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AMDs neuer Fokus sind die APUs - Pessimistische Aussichten für das High-End-Segment

Prozessoren | 03.02.2012, 08:47
Auf dem gestrigen "Financial Analyst Day" sprach AMD nicht nur über Finanzen und Wirtschaftlichkeit, sondern wagte auch einen Blick in die Zukunft. Dabei wurde deutlich, dass von nun an die APUs bei AMD die erste Geige spielen, danach kommen die Server-Prozessoren und das High-End-Segment im Desktop-Markt folgt erst an Position 3. Damit einhergehend, sind auch die Roadmaps für die APUs deutlich viel versprechender als jene für die klassischen CPUs.

So soll zwar noch dieses Jahr in Form der Vishera-Prozessoren die Ablösung der aktuellen FX-Generation erfolgen, doch eine Ablösung von Vishera ist offenbar nicht mehr vor 2014 geplant. Damit müssen wohl vorerst die Piledriver-basierten Vishera-Modelle die Kohlen im High-End-Bereich aus dem Feuer holen. Doch ob das angesichts der sehr starken Konkurrenz gelingen kann, scheint fraglich.

Enttäuschend ist zudem, dass AMD im Zusammenhang mit Vishera auf den neuen Roadmaps nur von maximal 4 Modulen spricht. Die Hinweise auf 5-Modul-Versionen aus dem aktuellen "Software Optimization Guide" (SOG) scheint damit zumindest im Desktop-Segment hinfällig zu sein. Gut möglich, dass somit jedoch auch andere Informationen aus dem SOG, wie etwa die Optimierungen an den AGN-Einheiten, nicht in Vishera enthalten sein werden.

Bild: AMDs neuer Fokus sind die APUs - Pessimistische Aussichten für das High-End-Segment

Da AMD auch im Server-Segment offenbar keine 5-Modul-Varianten plant und auch kein natives Speicherinterface mit 4 Kanälen vorsieht muss man den SOG tatsächlich mit größter Sorgfalt betrachten. Gut möglich, dass Piledriver letztendlich ganz anders aussieht als es der SOG aktuell vorgibt.

Im Server-Segment wird sich dabei ähnlich wie im High-End-Desktop-Bereich nicht besonders viel tun. Zwar erhalten auch hier die Modelle Ende diesen Jahres ein Update auf die Piledriver-Architektur, doch mehr Module, oder ein größeres Speicherinterface sucht man wie erwähnt wohl vergeblich.

Bild: AMDs neuer Fokus sind die APUs - Pessimistische Aussichten für das High-End-Segment

Ganz anders sieht es hingegen bei den APUs aus, die sowohl im Desktop- als auch im Mobil-Segment von nun an AMDs Zugpferd sein sollen. 2012 steht dabei mit den Trinity-APUs die erste große Neuerung im Mainstream-Bereich an, die 2013 dann durch Kaveri abgelöst werden sollen. Das besondere an Kaveri ist dabei, dass diese APUs schon auf der Steamroller-Architektur basieren werden und zudem in einer 28-nm-Fertigung entstehen sollen. Man darf sich also auf einen deutlichen Leistungssprung freuen. AMD gibt sicher hier zuversichtlich und will beim Zusammenspiel der Prozessorkerne und der integrierten Grafikeinheit 1 TFlop/s an Rechenleistung überbieten.

Das Einstiegs-Segment bekommt 2012 hingegen noch keine neue Architektur spendiert. Erst 2013 lösen die Kabini-APUs mit "Jaguar"-Kernen die aktuellen Bobcat-Lösungen ab. Da diese jedoch der Konkurrenz in vielen Bereich voraus sind, erscheint es uns nur logisch, dass AMD erst einmal so viele Ressourcen wie möglich im Mainstream-Bereich bündeln möchte.

Bild: AMDs neuer Fokus sind die APUs - Pessimistische Aussichten für das High-End-Segment

Die Grafiklösung wird im übrigen bei allen 2013-APUs auf der neuen GCN-Architektur aufsetzen, die auch die neue Radeon-HD-7000-Serie besitzt. Neben einem Shader-Plus durch verkleinerte Strukturen (28nm statt 32nm) und die Architektur-Verbesserungen sollte man also auch für die integrierte Grafikeinheit der 2013-APUs ein deutliches Performance-Plus erwarten.

Bis dahin ist es allerdings noch ein langer und steiniger Weg. Der Erfolg der APUs wird dabei nicht zuletzt auch davon abhängen, ob AMD den Umstieg auf die 28-nm-Fertigung, sei es nun bei TSMC oder Globalfoundries, besser hinbekommt als jenen auf die 32-nm-Technologie. Ebenso entscheidend wird im Mainstream-Segment jedoch auch das Leistungspotential der Piledriver- und Steamroller-Architektur sein, die nämlich im Grund nichts anderes sind als leicht verbesserte Bulldozer-Varianten. Ob das 2012 bzw. 2013 ausreicht um gegen Intels "Ivy Bridge" und "Haswell" zu bestehen, muss sich erst noch zeigen.
[fo]







Stichworte zur Meldung: Server Steamroller Piledriver Bulldozer Prozessor Apu Roadmap Amd High-end
 
9 Kommentare

Re: [News] AMDs neuer Fokus sind die APUs - Pessimistische Aussichten für das High-End-Segment

Gast
(vom 03.02.2012 um 09:15)
Interessant dürfte werden, ob überhaupt noch großartig in die Weiterentwicklung des hausinternen High-End-Segments investiert wird oder ob man eben nur noch die Produkte (ab)verkauft, in die ohnehin bereits massig Entwicklungsressourcen geflossen sind. Kapitulationsverzögerung und schleichender Rückzug vom Schlachtfeld sozusagen, außerdem kann man den Servermarkt nicht mit APUs bedienen und muss den Rückzug aus diesem ebenfalls möglichst langsam gestalten, bevor die APU-Umsätze das Ganze kompensieren können.

Das Unternehmen AMD wird wohl weiterbestehen, aber auf schlagende Prozessorarchitekturen braucht man nicht mehr zu hoffen. Den "Patriotenbonus" in Deutschland sollten die Fans langsam ruhig auch einmal überdenken, denn die Bindung an GF in Dresden wird zunehmend abgebaut. Tja, unser "gutes, altes AMD" wurde an die Wand gefahren und die neue APU-Company zielt auf andere Felder.



P.S. Captcha eben:
Frage: Wie viele Kerne hat ein Quadcore?
Antwort: AMD oder Intel?

Re: [News] AMDs neuer Fokus sind die APUs - Pessimistische Aussichten für das High-End-Segment

Rick
(vom 03.02.2012 um 10:26)
Ich find das auch relativ erschreckend, insbesondere weil damit Intel eine Monopolstellung im >800 euro Desktopbereich bekommt.
Komplett auf den mobilen Bereich zu setzen ist grade fuer AMD gewagt, da AMD noch nie wettbewerbsfaehige mobile CPUs auf dem Markt hatte - Da muessen die APU's schon brilliant (fuer AMD-Verhaeltnisse) werden.
Hinzu kommt auch, dass man mit den APU's keinen echten Markt anspricht, meiner Meinung nach. Jeder der ernsthaft spielt, wird sich weiter eine dedizierte Grafikkarte kaufen, jeder der nicht ernsthaft spielt, ist meistens auch mit ner HD2000 gut bedient - und bekommt dazu eine effizientere CPU. Den Markt dazwischen gab es vorher nicht, und ich sehe AMD's Angebote nicht wirklich attraktiv. Llano mit zwei hochgetakteten Kernen und dafuer mehr Flaeche fuer die GPU waere interessanter gewesen fuer die vermeintlichen Gelegenheitsspieler, dafuer haette man dann vielleicht aber 150W TDP anpeilen sollen um tatsaechlich auch mal eine GTS450 zu ueberbieten.

Insgesamt liest sich das jedenfalls als Kapitulation mit Flucht in die Wildnis. Ich glaube kaum, dass der ARM-Markt einen kompletten Neuling mit offenen Armen aufnimmt, Samsung, TI, Marvell, Qualcomm und nVidia sind AMD um Einiges voraus und haben entsprechende Rahmenvertraege.

Intel's Tick-Tock war dann trotz Verzoegerungen einfach zu zermuerbend fuer die kleinere Firma.
Ich fuerchte, dass AMD nun zum Cyrix oder VIA der 2010er wird und nur noch low budget CPU's mit minimalem R&D-Aufwand produziert, damit man irgendwie Wettbewerbsfaehig bleibt. Vielleicht seh ich die Ankuendigungen aber auch zu schwarz.

Re: [News] AMDs neuer Fokus sind die APUs - Pessimistische Aussichten für das High-End-Segment

magellan
(vom 03.02.2012 um 18:48)
als die HD 3000.
Die Llanos sind Stromschlucker und ineffizient, und die Treiber sind auch kein Argument  ;D

Re: [News] AMDs neuer Fokus sind die APUs - Pessimistische Aussichten für das High-End-Segment

SPARC64
(vom 03.02.2012 um 22:21)
Was ich schon beim SOG Artikel fragen wollte, wieso steht da überall AGN und nicht AGU ?

Ihr schreibt doch selbst:
AGNs (Adress Generation Units)

Also wo das "N" herkommt, würde mich brennend interessieren ;-)

Re: [News] AMDs neuer Fokus sind die APUs - Pessimistische Aussichten für das High-End-Segment

LoRDxRaVeN
(vom 04.02.2012 um 21:23)
Bzgl. APU wird hier offensichtlich komplett vergessen, das es sich dabei (zumindest mittelfristig) nicht um eine CPU mit onDIE GPU handelt, die rein für klassiche GPU-Anwendungsfälle vorgesehen ist. Heute klappt es zwar in kaum einen Fall, dass man aus GPGPU einen praktischen Nutzen zieht, aber das heißt noch lange nicht, dass dieses Konzept falsch oder gar gestorben ist.
Anhand der GFlops kann man ja einfach das Potential erahnen, wo man dumm wäre, wenn man dieses nicht auszuschöpfen versuchen würde.



Dann erklär' mir mal warum...