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AMD Dokumente verraten Details zu Trinity- und Vishera-Prozessoren

Prozessoren | 30.01.2012, 11:01
In der bisherigen Berichterstattung zu AMDs kommenden Prozessoren ging man stets davon aus, dass sowohl die für Mitte des Jahres geplanten Trinity-APUs als auch die etwas später anstehenden High-End-Ableger namens Vishera auf der gleichen Prozessorarchitektur – nämlich Piledriver – aufsetzen würden. Wie offizielle AMD Dokumente nun jedoch darlegen, werden die Trinity-APUs nicht alle Neuerungen erfahren, die Vishera bieten wird. Letztere dürfen sich auf zahlreiche Verbesserungen und maximal 5 Module freuen.

In der neusten Version des "Software Optimization Guides" geht AMD nicht nur auf die aktuellen Ableger auf Basis der Bulldozer-Architektur (Bezeichnung: 00h-0fh) sondern auch auf zwei künftige Versionen 10h-1fh und 20h-2fh. Dabei erwähnt man, dass die Produkte auf Basis der Familie 10h-1fh keinen L3-Cache besitzen werden und maximal über zwei Prozessormodule verfügen sollen. Dies legt den Schluss nahe, dass es sich hierbei also um die kommenden Trinity-APUs handeln wird.

Die später folgenden High-End-Modelle firmieren hingegen unter dem Denkmantel 20h-2fh. Ihnen wird AMD wohl bis zu fünf Prozessor-Module spendieren und sogar ein Speicherkontroller mit vier Speicherkanälen ist vorgesehen. Ob dieser allerdings in der Desktop-Variante voll funktionsfähig sein wird ist fraglich. Im Sockel AM3+ ist dies jedenfalls nicht möglich, denkbar wäre jedoch eine Art "Extreme Edition", die den vollen Ausbau bereitstellt, dafür aber nur in speziellen (Server)-Mainboards lauffähig ist.

Neben den großen Unterschieden zwischen Trinity und Vishera geht der SOG jedoch auch auf die kleinen Feinheiten im Bereich der Prozessor-Module ein. Und genau hier zeigt sich, dass entgegen der bisherigen Annahme, beide Versionen unterschiedliche Prozessormodule verwenden werden. Die wesentlichen Unterschiede beziehen sich dabei auf die AGNs (Adress Generation Units) in den Integer-Clustern. Diese werden bei Vishera neben den bisherigen Befehlen auch die Operationen BEXTR, MOV, XADD und XCHG unterstützen. Insbesondere die Unterstützung von Schiebebefehlen von einem Register zu einem anderen (MOV Reg,Reg) könnte einen deutlichen Performance-Schub mit sich bringen, denn MOV-Befehle gehören zu den am meist genutzten x86-Operationen. Trinity wird hingegen – ebenso wie die aktuellen Bulldozer-Versionen – diese Befehle nur in den gewöhnlichen ALUs ausführen können.

Familie0xh1xh2xh
ProduktZambeziTrinityVishera
Architektur-CodenameBulldozerPiledriver (?)?
Prozessor-Modulemax. 4max. 2max. 5
L3-Cachejaneinja
L1-DTLB32 Einträge64 Einträge64 Einträge
Load-Store-Queue40 Einträge44 Einträge44 Einträge
AGN-Support für BEXTR, MOV, XADD, XCHGneinneinja
16-bit FP-Supportneinjaja
FMA3-Supportneinjaja
Bit-Manipulation-Supportneinjaja
DDR3-Kanäle22max. 4


Darüber hinaus werden beide Versionen, also Trinity und Vishera, einige Verbesserungen gegenüber den aktuellen Bulldozer-Prozessoren erhalten. Dazu zählen ein doppelt so großer L1-Daten-TLB (Translation Lookaside Buffer), eine Load-Store-Queue, die nun 44 statt 40 Einträge fasst, und die Unterstützung für FMA3-, F16C, TBM (Trailing Bit Manipulation) sowie BMI-Befehle (Bit Manipulation).

Warum sich AMD dazu entschlossen hat, Trinity und Vishera mit unterschiedlichen Mikroarchitekturen antreten zu lassen, ist indes nicht bekannt. Vermutlich sieht man jedoch in der Taktik der kleinen Schritte Vorteile, weil so Trinity früher auf den Markt kommen kann. Und schlussendlich ist natürlich noch nicht bekannt, wie viel die Verbesserungen im Bereich der Integer-Cluster wirklich wert sind. Ebenfalls unklar ist, ob AMD intern nun beide Versionen noch unter dem Codenamen Piledriver laufen, oder ob Vishera nun doch schon die nächste Ausbaustufe namens Steamroller enthält. Diese sollte allerdings erst 2013 antreten und dann nochmals weitere Verbesserungen besitzen.
[fo]







Stichworte zur Meldung: Piledriver Trinity Apu Steamroller Vishera Bulldozer Amd