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 Windows Cloud vereint Webanwendungen und Betriebssystem

Software | 04.10.2008, 13:22
Microsoft hat mit Windows Cloud ein weiteres Betriebssystem in der Entwicklung, das auf neue Konzept des zukünftigen Internets abgestimmt ist. Der Software-Spezialist aus Redmond kündigte eine spezielle Version von Windows 7 an, die auf das sogenannte Cloud-Computing abzielt, bei dem Anwendungen nicht mehr lokal auf dem eigenen PC ausgeführt werden. Vielmehr stellt der PC über eine Schnittstelle per Internet Kontakt mit einem entfernten Server her, der schließlich die erforderlichen Berechnungen durchführt und nur noch die Ausgabe an den Nutzer zurück sendet. Ausführlich wird Microsoft seinen Ansatz wohl auf der Professional Developers Conference Ende Oktober präsentieren, auf der auch Windows 7 zu sehen sein wird.

Vollkommen neu ist die Idee des Cloud-Computing grundsätzlich nicht — kommt sie in einfacher Form bereits in vielen Unternehmen in Form von Client-Server-Konzepten mit Terminal-Stations und zentralen Großrechnern zum Einsatz. Erweitert wird das Prinzip vor allem durch den weltweiten Zugang über das Internet, das mit seinen Breitband-Zugängen mittlerweile ausreichend Raum für entsprechende Konzepte bietet.

Schaut man sich um, findet man am Markt bereits Ansätze von Cloud-Computing zum Beispiel bei Amazon mit der Elastic Compute Cloud. Auch Google schafft mit seinem Browser Chrome eine Grundlage für zukünftige Webanwendungen, die bereits mit Online-Office-Angeboten erste Eindrücke über die Möglichkeiten vermitteln. Auch Business-Software wie etwa von SAP setzt zunehmend auf zentrale Lösungen, bei der die Unternehmen nur noch die Rechenleistung beim Anbieter anmieten und mit Software-on-Demand über das Internet zur Verfügung gestellt bekommen.

Interessant ist dieser geteilte Weg zwischen der Trennung von Berechnung und Darstellung insbesondere für Mobile Internet Devices (MIDs) oder Netbooks, die unterwegs einen Zugang über Funknetz erhalten und auf die Dienste zugreifen können. Vorteil ist, dass die notwendige Rechenleistung äußerst gering ist, sodass eine lange Laufzeit sowie preiswerte Client-Hardware möglich ist.

Fragen, die zu klären sind, drehen sich vor allem um den Datenschutz und die Privatsphäre. Verschlüsselte Datenübertragung dürfte hier eine Grundvorausetzung sein, um ein Mindestmaß an Sicherheit zu schaffen. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach der Datensicherheit beim Server-Betreiber. Schon jetzt überschlagen sich Meldungen über den Missbrauch der Daten. Doch gerade diese Informationen dürften in Zukunft eine wichtige Geschäftsgrundlage darstellen und erfordern entsprechend gute Schutzmechanismen.
[rl]





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