In unseren
NVIDIA GeForce-GTX670-Tests haben wir diesen Produkten durch die Bank eine Idle-Leistungsaufnahme zwischen 21 und 23 Watt bescheinigt. Das steht entgegen Aussagen des Herstellers selbst, welcher bei GTX 680 und GTX 670 eine Idle-Leistungsaufnahme von zirka 14 bis 15 Watt im Last freien Betrieb spricht. Wir haben die letzten Tage umfangreiche Tests angestellt und herausgefunden, worauf die von uns gemessenen, höheren Werte zurück zu führen sind, aber auch, dass diese mit dem neuen
Treiber 301.42 WHQL beseitigt sind.
Nehmen wir uns beispielsweise die EVGA GeForce GTX 670 SC, welche auf NVIDIAs Referenzdesign aufsetzt, so erzielte diese in unseren Messungen eine Idle-Leistungsaufnahme von knapp über 21 Watt. Als Auslöser für diese höhere Leistungsaufnahme konnten wir offene, mitlaufende Monitoring Tools wie z.B. den MSI Afterburner ausfindig machen. Deaktivierten wir diesen oder verkleinerten das offene Fenster schlicht auf die Task-Leiste, so reduzierte sich die Leistungsaufnahme auf knapp 16 Watt. Gleiches Verhalten konnten wir dann bei allen GTX-670-Karten, aber auch unseren GTX-680-Modellen ausmachen.
Wäre dies nun ausschließlich auf ein einziges Tool zurück zu führen, gleich ob dies nun bei AMD oder früheren NVIDIA-Serien nicht auftrat, wäre ein solches Verhalten zu verschmerzen gewesen. Vielmehr sorgte aber ein jedes Programm, welches den Bildschirminhalt neu zeichnete, für exakt das gleiche Verhalten. Das war mit der Windows-7-Uhr und aktiviertem Sekundenzeiger der Fall, oder schlicht wenn man im Word-Pad einen Text tippte. Das Verschieben von Fenstern führte zum gleichen Verhalten und der höheren Leistungsaufnahme – aus unserer Sicht also nichts, was man als Idle-Leistungsaufnahme bezeichnen kann.
| Grafikkarte | Leistungsaufnahme mit Windows Uhr | Leistungsaufnahme ohne Applikation |
| NVIDIA GeForce GTX 670 (Palit-Referenz) | 22,56 Watt | 13,82 Watt |
| ASUS GeForce GTX 670 DCU II Top | 22,35 Watt | 17,86 Watt |
| Gainward GeForce GTX 670 Phantom | 21,56 Watt | 15,92 Watt |
| EVGA GeForce GTX 670 SC | 21,18 Watt | 15,9 Watt |
| Gigabyte GeForce GTX 670 WF3 OC | 21,72 Watt | 16,11 Watt |
| EVGA GeForce GTX 680 (Referenz) | 21,75 Watt | 15,12 Watt |
Windows-Uhr dient als exemplarische Applikation für Anwendungen, welche den Windows-Desktop neuzeichnen
Damit zeichnete man bislang für diese NVIDIA-Karten ein deutlich besseres Bild in diesem Test-Modus, als tatsächlich beim Endkunden vorhanden. Unsere Überprüfungen mit AMDs aktueller Radeon-HD-7000-Serie oder einer GeForce GTX 580 zeigte dieses Verhalten nicht, oder nur in stark abgeschwächter Form von vielleicht einem Watt Abweichung. Warum das erst jetzt auffällt? Nun, wir verweisen gerne auf ein paar
allgemeine Redakteurgedanken zur Vorstellungspolitik der Hersteller.
Inzwischen können wir aber Entwarnung geben. Zum Abschluss unserer Tests prüften wir das Verhalten einiger Karten noch einmal mit dem neuen NVIDIA-Treiber der
Version 301.42 WHQL und stellten fest, dass dieses Verhalten nun offenbar erkannt und beseitigt wurde, wenngleich in den Release Notes des Treibers keinerlei Hinweise darauf zu finden sind. Mit den vorangegangenen Treibern 301.10 WHQL oder 301.33 Beta sind die Probleme aber definitiv vorhanden. Wir empfehlen daher Anwendern auf den neuen Treiber zu wechseln.
Die neuen Erkenntnisse werden wir natürlich in künftige Artikel mit einfließen lassen und selbstverständlich auch die Resultate entsprechend aktualisieren. In den älteren Artikeln werden wir ein Update hinterlegen.
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