Seit Dienstag setzt Microsoft das bereits
angekündigte Programm
Windows Genuine Advantage (WGA) in China ein und sieht sich dadurch heftiger Kritik ausgesetzt, welche bis hin zu massiven Beschwerden gegen den Konzern geht. Dem versucht Microsoft jetzt mit klärenden Worten entgegen zu treten.
WGA lässt die Bildschirme von nicht lizenzierten XP-Versionen schwarz werden und zeigt dabei einen Warnhinweis. Zwar lässt sich der schwarze Bildschirm wieder ändern, aber nach gut einer Stunde erscheint dieser wieder. Ein ähnliche Phänomen tritt auch bei Office-Programmen von Microsoft auf. Erst nach 45 Tagen hört die Warnfunktion endgültig auf.
Gegen diese Funktion hat nun der Anwalt Dong Zhengwei zusammen mit dem Ministerium für öffentliche Sicherheit
Beschwerde eingereicht und bezeichnet die Redmonder als "größten Hacker in China", da dieser auf fremde Computer ohne Einwilligung oder gesetzliche Autorisierung zu greifen. In einer
Umfrage schlossen sich knapp 12 Prozent der Meinung des Anwalts an. Rund 90 Prozent der Befragten sehen die Schuld für den Gang zur Illegalität bei Microsoft, welche ihre Preise senken sollten. Zu dieser Ansicht kommt auch die China Software Industry Association (CSIA), welcher sich der Kritik anschloss.
Microsoft sieht sich im Recht, schließlich sind auf 90 Prozent der chinesischen Computer Windows-Produkte installiert und ein sehr hoher Anteil davon ist eben illegal oder zumindest nicht aktiviert. Dennoch sprechen die Redmonder im Zusammenhang mit WGA von Missverständnissen, so kann man die Installation des Programms
ablehnen. Außerdem
betonte man, dass keine persönlichen Daten gesammelt werden und auch die Funktion des Computers wird nicht beeinträchtigt.
Ob diese Erklärungsversuche für Verständnis sorgen ist jedoch fraglich. Der Software-Riese gerät immer wieder in die Kritik ihrer Monopol-Stellung auszunutzen und im Zusammenhang mit WGA sprechen sich mittlerweile viele für einen Boykott von Microsoft-Produkten aus.
[dk]