Vor wenigen Tagen verbreitete sich ein Gerücht im Web, wonach AMD in Zukunft nicht nur bei GLOBALFOUNDRIES Prozessoren fertigen lassen möchte, sondern auch bei IBM. Genauer besagt das Gerücht, dass IBM einen Teil der Fertigung der kommenden Trinity-APUs übernehmen soll, um eine bessere Verfügbarkeit als bei den aktuellen Llano-APUs zu gewährleisten. Bei exakter Analyse der Sachlage stellt man jedoch schnell fest, dass es dazu wohl eher nicht kommen wird.
Doch der Reihe nach. Vor zwei Tagen meldete
xbitlabs unter Berufung auf den neuen AMD-Chef Rory Read, dass AMD einen Teil seiner kommenden Trinity-APUs bei IBM fertigen lassen will. Ziel soll dabei sein, eine bessere Verfügbarkeit als bei den aktuellen Llano-APUs zu erreichen. Diese Aussage machte man dabei an einem Zitat fest, in welchem Rory Read IBM als Partner bei der Datenanalyse von Testchips erwähnt hat.
"We win together, we have partnership in good times and in difficult times. What we are seeing is a focus on execution running test chips through the [production] line to gather the data [...] with partners from IBM and Globalfoundries"
In die gleiche Bresche springt auch die
VR-Zone, die auf dem Financial Analyst Day von AMD diese Information erhalten haben will. Allerdings ist in keiner der von AMD bereitgestellten Video-Aufzeichnungen davon zu hören. Alles also nur ein Missverständnis?
Bei genauer Betrachtung des von xbitlabs gebrachten Zitates stellt man schnell fest, dass IBM eben nur als Partner, aber nicht als Fertiger ins Spiel gebracht wird. Und dies ist schon seit mehreren Jahren so. Als AMD noch selbst zahlreiche Fertigungslinien besaß entwickelten IBM und AMD in einer Allianz zu der auch Samsung und STMicroelectronics gehören die SOI-Technologien für zahlreiche Prozessoren. Mittlerweile hat GLOBALFOUNDRIES AMD in dieser Allianz abgelöst, aber dennoch arbeitet man sehr eng zusammen. Dies bestätigte auch Rory Read bereits letztes Jahr anlässlich der Bekanntgabe der Quartalszahlen zum dritten Quartal 2011
"we're making steady and clear progress day after day, week after week. And we're working with some really outstanding technical leaders from here in AMD, our partners like GLOBALFOUNDRIES, but also key partners like IBM and PDF. And we're going machine by machine, step by step to improve that activity and our yields." (Quelle:
Seekingalpha)
Betrachtet man nun beide Aussagen zusammen, so ergibt sich ein sehr schlüssiges Bild. GLOBALFOUNDRIES wird wohl auch weiterhin alle Prozessoren für AMD fertigen, abgesehen von den kleinen Brazos-APUs, welche bei TSMC hergestellt werden. Dabei wird man jedoch einen sehr engen Kontakt zu IBM pflegen um die Fertigung zu verbessern und damit eine höhere Ausbeute zu gewährleisten. Dabei wird GLOBALFOUNDRIES vermutlich auch auf die neue Fab8 in Malta (New York State, USA) zurückgreifen, die man gemeinsam mit IBM betreibt um die Kosten zu senken. Eine unmittelbare Großfertigung von AMD-Produkten bei IBM ist hingegen aus unserer Sicht nicht vorgesehen. Vielmehr wird wohl einfach alles so bleiben wie es aktuell bereits ist.
[fo]