 zeigte an vielen Stellen unseres Tests, dass hier erhebliche Unterschiede zu den bisherigen GTX-500-Grafikkarten vorlagen, allem voran, dass die GPU-Spannung deutlich niedriger lag, als beispielsweise bei einer GTX-580-Grafikkarte. Wie NVIDIA nun offiziell bekannt gibt, liegen die Spannungen der beiden GPUs der GTX 590 unter Last zwischen 0.91 und 0.96 Volt. Unser Muster steuerte seine GPUs unter maximaler Last beispielsweise mit 0,94 Volt an. Dennoch lag bereits die ermittelte Leistungsaufnahme unter Tom Clancy's Hawx bei knapp 360 Watt und übertaktet – ohne Spannungszugabe – bei satten 390 Watt. Damit natürlich deutlich über den von NVIDIA genannten 370 Watt maximaler Leistungsaufnahme unter Spielen.
Natürlich hat der Hersteller neben der Erkennung und Drosselung von "Powerviren", welche aus Hersteller-Sicht nur unnütz Last auf die Grafikkarten bringen, auch einen Überlastungsschutz implemetiert. Somit waren Programme à la Furmark natürlich ausgesperrt und konnten damit zu keinen befürchteten Hardwareschäden führen.
Dennoch kam es bei Übertaktungstests zu sporadischen Defekten bei manchen Kollegen. Die Kollegen von TechPowerUp zerstörten bei einer manuell angelegten Spannung von 1,2 Volt beispielsweise erst einen Widerstand und nach dessen Überbrückung eine Phase der Stromversorgung. Bei Sweclockers.com zeigt man gar ein Video, bei welchem überhitztes Material von Bauteilen aus dem rückwärtigen Heatspreader der GTX 590 heraustropft, unmittelbar nachdem die Grafikkarte offenbar durchbrannte. Dabei soll die Spannungszugabe nur knapp über 1 Volt gelegen haben.
All das hat nun eben dazu geführt, dass der Hersteller auch Stellung zu den Vorkommnissen bezieht. Zum einen gibt man den Hinweis, dass man ausschließlich die aktuell freigegebenen Treiber verwenden soll, da hierbei deutliche Verbesserungen beim Überlastungsschutz umgesetzt worden sein sollen. Zum anderen warnt man aber gleichzeitig vor dem Übertakten mit Spannungszugabe. Der Hersteller kündigt an, dass in absehbarer Zeit auch passende Wasserkühler erscheinen werden, welche bessere Übertaktungen ermöglichen können, jedoch warnt NVIDIA gleichzeitig vor zu hoher Spannungserhöhung.
Selbst bei solcher Kühlung sollte man davon absehen die Spannungen um mehr als 12.5 bis 25 mV zu erhöhen. Dies bezogen auf die maximale Default-GPU-Spannung von 0,96 würde einer Spannung von 0,985 Volt entsprechen. Den gesamten NVIDIA-Artikel findet man hier. Trotz der Tipps bleibt natürlich festzuhalten, dass das Übertakten auch für NVIDIA weiterhin außerhalb der Garantie erfolgt.
Und nach den bisherigen Hinweisen sollte man insgesamt wohl eher die Finger von Spannungserhöhungen bei diesem Produkt im Allgemeinen lassen. Dass alleine die Übertaktung ohne Spannungszugabe bereits zu solcher Leistungsaufnahme führt darf als bedenklich bezeichnet werden und Langzeiterfahrungen fehlen dazu ebenfalls. [pg]
Was sie natürlich auch machen könnten, wäre, die ganze Stromversorgung dementsprechend umzudesignen und eine Revision 2 der Karte nachzuschieben. Anderswo (=Semiaccurate) wird vom Seiteninhaber spekuliert, das man bei AMD so lange mit der 6990 gewartet hat, bis man wusste, dass für NVidia der "Point of no return" überschritten war, und die Karte dann auf den Markt brachte... Die GTX 590 in ihrer jetzigen Form sei demnach eine per Schnellwurf überzüchtete Variante des eigentlichen Designs (welches auf niedrigere Taktraten ausgelegt war :l )
Übrigens haben auch Reviewer die Karte kaputtbekommen, ohne gleich 1,2 Volt raufzugeben...
Vor allem das Resultat von hardware.fr ist in der Tat ernüchternd, so wie ich das verstehe haben die die Karte kaputtgekriegt ohne jegliches Uebertakten, bloss mit nicht funktionierender OCP (wegen Treibers) und spezifischem Last-Test.