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Notebook-Markt wächst 2012 - Ultrabooks sollen großen Anteil haben (Update)

Mobile | 30.11.2011, 18:02
Es ist keine große Überraschung, wenn die jetzt veröffentlichten Prognosen dem Notebook-Geschäft einen bedeutenden Zuwachs attestieren. Auf den ersten Blick unverständlicher ist der Zusatz, dass die kürzlich eingeführten Ultrabooks dabei einen nicht zu vernachlässigenden Anteil haben sollen. Zumindest aber in weiterer Zukunft soll dieser Markt eine gewichtige Rolle spielen. In Kombination mit Meldungen über Subventionen für die Ultrabooks fügt sich Alles jedoch zu einem stimmigen Gesamtbild.

In der Vergangenheit eroberte der Notebook-Markt, meist auf Kosten der Desktop-Computer, enorme Marktanteile. Durch technischen Fortschritt wurden tragbare Computer weggeholt vom sprichwörtlich belastenden Utensil. Immer kleinere und energiesparendere Komponenten verhalfen zu kompakten Ausmaßen, geringerer Lautstärke, längerer Akkulaufzeit und nicht zuletzt zu günstigeren Preisen, die solche Produkte auch für Normalanwender erschwingbar machten. Zeitgleich steigerte sich die Leistung auf ein Niveau, dass Desktop-PCs nur marginal hinterher hinkt. Zumindest im Alltagsbetrieb. So kam es, dass mit Siebenmeilenstiefeln bis zu 20 Prozent Zuwachs pro Jahr verbucht werden konnten.

In jüngster Vergangenheit legte sich das Wachstum auf einen geringeren Wert und pendelt sich aktuell auf 5 bis 10 Prozent jährlich ein. Für das aktuell noch laufende Jahr 2011 rechnet man aber mit einem Wachstum von lediglich einem Prozent, verglichen zum Vorjahr. Grund dafür sollen höhere Gewalten, sprich Umweltkatastrophen im asiatischen Raum, sein. Für das kommende Jahr wird deswegen wieder mit einem Zuwachs von 8,8 Prozent gerechnet, wie DRAMeXchange aktuell verlauten lässt.

Der reine Notebook-Markt soll um 10 Prozent von 173,4 Millionen auf 194,6 Millionen zunehmen. Für die Netbooks sehen die Verheißungen dagegen nicht so rosig aus. Es wird mit einem Rückgang um 17 Prozent, von 22,4 Millionen auf 18,6 Millionen gerechnet. Über die Netbook-Sparte liest man aktuell Verschiedenes. So scheint Samsung sich von den Geräten zu lösen, während Acer sogar wachsende Abnehmerzahlen sieht. Noch völlig unbedeutend ist der Marktanteil der kürzlich eingeführten Ultrabooks. Doch dies soll sich demnächst grundlegend ändern.

Von Seiten der Hardware gibt es am Konzept der Ultrabooks so gut wie nichts auszusetzen. Lediglich die Schwachstelle Display, mit seiner geringen Auflösung, könnte angeführt werden. Diese wird bekanntlich aber bereits Anfang 2012 ausgemerzt, so dass einzig der Preis als abschreckendes Element bleibt. Während ein Notebook im Durchschnitt 550 bis 650 US-Dollar kostet stehen bei den Ultrabooks über 1000 US-Dollar im Raum. Da die Hersteller verlauten lassen, dass die Fixkosten, also die reinen Komponentenpreise, jedoch nah an der 1000-Dollar-Grenze liegen, und weil Intel bei den gelieferten Prozessoren und Chipsätzen nicht nachgeben will, ergibt sich wenig Spielraum.

Intel fordert als Initiator der Ultrabooks seit Wochen Preissenkungen, die unumstritten notwendig sind, beißt bei den Herstellern aber auf Granit. Auch will man bei den eigenen Komponentenpreisen nicht subventionieren, so dass nun eine gänzlich andere Vereinbarung getroffen wurde. Intel wird sich in Zukunft mit 100 US-Dollar pro Gerät an den Marketingkosten der Hersteller beteiligen, berichtet die Digitimes. Wieviel davon tatsächlich auf die Endkundenpreise umgewälzt wird bleibt abzuwarten. Ohnehin wird der Erfolg der Ultrabooks nicht von dieser kurzfristigen Subvention abhängen, sondern von nachhaltigen Preissenkungen, die nur durch Vergünstigung bei den Komponenten eintreten können.

Laut der Prognose für 2012 wird mit einem Preisverfall von 1000 US-Dollar auf 699 US-Dollar bis zur zweiten Jahreshälfte 2012 gerechnet. Es fehlt also noch ein gewichtiger Teil. Sicherlich ergibt eine höhere Nachfrage, also ein größerer Produktionsumfang, Einsparpotential, doch muss der Stein dafür erst ins Rollen gebracht werden, um den Kreislauf ausnutzen zu können. Aktuell schlüsseln die Marktforscher die Komponentekosten für Ultrabooks wie folgt auf. CPU und Chipsatz nehmen 25 bis 30 Prozent der totalen Kosten ein, die (128 GB) SSD rund 25 Prozent und das Display rund 10 bis 15 Prozent. Weitere Bauteile wie Mainboard mit 8 Prozent, Arbeitsspeicher mit 5 Prozent und alle restlichen Komponenten mit 23 Prozent gehören nicht zu den Schlüsselbauteilen.

Aufgrund der Entwicklung bei den NAND-Flashspeicher-Preisen lässt sich der 25 Prozentige Anteil in Zukunft sicherlich etwas optimieren. Doch man kann es drehen wie man will, am Ende wird Intel mit seinen Prozessoren und Chipsätzen die Hauptrolle spielen.

Update 04.12.2011: Zwischenzeitlich hat Intel Angaben der DigiTimes, man würde Ultrabooks mit 100 US-Dollar pro Gerät subventionieren dementiert.
[bb]







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