Nachrichten

Deutschland soll 10 Millionen Euro Strafe pro Monat zahlen

Wirtschaft | 31.05.2012, 13:52
Bereits zu Beginn diesen Jahres wies die EU deutlich darauf hin, dass Deutschland mit der Umsetzung der EG-Richtlinie zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung im Verzug ist. Nun hat die EU Deutschland verklagt und fordert 10 Millionen Euro Strafe pro Monat.

Die ursprüngliche Umsetzung der Richtlinie war vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden, da es bei der Umsetzung Mängel im Bereich des Zugriffs auf die gespeicherten Daten und im Bereich der Datensicherheit gab. Mit dem Regierungswechseln zeigte sich dann die FDP, als neuer Koalitions-Partner der CDU, nicht sonderlich kooperativ und pocht im Grunde auf die Quick-Freeze-Methode, welche aber von der EU-Kommission wiederum eindeutig als unzureichend abgelehnt wird.

Doch nicht nur die Uneinigkeit zwischen den Koalitions-Partnern hemmt die Umsetzung der Richtlinie. Auch die EU-Kommission trägt hier im nicht unerheblichen Maß bei, denn die stets umstrittene Richtlinie soll nun erneut überarbeitet werden. Das Ergebnis der Neuauflage wird bereits in diesem Sommer erwartet und die FDP, allen voran Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, hofft, dass sich die neue Fassung mehr an den Vorstellung der Partei orientiert. Zudem will man mit der Umsetzung warten, damit man die Bürgern nicht unnötig in ihren Rechten beschneidet. Etwaige Strafzahlungen will man bis dahin in Kauf nehmen.

Dies entspricht auch der Vorstellung der Wirtschaftsverbänden, welche kürzlich darauf hinwiesen, dass eine Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung der Wirtschaft mehr Kosten verursachen würden als vermeintliche Strafen durch die EU. Dabei gingen die Wirtschaftsverbände allerdings von einer maximalen Strafe von 32 Millionen Euro aus und nicht von einer monatlichen Strafe.

Sowohl die Wirtschaftsverbände als auch die Bundesregierung sind sich im Tenor jedoch einig und sehen, auch nach Erhebung der Klage, keinen Anlass eine voreilige Umsetzung der Richtlinie zu entwickeln. Zudem muss auch abgewartet werden, wie die Richter den vorliegenden Fall betrachten werden. Im Hinblick auf die recht wechselhafte Richtlinie könnte man hier durchaus die zurückhaltende Linie der Bundesregierung gutheißen.
[dk]







Stichworte zur Meldung: Klage Eu Kommission Duetschland Bundesregierung Umsetzung Verzug Daten Vorratsdatenspeicherung Strafe Gericht
 
12 Kommentare

Re: [Wirtschaft] Deutschland soll 10 Millionen Euro Strafe pro Monat zahlen

Jonny1983
(vom 31.05.2012 um 19:27)
An wen fließen die 10mio und was wird damit gemacht?

Re: [Wirtschaft] Deutschland soll 10 Millionen Euro Strafe pro Monat zahlen

Gast
(vom 01.06.2012 um 08:22)
Die Diäten erhöht, den EU-Politikern gehts ja so schlecht. Gibts denn in anderen EU-Staaten überhaupt schon eine Vorratsspeicherung? Ich finde es durchaus nervend, dass das Zugpferd der europäischen Union immer noch mehr leisten muss. Es bleibt jedenfalls interessant bis zum Urteil.
Wenn allerdings die Strafe durchkommt, darf man wohl sehr am Verstand des Richters bzw. an dessen Korruptheit zweifeln und Deutschland sollte sich weigern die Strafe zu zahlen (auch wenns unmöglich ist).

Re: [Wirtschaft] Deutschland soll 10 Millionen Euro Strafe pro Monat zahlen

Robert
(vom 01.06.2012 um 09:23)

Wahrscheinlich in den EU-Topf und damit zu Teilen wieder zurück nach Deutschland.

Re: [Wirtschaft] Deutschland soll 10 Millionen Euro Strafe pro Monat zahlen

Gast
(vom 01.06.2012 um 11:24)
Wenn die EU Deutschland wegen der Vorratsdatenspeicherung verklagt, sollte Deutschland Griechenland und die EU Kommission wegen Nichteinhaltung des Lissaboner Vertrages Art. 125 (Nichtbeistandsklausel) verklagen und zugleich Schadensersatz fordern.

In der steht das kein EU Staat für Defizite des anderen EU Staats eintreten muss und kann. Die derzeitige Lösung hölt das Prinzip der Nichtbeistandsklausel deutlich aus. Was tun die Kommissare dagegen, vielmehr was haben sie getan um zu prüfen ob Griechenland überhaupt der EU beitreten kann...die Eintrittskriterien hat da niemand abgewogen.

Sieht derzeit völlig anders aus, wir zahlen Milliarden damit Griechenland die Vorgaben zur Vorratsdatenspeicherung erfüllen kann.

Die brüsssler Demokraten sollten sich lieber um wichtige Dinge kümmern...als von wirtschaftsstarken Ländern ständig Geld für selbetsernannte unnötigen Gesetzeslagen zu fordern, die auch noch fehlerhaft und nicht umsetzbar sind.

Alle in einen Sack und mit dem Knüppel drauf...man trifft sicher nie den Falschen...

Re: [Wirtschaft] Deutschland soll 10 Millionen Euro Strafe pro Monat zahlen

Gast
(vom 01.06.2012 um 12:00)
@Vorgast

Dir ist schon klar dass der Lissaboner Vertrag durch ESFS und ESM, die Souveränität eines jeden Mitgliedstaates ohnehin faktisch ausgehebelt wurde/wird und wir genau das unserer Politdarstellern zu verdanken haben?

Zum Thema:

Nur 10 Millionen monatlich? Wen interessiert das? Unser Geldsystem basiert auf Schulden. Zur Not wird gedruckt bis sich die Balken biegen.

Bitte weiter ignorieren.