Schon im Vorfeld hatte Nokia angekündigt, dass man mit dem Lumia-Smartphones im Herbst auf Microsofts Windows Phone 8 setzen wird, nun kündigt das Unternehmen zudem an, dass man von seiner bisherigen Marktstrategie Abstand nimmt und mit den Netzbetreibern Exklusivverträge aushandeln will.
Bisher hatte Nokia stets versucht alle Netzbetreiber bei der Markteinführung neuer Mobiltelefone in ausreichender Stückzahl zu versorgen. So konnte der Hersteller sicher sein, dass man nahezu jeden Kunden erreichen konnte, der auch erreicht werden wollte. Doch das Konzept geht, nach Ansicht des Konzerns nicht auf, weshalb man nun die Strategie ändert und auf Exklusivverträge mit ausgesuchten Netzbetreibern wechselt.
Diese Strategie ist sicherlich nicht neu und dürfte den Kennern der Szene mindestens von Apple bekannt sein. Diese hatten 2007 mit der gleichen Taktik das iPhone begehrt gemacht und können nun auf fünf erfolgreiche Jahre am Smartphone-Markt zurück blicken. Ob Nokia jedoch ein ähnlicher Hype gelingt ist fraglich.
Doch genau dies wäre besonders wichtig, denn der finnische Konzern steht aktuell enorm unter Druck. Auch die letzten
Quartalszahlen waren wieder einmal sehr schlecht und das Unternehmen musste Verluste hinnehmen. Der Mobilfunk-Spezialist kämpft seit Beginn der Smartphone-Ära damit, den Anschluss an die diversen anderen Hersteller zu finden. Dabei steht man nicht nur hinter den dominanten Herstellern wie Apple oder Samsung, auch im Hinblick auf die Konkurrenz rund um HTC, Motorola oder Sony haben die Finnen das nachsehen.
Unklar ist bislang welche Netzbetreiber in Europa mit den Exklusivverträgen ausgestattet sein werden. In Deutschland wird aktuell die Telekom gehandelt, diese könnte sowohl über T-Mobile aber auch über Everything Everywhere einen entsprechenden Vertrag abschließen. Letzteres ist ein britisches Joint Venture zwischen der Deutschen Telekom und Orange, womit
Nokia* gleichzeitig auch ihren exklusiven Vertrag für den britischen Raum gesichert hätte. Bestätigt wurden die Angaben bislang von keiner Seite. Ähnliche Verhandlungen führt Nokia ebenso mit diversen anderen Mobilfunkanbietern in Europa, doch bislang gibt es auch hier keine gesicherten Informationen.
[dk]