Nachrichten

Festplattenhersteller korrigieren Prognosen - Leiden Google und Facebook ebenfalls?

Storage & Speicher | 24.11.2011, 17:46
Es verschwindet einfach nicht – das leidige Thema Festplatten. Die Lage in Thailand bessert sich nur äußerst langsam und die Festplattenhersteller müssen herbe Ausfälle verkraften. Längst haben sich die Auswirkungen im Markt niedergeschlagen und auch der Privatkunde spürt sie mehr als deutlich. Preise für 3-TB-Platten haben sich innerhalb kürzester Zeit verdoppelt. Die Preise für 1 oder 2 TB gar annähernd verdreifacht. Wer nicht unbedingt muss kauft derzeit keine Festplatten. Doch manche müssen und das in großem Umfang wie Google und Facebook. Die haben damit scheinbar stark zu kämpfen und die gesenkten Prognosen, die gerade verkündet wurden treiben die Sorgenfalten nur noch tiefer.

Der zur Zeit größte Hersteller Seagate ließ verlauten, dass man aufgrund der Fluten mit 10 bis 18 Prozent weniger gefertigten Festplatten rechnet. Das entspricht einer Menge von 41 bis 45 Millionen Stück fürs laufende Quartal. Seagate befindet sich zwar in der glücklichen Lage die Produktionsstätten mittlerweile wieder in normalem Umfang nutzen zu können, jedoch sind die Zulieferer nachwievor nur eingeschränkt lieferfähig.

Hersteller wie Western Digital und Toshiba müssen dagegen gar ihre Produktion an andere Orte auslagern und sind somit noch stärker eingeschränkt. Wie Heise in Berufung auf die Digitimes meldet rechnen beide Unternehmen mit gerade einmal 50 Prozent ihrer Liefermöglichkeiten, verglichen zum Vorjahresquartal. Das macht für Toshiba ca. 12 Millionen Festplatten und für Western Digital 22 bis 26 Millionen Einheiten. Mit Hitachi ist zusätzlich der letzte große Hersteller betroffen, welcher anstatt der geplanten 31 bis 32 Millionen Einheiten nur ungefähr 20 Millionen ausliefern kann.

Setzt man diese Zahlen in Relation zur von Seagate prognostizierten Nachfrage von 180 Millionen Festplatten fürs laufende Quartal, liegt man ca. ein Drittel darunter. Zwei Vertreter, die die Nachfrage in die Höhe treiben sind Facebook und Google. Beide Webseiten brauchen große Serverfarmen und müssen diese ausbauen sowie durch den Austausch von defekten Einheiten am Laufen halten. In einem Interview mit ZDnet spricht Meg Whitman, CEO von Hewlett Packard, über die Auswirkungen der Naturkatastrophe für den Markt.

Für ihr Unternehmen sieht sie eine nur geringe Nachfrage nach neuen Servern, was eine Reaktion des Marktes auf die gestiegenen Festplattenpreise sein dürfte. Sie macht jedoch deutlich, dass sie davon ausgeht, dass HP von den produzierten Festplatten einen angemessenen Anteil einstreichen wird. Dazu habe man eine spezielle Einsatzzentrale eingerichtet.

Google und Facebook bauen ihre Server laut Whitman selber und können obwohl ihres großen Bedarfs auf keine allzugroßen Vorräte zurückgreifen. Dies führte dazu, dass sie aktuell keine neuen Server aufbauen könnten. Darum seien sie in Kontakt zu HP getreten um sich von dort versorgen zu lassen. Die scheinbar gegebene Hilfe werde jedoch kein anhaltender Trend sein so Whitman, weshalb beide Unternehmen bald wieder Produktionsausfälle fürchten müssen.

Hewlett Packard stand seit Beginn der Flutkatastrophe in engem Kontakt zu seinen vier Festplattenlieferanten und hat noch im Oktober strategische Einkäufe getätigt. Die Auswirkungen sollen vor allem im ersten und zweiten Quartal 2012 zu spüren sein, welchen man sich damit nicht so stark beugen müsste. Alternativ könne anstatt zu Hard Disk Drives (HDDs) aber auch zu SSDs (Solid State Drives) gegriffen werden, die in Anbetracht der momentanen HDD-Preise nicht mehr so unattraktiv seien, fügt Whitman an. Ob dies wirklich eine Option darstellt darf bezweifelt werden. Falls ja wäre abzuwarten ob der Markt eine kurzfristig stark erhöhte Nachfrage bewältigen könnte. Man kann im Sinne aller, vor allem der Retail-Kunden, die bald noch stärker das Nachsehen haben werden weil die großen Unternehmen fast alle produzierten Festplatten für sich in Anspruch nehmen, nur hoffen, dass sich die Lage in Thailand schnell entspannt und sowohl Alltag als auch Produktion wieder in geregelte Bahnen finden.
[bb]







Stichworte zur Meldung: Festplatten Seagate Samsung Hitachi Digital Western
 
3 Kommentare

Re: [News] Festplattenhersteller korrigieren Prognosen - Leiden Google und Facebook ebenfalls?

Gast
(vom 24.11.2011 um 18:12)
tja hätten sie mal nicht in thailand sondern in good old germany produziert.

und es ist ja nicht das erste mal das thailand darunter zu leiden hat.

ich habe noch 3 leere 2 TB festplatten und bin erstmal versorgt.

Re: [News] Festplattenhersteller korrigieren Prognosen - Leiden Google und Facebook ebenfalls?

Rick
(vom 24.11.2011 um 18:45)
Selbst wenn die alle fuenf Jahre neue Fabriken bauen muessen, ist es vermutlich guenstiger da unten zu bauen ;)
Und Ueberschwemmungen gibt es hier ja auch relativ regelmaessig, wenn auch nicht ganz in dem Ausmass, aber so manche Industrie ist da schon mal betroffen..

Re: [News] Festplattenhersteller korrigieren Prognosen - Leiden Google und Facebook ebenfalls?

Gast
(vom 24.11.2011 um 21:04)
Google kann doch Speicherplatz sparen wenn sie mal die ganzen Suchanfragen-Log löschen...