Obwohl die verheerenden Fluten in Thailand mittlerweile über ein halbes Jahr her sind, zeigen sich nachwievor Auswirkungen im HDD-Markt. Während sich die Lieferengpässe weitestgehend aufgelöst haben, schimpfen Kunden weiterhin über deutlich höhere Preise verglichen zum Zeitraum vor der Flut. Doch ist des einen Freud bekanntlich des anderen Leid, gibt es auch eine zweite Seite der Medaille. So können die HDD-Hersteller auf ein Rekordergebnis im abgelaufenen ersten Quartal 2012 zurück blicken.
Verantwortlich dafür ist wenig überraschend der nachwievor konstant höhere Verkaufspreis. Während vor der Flur ein durchschnittlicher Preis von 51,49 US-Dollar im Raum steht, liegt er nach der Flut aktuell bei 66,28 US-Dollar. Die zwischenzeitlich horrend Hohen Preise, die teilweise beim dreifachen lagen, seien gar nicht erst erwähnt. So erlauben die aktuellen Margen den Herstellern einen Rekordumsatz von 9,63 Milliarden US-Dollar. Mit insgesamt 145 Millionen verkauften Einheiten liegt man dabei weiterhin deutlich unter den 174 Millionen vom dritten Quartal 2011. Dieses schlug übrigens mit 8,94 Milliarden US-Dollar zu Buche, also immer noch wenig als aktuell.
Mit dem abgelaufenen ersten Quartal 2012 wird sogar das bisher beste Ergebnis aus dem ersten Quartal 2010 in den Schatten gestellt, welches mit 9,3 Milliarden US-Dollar bisher auf dem ersten Platz rangierte. Wer nun einen raschen Preisverfall aufgrund der guten Zahlen erwartet wird jedoch enttäuscht. Die hohen Gewinne nutzen die Hersteller um die entstandenen Kosten durch die Flut auszugleichen. Trotz sicherlich vorhandener Versicherung werden die Hersteller nicht von Verlusten durch die Zerstörung und den Wiederaufbau verschont geblieben sein. So wird es wohl noch bis zum dritten Quartal 2012 dauern, bis sich die Preise denen von vor der Flut wieder angleichen. Dann, so wird erwartet, sollen die Produktionsmengen wieder auf den Stand von vor der Flut geklettert sein und die Hersteller müssen im Kampf um Kunden an der Preisschraube drehen.
Größter Verlierer der Flut bleibt Western Digital, die am stärksten von der Flut betroffen ihre Vormachtstellung im HDD-Markt abgeben mussten. Aktuell rangiert Seagate, auch dank der Übernahme von Samsung, mit einem Marktanteil von 46 Prozent an erster Stelle. Western Digital kommt auf 32 Prozent und Hitachi auf 11 Prozent, genau wie Toshiba. Da Western Digital vor kurzem Hiatchi komplett übernommen hat bleibt der Rückstand auf Seagate jedoch im Rahmen und die eigenen Verluste können etwas abgefangen werden. [bb]
Letzter Absatz ganz unten: "...Da Western Digital vor kurzem Hiatchi komplett übernommen hat bleibt der Rückstand auf Seagate jedoch im Rahmen und die eigenen Verluste können etwas abgefangen werden. "....