Seit geraumer Zeit bemängeln die Werbekunden von Facebook, dass die geschalteten Anzeigen häufig nicht die Kunden erreichen, insbesondere wenn diese die mobilen Applikationen für Facebook nutzen. Nun hat Facebook scheinbar im stillen an einer Option gearbeitet, zumindest ein wenig Werbung in die mobile Welt zu integrieren.
Schon seit einigen Tagen können die Nutzer der offiziellen Facebook-Applikation für ihr Smartphone in der Übersicht sehen, dass einer ihrer Freunde ein gewisses Unternehmen mag. Meist folgen nach den ersten realen Einträgen von Freunden zwei Einträge der sogenannten
Sponsored Stories, dabei nutzt Facebook schlicht die
Gefällt mir-Angabe eines Nutzers zu einem bestimmten Unternehmen, um dann damit Werbung zu machen.
Mit dieser Option hat Facebook scheinbar einen ersten Schritt in Richtung Werbung in mobilen Anwendungen gemacht, doch dieser ist nicht unumstritten. Denn der
heilige Gral der Werbung, wie Mark Zuckerberg diese Werbe-Technik genannt hat, steht schon länger in der
Kritik und kann von den Nutzern, wenn auch nur sehr versteckt, deaktiviert werden.
Dennoch dürfte der Schritt wichtig sein, um endlich wieder Schwung in das Werbegeschäft zu bringen, welches, mit Hinblick auf die
Quartalszahlen, die wichtigste Einnahmequelle von Facebook ist. Doch damit hat Facebook noch lange nicht den
heiligen Gral zur Lösung der eigenen Probleme gefunden, denn dafür ist die Kritik zu massiv geworden. Insbesondere die
Vorwürfe, dass nur 20 Prozent der Klicks wirklich von Nutzern stammen und somit 80 Prozent über Software generiert wird, hat die Partner erneut aufgeschreckt.
Es bleibt eine heikle Situation für das soziale Netzwerk, welches aktuell mit viel Gegenwind leben muss und dabei versucht ihre diversen Baustellen in den Griff zu bekommen. Beruhigend ist da jedoch schon, dass es nach Ablauf der ersten Sperrfrist für die Aktien-Pakete der Mitarbeiter und Insider nicht zu den massiven Abverkäufen gekommen ist und sich der Kurs der Aktie im Verlauf des Augusts relativ stabil bei rund 20 US-Dollar eingependelt hat.
[dk]