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Deutschland lässt europaweit die meisten Einträge löschen

Internet | 19.06.2012, 11:17
Aus dem jüngsten Transparency Report von Google geht hervor, dass Deutschland in Europa die meisten Anfragen zum Löschen von Sucheinträgen stellt. Auch im weltweiten Vergleich ist die Bundesrepublik im zweiten Halbjahr 2011 weit vorne gewesen.

Dabei sind es nicht nur die Behörden, welche rund 400 Blogeinträge, Suchergebnisse, Videos und Werbeanzeigen aus dem Index von Google entfernen ließen. Auch die deutschen Gerichte tragen erheblich dazu bei und forderte die Entfernung von mehr als 1300 Einträgen. Zudem wurde Google in mehr als 2000 Fällen von der Polizei dazu aufgefordert Nutzerdatensätze für laufende Ermittlungen zu übermittelt.

Google urteilt über diese Entwicklung recht pauschal und differenziert dabei auch nicht wirklich zwischen Regierung und Gerichten. Allgemein ist in einem Blogeintrag bei Google zu lesen, dass die politische Redefreiheit von diesen Löschanträgen betroffen sei und dies insbesondere auch in Staaten von welchen man dies nicht vermuten würde.

Das die Entwicklung allerdings auch anders bewertet werden kann, zeigt das Beispiel der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM). Diese benutzen seit geraumer seit ein Standard-Formular, welches zur Übermittlung von Löschanträgen genutzt wird. So vereinfacht hat die BPjM alleine 70 Videos auf YouTube beanstandet, welche gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen.

Zudem habe zahlreiche Löschaufträge auch ihre Grundlage in Urteilen. So musste Google alleine 1256 Websites, aufgrund von 42 Urteilen in Verleumdungsklagen, aus dem Suchindex nehmen. Dabei führte ein Urteil sogleich zur Löschung von 898 Sucheinträgen aus Foren und Blogs. Betroffen waren, so Google, Meinungen zu bestimmten Behörden und Beamten.

Zusammengefasst ist die Anzahl der Löscheinträge rückläufig, zumindest im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011. Gleichzeitig nimmt auch die Reaktion bei Google ab. So hat der Konzern im zweiten Halbjahr 2011 lediglich 77 Prozent der Anfragen erfüllt. Davor waren es noch 86 Prozent und zu Beginn noch 97 Prozent.
[dk]







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