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Bieterkampf um Internet-Pionier Yahoo nimmt Fahrt auf

Wirtschaft | 01.12.2011, 12:26
Um Yahoo sammeln sich immer mehr Bieter, die das Internet-Urgestein übernehmen wollen. Nachdem Microsoft mit einem ersten Versuch damals am Widerstand des Chefs Jerry Yang gescheitert war, haben sich die Ansichten im Unternehmen zunehmend gewandelt. Man steht einer Übernahme nunmehr offen gegenüber.

Derzeit bereitet sich offenbar ein Bieter-Konsortium um das chinesische E-Commerce-Unternehmen Alibaba für ein Angebot vor, an dem Yahoo derzeit mit 40 Prozent beteiligt ist. Nachdem der mögliche Kaufpreis bekannt wurde, sprangen die Aktien von Yahoo um acht Prozent in die Höhe. Neben Alibaba ist auch ein zweiter Investor an einer Beteiligung interessiert und hatte dafür bereits ein Angebot unterbreitet.

Yahoo ist verglichen mit Branchenprimus Google mit einem Vergleichsweisen Marktanteil in Europa bestückt. Die stärken des Unternehmens liegen insbesondere mit einem hohen Marktanteil in den USA und mit einer starken Akzeptanz im asiatischen Raum. Dort ist Yahoo neben Alibaba auch an Yahoo Japan beteiligt. Allgemein wird dem asiatischen Markt ein hohes Wachstum zugetraut. Bisher ist der Anteil der Internetnutzer im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung noch vergleichsweise gering und bietet bei weiterer Verbreitung enormes Potenzial.

Ziel der Übernahme, die gemeinsam mit Blackstone & Bain sowie der Softbank gestämmt werden könnte, sei eine Aufteilung der Yahoo-Anteile. So will Alibaba seinen eigenen Anteil zurück kaufen, während Blackstone & Bain das US-Geschäft übernehmen wollen. Die Softbank interessiert sich hingegen für den Anteil von Yahoo Japan.

Wie sich die Verhandlungen weiter entwickeln, darf man mit Spannung verfolgen. In jedem Fall werden in den kommenden Monaten die Weichen für die zukünftige Entwicklung von Yahoo gestellt. In der aktuellen Situation erweist sich das Unternehmen zwar durchaus profitabel, konnte aber nicht im gleichen Maße am starken Wachstum des Internet-Geschäfts profitieren wie die Konkurrenz. Aus diesem Grund gestalten sich die Verhandlungen mit Werbepartnern schwieriger. Die ebenfalls unklare Ausrichtung, die stets zwischen den beiden Geschäftsmodellen selbst Inhalte anzubieten und fremde Inhalte zu bündeln schwankte, dürfte ebenfalls mit für die träge Entwicklung verantwortlich sein.


[rl]







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