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 Werbeabkommen zwischen Google und Yahoo bei der EU auf dem Prüfstand

Recht | 16.09.2008, 11:45
Das geplante Werbeabkommen zwischen Google und Yahoo wird nun auch von der Europäischen Kommission auf eventuelle Verstöße gegen EU-Recht überprüft, nachdem bereits der US-Senat eine Überprüfung kurz nach der Bekanntgabe angekündigt hatte.

Durch das Abkommen zwischen Google und Yahoo werden Google-Anzeigen auf Yahoo-Webseiten eingespielt und die daraus resultierenden Einnahmen dann geteilt, was Yahoo in etwa 800 Millionen US-Dollar einbringen soll. Allerdings ist diese Partnerschaft wohl erstmal auf amerikanische und kanadische Seiten beschränkt, weshalb die Europäische Kommission zunächst einmal prüfen muss, ob durch das Abkommen überhaupt EU-Recht betroffen ist. Zudem ist das Abkommen nicht exklusiv, was bedeutet, dass beide Unternehmen sich anderweitig weiter orientieren können. Dies wiederum könnte für Microsoft interessant sein, die trotz mehrfach gescheiterter Verhandlungen immer noch nicht ganz zurückstecken wollen. Auch sehen durch die Offenheit des Abkommens weder Google noch Yahoo irgendwelche rechtlichen Verstöße und haben, wie Bloomberg berichtet, der EU freiwillig unterlagen zukommen lassen.

Doch während Google und Yahoo recht optimistisch in die Zukunft blicken, stößt das Werbeabkommen auf einige Kritik. Nicht nur der US-Senat oder Microsoft sehen eine Gefährdung des Wettbewerbs, mittlerweile hat sich auch der Generalstaatsanwalt von Kalifornien, in welchem sowohl Google als auch Yahoo ihren Hauptsitz haben, eingeschaltet. Problematisch sehen die Kritiker vor allem die Tatsache, dass die beiden Unternehmen zusammen in den USA einen Marktanteil von etwa 90 Prozent haben.

Auch der Weltverband der Zeitungen (WAN) hat heute offiziell kritische Stellung bezogen und fordert die zuständigen Behörden von Amerika, Europa und Kanada auf, die Werbeabkommen zu überprüfen und zu blockieren. Als Grund nennt WAN vor allem eine vermutlich negative Auswirkung auf die von Suchmaschinen gezahlten Werbeeinnahmen an Zeitungen und anderen Webseiten.

Bei so viel Kritik stellt sich natürlich die Frage, ob das Werbeabkommen zwischen Google und Yahoo nicht ein wenig gewagt ist, denn es stärkt vor allem die Position von Google. Auch hätte Yahoo wahrscheinlich besser dagestanden, wenn das Unternehmen statt mit Google zu kooperieren einen eigenen Service in dieser Richtung angeboten hätte. Doch schließt das Abkommen durch die Offenheit eine solche Möglichkeit nicht gänzlich aus, was die Entscheidung der Behörden erschweren dürfte.

[dk]



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