Samsung hat am heutigen Donnerstag Abend an einem groß angelegten Event in London das von vielen langersehnte Super-Smartphone "Galaxy S3" offiziell vorgestellt. Dabei wurden einerseits viele bereits kursierende Gerüchte bestätigt, andererseits vor allem auf Seiten der Software hilfreiche und bisher noch nie dagewesene Features vorgestellt. Das wohl beeindruckendste dürfte das integrierte Augentracking sein. Abermals wird bereits jetzt von Seiten der Presse die Bezeichnung "iPhone-Killer" ausgerufen.
An das Spektakel in London waren insgesamt knapp 2000 Gäste geladen, welche allesamt auf die Vorstellung des Nachfolgers des Kassenschlagers der Galaxy-Reihe lange gewartet haben. Doch auch nicht geladene Gäste konnten das Event in einem eigens eingerichteten Live-Stream mitverfolgen. Jean-Daniel Ayme, Vize President für Samsungs europäische Mobilfunk-Sparte, ließ endlich die Katze aus dem Sack und präsentierte fast schon in Apple-Manier das begehrte Galaxy S3.
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Das Display
Das Galaxy S3 besitzt einen 4,8 Zoll großen Super AMOLED Bildschirm und ist somit ein halbes Zoll größer als das Display des direkten Vorgängers. Auch die Auflösung wächst von 800 x 480 auf 1280 x 720 Pixel und bietet damit eine native HD-Auflösung. Aufgrund des größeren Bildschirms wachsen die Abmessungen auf 136 x 70,6 x 8,55 mm (Höhe/Breite/Tiefe). Beeindruckend ist die Breite die im Vergleich zu den 66,1 mm des Galaxy S2 kaum gewachsen ist. Auch bei der Dicke des neuen Geräts muss man kaum Abstriche machen: Das Galaxy S3 ist um 0,06 mm dicker als das S2 – vernachlässigbar. Beim Gewicht legt man ebenfalls etwas zu – ein Gesamtgewicht von 133 g macht es um 3 g schwerer als das S2. Dies dürfte allerdings dem größeren Akku geschuldet sein, welcher nunmehr über 2100 mAh an Kapazität besitzt – der Akku des S2 hatte noch 1650 mAh.
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Unter der Haube
Im Inneren des Galaxy S3 schlummert der bereits letzte Woche vorgestellte Exynos 4412 SoC mit einer Taktfrequenz von 1,4 GHz und 1 Gigabyte DualChannel-DDR2-RAM. Bezüglich der GPU haben sich die Gerüchte, es handle sich um eine höher getaktete Version der Mali 400MP GPU, bewahrheitet. Andererseits haben sich Gerüchte zu einer 12 Mpixel Kamera an der Rückseite nicht bewahrheitet – diese verfügt wie der Vorgänger auch über "nur" 8 Mpixel. Dafür soll Verschlussmechanik deutlich leistungsfähiger sein und bis zu 3,3 Bilder pro Sekunden schießen. Diese wird durch ein neues Features namen "Best Photo" auch ausgenutzt in dem das neue Smartphone eine Bilderreihe von einem Motiv innerhalb weniger Sekunden macht und automatisch ohne Zutun des Anwenders die beste Aufnahme auswählt. Full-HD-Video-Aufnahmen sind wie beim Vorgänger auch möglich, wobei bisher nicht bekannt ist bei welchen Bildwiederholraten. Zudem ist die Kamera mit einem LED-Blitz, einem Belichtungssensor, sowie einem elektronischen Bildstabilisator ausgestattet, welcher nun auch in Videos aktiv ist.
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Schau mir in die Augen, Kleines!
Auf der Frontseite der Geräts befindet sich eine Kamera mit einer Auflösung von 1,3 Mpixel welche zusätzlich Videoaufnahmen in 720p bei 30 FPS macht – dies ist grundsätzlich kein revolutionäres Feature, doch Samsung macht die meist kaum genutzte Frontkamera zum Kernelement eines neuen Bedienkonzept: Augentracking. Was sich erst einmal revolutionär anhört, entpuppt sich eher als nettes und brauchbares, aber eher kleines Feature. Das S3 ist mittels der Frontkamera in der Lage festzustellen, ob das Display gerade betrachtet wird oder nicht. Allzu häufig springt während des Lesens einer Webseite oder einer Email der Energiesparmechanismus moderner Smartphones an und schaltet je nach Einstellung nach einer bestimmten Zeit ohne Benutzerinteraktion das Display aus. Durch die Verfolgung der Augen können solche Situation zukünftig verhindert werden.
Kontaktfreudig
In Sachen Konnektivität ist das Galaxy S3 auf der Höhe der Zeit und bietet mit NFC, Bluetooth 4.0, WLAN-N, Quadband-GSM und Micro-USB fast alle relevanten Schnittstellen. Das Galaxy S3 wird es je nach Land in verschiedenen Versionen geben – während das deutsche Modell lediglich HSPA+ mit maximal 21 Mbit im Downstream integriert haben wird, soll das US-Modell mit dem deutlich schnelleren LTE-Funkstandard ausgestattet werden. Grund für diese Entscheidung ist angeblich die zu unterschiedliche Verteilung der LTE-Frequenzen in Europa. Auch mit an Bord ist das Feature "WiFi-direct", durch welches sich der Bildschirminhalt klonen und drahtlos auf einen kompatiblen Fernseher streamen lässt. Zustzlich ist das Galaxy S3 mit einer Vielzahl an Sensoren für Beschleunigung, Himmelsrichtung, Position, Luftdruck und einigen weiteren ausgestattet.
Offizieller Werbe-Clip
Siri lässt grüßen
Doch die wirklichen Neuerungen betreffen vor allem die Software. Das Galaxy S3 wird mit dem aktuellen Betriebssystem Android 4.0 aka "Ice Cream Sandwich" ausgeliefert, welches allerdings um eine Reihe von zusätzlichen Features erweitert wurde. Die bereits vom Galaxy S2 bekannte Sprachsteuerung wurde deutlich aufgebohrt und versteht ähnlich wie Apples "Siri" nunmehr semantische zusammenhänge. Dabei kann die "Voice S" genannte Sprachsteuerung auch aus dem Standby heraus aktiviert werden, indem bspw. "Hallo Galaxy" gesprochen wird. Anschließend können Suchanfragen gestartet, Kontakte angerufen oder Nachrichten geschrieben werden. Voice S soll multilingual sein und italienisch, deutsch, britisches englisch, amerikanisches englisch oder koreanisch verstehen.
Mit dem integrierten Kameramodul gemachte Schnappschüsse von Personen werden mit einer Gesichtserkennung analysiert und bekannte Kontakte automatisch getaggt – mit einem einfachen Klick kann dann den entsprechenden Personen per Email oder MMS das Foto zugeschickt werden. Ein weiteres interessantes Feature ist der "In-call sound equalizer" welcher während eines Telefonats die Stimme des Gegenüber hervorhebt und verständlicher macht. Gleichzeitig mit dem Galaxy S3 wurde auch Zubehör für das neue Gerät vorgestellt. Eine Besonderheit stellt dabei die berührungslose Ladestation dar, welche mittels Induktion den Akku des Smartphone lädt – dazu muss das Telefon nur auf die Ladeplatte gelegt werden.
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Verfügbarkeit & Preise
Das Galaxy S3 soll Ende Mai zunächst in Europa erscheinen und in verschiedenen Speicherausstattungen zwischen 16 und 64 GB verfügbar sein. Der Speicher kann zudem mittels einer micro-SD-Karte um weitere 64 GB erweitert werden. Das als "Hyperglaze" bezeichnete Design des Geräts soll in den Farben Blau und Weiß zur Verfügung stehen. Eine offizielle Preisangabe machte Samsung bisher nicht, allerdings dürfte sich der Preis im hohen Bereich von 550-700 Euro bewegen – erste Listungen für das blaue Modell mit 16 GB Speicher liegen bei knapp 600 Euro. [ms]