Eines der größten Probleme von AMDs Bulldozer-Prozessoren ist sicherlich deren Energiebedarf unter Volllast. Insbesondere dann, wenn die Gleitkommaeinheiten dieser Prozessoren genutzt werden steigt dieser stark an, und
verhindert sogar die Nutzung des Turbo-Modus. Mit einer neuen Zell-Bibliothek will AMD dieses Problem in Zukunft reduzieren und verspricht sich durch den Umstieg einen Verbrauchsvorteil um bis zu 30 Prozent.
Bei Bulldozer ging AMD den Weg, die Gleitkommaeinheit (FPU) in großen Teilen von Hand zu entwickeln. Man hat also nahezu alle Transistorschaltungen und Verdrahtungen selbst designed, ohne dass man starken Gebrauch von sogenannten Zell-Bibliotheken gemacht hat. Diese Bibliotheken beinhalten bereits vordefinierte Schaltungen und erleichtern damit häufig den Design-Prozess. Allerdings verspricht eine Optimierung von Hand häufig eine höhere Performance, d.h. höhere Taktfrequenzen.
Die Zeit seit dem Erscheinen von Bulldozer hat AMD in Zusammenarbeit mit Globalfoundries nun dazu genutzt eine High-Density-Bibliothek für die Gleitkommaeinheit zu entwickeln. Mit dieser Bibliothek soll es jetzt möglich sein, die FPU um 30 Prozent zu verkleinern und auch den Verbrauch pro Rechenoperation um 15 bis 30 Prozent zu reduzieren, ohne dass man an der eigentlichen Fertigung etwas verändert.
Sollten sich diese Zahlen auch in der Praxis bewahrheiten und AMD möglicherweise die Bibliothek noch an anderen Stellen im Prozessor einsetzen können, so stehen die Chancen gut, dass die Nachfolger von Bulldozer, alias Piledriver und Steamroller das angeschlagene Image in Sachen Energieverbrauch wieder deutlich aufpolieren können.
[fo]