Seit der
Beschlagnahmung der Domain kino.to gab es bereits
erste Verurteilungen. Nun läuft vor dem Landgericht Leipzig die Verhandlung gegen den Chef-Programmierer der Seite, welcher ein umfassendes Geständnis abgelegt hat.
Der jetzt 29 Jahre alte Mann aus Hamburg schuf 2008 die erste Version von kino.to und erhielt dafür 500 Euro sowie Cola und Zigaretten. Doch der Erfolg des Portals und seine äußerst wichtige Position machten ihn zum zweiten Mann hinter dem Chef. In der letzten Zeit von kino.to erwirtschaftete der Programmierer rund 50.000 Euro Monat mit seiner Tätigkeit. Der Verdienst des Portals wurde vor allem durch Werbeeinnahmen und den Verkauf von Premium-Accounts erwirtschaftet.
In seinem Geständnis betonte der Mann, dass er nicht geglaubt hatte etwas Illegales getan zu haben. Vielmehr ging er davon aus, dass er sich in einer rechtlichen Grauzone bewegte. Letztlich vermutete der Angeklagte, dass seine gute Position bei kino.to vor allem deshalb bestand um als Deckung für den eigentlich Drahtzieher zu fungieren.
Wie auch den anderen Angeklagten, wird mit Programmierer gewerbsmäßiger, unerlaubter Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke in mehr als 1,1 Millionen Fälle vorgeworfen. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe, welche durchaus höher Ausfallen könnte als bei den bisherigen Urteilen. Dabei kann das Geständnis allerdings auch mildernd berücksichtigt werden.
Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) wertet das Verfahren als Erfolg und hofft so auch für Abschreckung zu sorgen. Doch im Internet scheint man davon wenig beeindruckt. Neben weiteren Portalen, welche ähnliche Dienste anbieten, war auch kino.to nach wenigen Wochen unter leicht veränderten Namen wieder
erreichbar.
[dk]