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Fake-Accounts und Software für Werbeklicks - Facebook erneut in der Kritik

Wirtschaft | 03.08.2012, 10:47
Wenn man den Begriff Fake-Account hört, denken die meisten vor allem an einen Zweit-Account mit welchem man ein wenig Unfug treibt. Doch Fake-Accounts gibt es zu Hauf und stellen für das soziale Netzwerk Facebook mittlerweile ein echtes Problem dar, denn die immer weiter steigende Zahl der unechten Accounts sorgt nun auch bei den Partnern für Unmut. Zudem wird unterstellt, das Facebook Werbeklicks mit Hilfe von Software hervorruft.

Die offizielle Zahl der Nutzer, welches sich mindestens einmal im Monat bei Facebook anmelden lautet 935 Millionen, doch die Realität sieht anders aus. Bei Facebook schätzt man, dass etwa 8,7 Prozent der Profile Fake-Accounts sind, was gut 83 Millionen sind. Diese Zahl scheint zudem stetig zu steigen, denn im März schätze man die Zahl der Fake-Accounts auf 42 bis 50 Millionen. Unter dem Begriff Fake-Account führt Facebook die klassischen doppleten Profile, sowie angeblich menschliche Profile, welche aber eigentlich zu Vereinen oder Organisationen gehören und die Spam-Accounts, welche Werbung posten.

Wie viel Werbung erreicht echte Menschen?


Doch diese Zahlen sind nur ein Teil des Problems bei Facebook, dass scheinbar immer mehr an Qualität abbaut, dafür durch Quantität nach vorne kommen will. Schlimmer wiegt hier die Behauptung des Unternehmens Limited Run, welches betonte, dass man nur 20 Prozent der von Facebook in Rechnung gestellten Werbeklicks verifizieren konnten. Somit behauptet der Konzern, das rund 80 Prozent der Werbeklicks über speziell dafür entwickelte Software generiert wird.

Diese Behauptung ist ein schwerer Vorwurf und vor allem auch ein Problem für das soziale Netzwerk, welches bei seinen Werbepartner immer weiter in die Kritik gerät. Viele der Partner beklagen eine mangelnde Erreichbarkeit, da die Werbung weiterhin bei den mobilen Applikationen nicht eingebunden ist, aber die Nutzerzahlen, welche über die entsprechenden Geräte das Netzwerk frequentieren, weiterhin steigen.

Die Talfahrt der Aktie setzt sich fort


Die konstante Kritik an Facebook wirkt sich auch immer weiter auf die Aktie aus. Zum Start an der Börse wurde die Aktie mit 38 US-Dollar ausgegeben, was bereits die erste Kritik auslöste. Seitdem ging die Talfahrt los und ein Ende scheint nicht in Sicht. Aktuell liegt der Kurs bei etwas mehr als 20 US-Dollar, wobei die Aktie gestern wieder einmal um 4,02 Prozent in die Knie ging.

Da wirkt es schon fast als Ironie, dass Mark Zuckerberg in einem offenen Brief von Dalton Caldwell, Gründer von App.net, kritisiert wird, dass er nur noch den Aktienkurs und die Gewinne des Unternehmens im Auge habe. Doch Caldwell kritisiert dabei vor allem den Umgang mit jungen Entwickler und mit den realen Nutzern. So wirft man Facebook vor, dass man viel dafür tut unabhängige Entwickler, welche in Konkurrenz zu möglichen hauseigenen Anwendung stehen, auszusperren. Zudem nutze man die User aus um möglichst viel Gewinn über die Werbung zu generieren.

Der letzte Punkt kommt dabei nicht aus dem Nirgendwo, denn das soziale Netzwerk hatte erst kürzlich ein entsprechendes Urteil kassiert. So hatte man die "Gefällt mir"-Angaben dazu genutzt, entsprechend persönliche Werbung zu gestalten, bei der der Nutzer mit Profilfoto für deutlich mehr Aufmerksamkeit sorgt. Bis zu diesem Urteil hatte Facebook darauf nicht hingewiesen und die Nutzer konnten dies auch nicht steuern.

Die Kritik will nicht enden und überschwemmt alles, was aus dem sozialen Netzwerk kommt. Auch Meldungen über das kommende Facebook-Smartphone, welches von HTC* gebaut werden soll, gehen fast unter und wirken sich schon gar nicht positiv aus. So dürfte Mark Zuckerberg den Gefällt mir-Button schon eine ganze Weile nicht mehr gebraucht haben.
[dk]







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2 Kommentare

Re: [Wirtschaft] Fake-Accounts und Software für Werbeklicks - Facebook erneut in der Kritik

Gast
(vom 03.08.2012 um 14:18)
mal ehrlich man muss doch ziemlich naiv sein (um es mal freundlich zu sagen) wenn man facebook und co. einblick in sein privatleben erlaubt.

in den 80ern gab es eine riesigen aufstand wegen der volkzählung.
und da wurden nun wirklich nur pipifax daten erfasst ... wenn man es mit den daten vergleicht die facebook und co . sammeln. und die privatsphäre ist immer löcherig, auch wenn man bei facebook denkt man könne vieles unsichtbar halten. man wird trotzdem getrackt und verfolgt.

nicht umsonst gehören diese dienste mittlerweile zu den beliebtesten mitteln von FBI und CIA um daten über jemanden zu bekommen, um profile zu erstellen.

die dummbatze geben ja alles freiwillig preis.
und dann wundern sie sich, wenn sie wegen partybildern auf FB keinen job bei der sparkasse bekommen. aber wer mit einem gesunden geist will da schon arbeiten....

ich habe NUR fake accounts auf social network seiten.

Re: [Wirtschaft] Fake-Accounts und Software für Werbeklicks - Facebook erneut in der Kritik

Drohne
(vom 03.08.2012 um 19:45)

@Ulf: Der Spieltrieb vieler Menschen setzt sich über die Hürde der angeborenen Vorsicht heutzutage in der Anonymität viel zu häufig hinweg. Insbesondere sehe ich diese Globalisierungskrankheit als eine Art Pest, die bereits unheilbar geworden ist: Menschen können mit ihren Sinnen nicht mehr ein- und abschätzen, wie gefährlich die Nutzung solcher Plattformen ist. Die Preisgabe von Informationen eines Einzelnen ist irrelevant. Relevanz gewinnt die Information allerdings im Kontext der späteren Verknüpfung und der Masse. Zuckerberg, in selben gierpiratenverseuchten Gewässern unterwegs wie die Goldman und Sachs und die Greenspans der US Börse, wird getrieben von einer Gier nach mehr Profit, die ihn eben auch zu etwas "unseriöseren" Methoden greifen läßt, wie eben alle seiner Art.

Wenn man sich einmal anschaut, welche Bankhäuser international gerade förmlich abstürzen (ein bislang als solide geltendes Schweizer Bankhaus hat bereits knapp eine halbe Milliarde Euro verloren, 50% des für das gerade ablaufende Fiskaljahr ausgewiesene Gewinnvolumen - ich habe die Nachricht nur überflogen, weshalb ich um Verzeihung bitte, wenn die Zahlen nicht ganz stimmen).
Ein Schelm, wer jetzt denken mag, daß diese Zuckerbergsche Gesichtsbuchblase von den Goldman und Sachsen geschickt als Finanzwaffe benutzt wurde, um international das Banken- und Finanzwesen zu torpedieren! Es wäre in diesem Jahrzehnt nicht das erste Mal. Nach der Explosion vor drei oder vier Jahren hätten die Banken und Manager vorsichtiger sein sollen, aber das war dann doch zuviel Verstand in den Köpfen der Bankkaufleuten vorausgesetzt. Es ist eine Schande, wie selbstsicher dumm einige Leute mit den Werten einer Nation "spielen" ... Man blicke einfach einmal auf die Investorenlisten, die sich an Zuckerbergs virtueller Geldscheißmaschine beteiligen. Auch "solide" Fonds sind an Gesichtsbuch beteiligt.