Los
  Nachrichten

 Speicherpreise fallen unter Herstellungskosten

Wirtschaft | 21.10.2008, 17:13
Gerade mal eine Woche ist es her, dass mit Qimonda der erste große Speicehrhersteller die Segel strich und den Ausstieg aus der DRAM-Fertigung für PC-Hauptspeicher bekanntgab. Doch auch den anderen Herstellern geht es nicht besser, die Preise erholten sich nicht und sind nun unter jede Vernunftgrenze gefallen.

Aus einer Marktübersicht, die heute bei DRAMeXchange veröffentlicht wurde, dass der Verkaufspreis für das derzeitige Massenprodukt in Form von 1Gb DDR2/667-Chips zwischen 6. Mai und 17. Oktober von 2,29 US-$ auf nurmehr 1,13 US-$ im Spot-Markt eingebrochen ist. Einzelne Hersteller versuchen gar mit Kampfpreisen unter 1 US-$ ihre Waren überhaupt an den mann zu bringen. Damit liegt der Preis unterhalb der Herstellungskosten, die etwa 1,30 US-$ betragen. Die einzige Lösung bleibt hier die Produktion noch weiter als bislang angekündigt zurückzufahren, um damit das Preisniveau wieder anzuheben. Doch auch hier wird die allgemeine Wirtschaftskrise durch geringere Nachfrage und hohe Lagerbestände sichtbar.

DRAMeXchange beziffert den Überhang der produzierten Speicherchips verglichen zur Nachfrage um etwa 10%. Bei momentanen Lagerbeständen würde selbst ein Abbau von Fertigungskapazitäten in Höhe von 30% erst mit einer Verzögerung von einem Quartal überhaupt sichtbar. Dazu kommt, dass bereits ein einziger Hersteller mit einer Verweigerungshaltung selbst diese Entwicklung zunichte machen könnte und ein Überangebot bestehen bliebe.

Einzig eine langfristige Kürzung um mindestens 20% und ein Verschieben von 55 nm-Prozessen und damit der Menge pro Wafer produzierter Chips sollte ein Gleichgewicht wiederherstellen können, womit die Preise wieder auf ein überlebensfähiges Niveau steigen würden. Laut DRAMeXchange werden derzeit jeden Monat durchschnittlich 1,24 Millionen Wafer mit DRAMs gefertigt, wovon die von Qimonda bei Inotera abgekündigten Kapazitäten etwa 100.000 Wafer/Monat entsprechen würden.

So oder so sieht der Ausblick auch im vierten Quartal des Jahres nicht rosig aus und es steht zu erwarten, dass nach Qimonda auch noch andere Hersteller in Schwierigkeiten kommen.

[tm]





  Aktuelles





 Anzeige

 Top-Produkte im Preisvergleich


Partner von Fantastic Zero