Die Aktivitäten im Internet nehmen stetig zu, doch gleichzeitig auch die Fälle von Betrug. Dies geht auch aus der neusten Statistik hervor, welche das BKA in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband BITKOM vorgestellt hat. Dabei stieg vor allem auch der Schaden durch die kriminellen Aktivitäten.
Die Zahlen des BKAs gehen vorrangig auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zurück. Laut dieser Erhebung wurden im Jahr 2011 59.494 Fälle von Straftaten registriert, welche die Moderne Informations- und Kommunikationstechnik nutzen oder sich gegen diese richten. Diese Zahl hat sich im Vergleich zu den 59.839 Fällen im Jahr 2010 kaum geändert, allerdings wird die Dunkelziffer deutlich höher geschätzt. Der entstandene Schaden ist jedoch um 16 Prozent gestiegen und liegt im Jahr 2011 bei 71,2 Millionen Euro. Dabei entfallen rund 50 Millionen Euro auf den Computerbetrug und rund 21,2 Millionen Euro auf den Betrug mit Zugangsdaten.
Gleichzeitig legt der Branchenverband BITKOM die Ergebnisse ihrer Umfrage vor, wonach rund 52 Prozent der privaten Internetnutzer im laufenden Jahr Erfahrungen mit der Internetkriminalität gemacht haben. Von den rund 28 Millionen Menschen sind rund 20 Millionen in Kontakt mit Viren oder anderen Schadprogrammen gekommen, rund 8,5 Millionen Nutzer geben an, dass ihre Zugangsdaten ausspioniert wurden. Zudem ist bereits jeder achte Nutzer Opfer von Betrug durch Online-Shops geworden.
Doch nicht nur Privathaushalten macht die wachsende Internetkriminalität zu schaffen, auch die Industrie hat mit diesem Zweig immer mehr zu kämpfen. Dies zeigen sicherlich auch die regelmäßigen Meldungen über gehackte Datenbanken, aber auch die kleinen und mittleren Unternehmen kämpfen mit den Angriffen und mittlerweile mussten rund 40 Prozent der Firmen in Deutschland Angriffe auf ihre IT-Systeme registrieren.
Auch Smartphones im Visier
Grundsätzlich sind die Ziele der Angriffe nicht mehr nur klassische Computer, sondern insbesondere auch Smartphones. Diese haben durch ihre erhöhte Leistungsfähigkeit deutlich an Bedeutung gewonnen und werden vor allem recht häufig für SMS-basierte Authentifizierungen genutzt, insbesondere auch beim Online-Banking. Daher gibt es vermehrt Versuche die Geräte mit einem Schadcode zu belegen, besonders betroffen sind dabei die Android-Nutzer, da das Betriebssystem sehr weit verbreitet ist und somit ein ideales Ziel darstellt.
Die Experten vermuten zudem, dass die Dunkelziffer in Sachen Internetkriminalität noch deutlich höher liegt. Grund für diese Annahme ist das Anzeigeverhalten der Nutzer, denn häufig werden Angriffe erst gar nicht gemeldet, insbesondere dann, wenn die Schäden überschaubar sind. In der Industrie kommt dann noch hinzu, dass die Unternehmen häufig von einer Anzeige absehen um den eigenen Ruf zu schützen. Dieses Verhalten ist allerdings falsch und führt nur dazu, dass sich die Täter relativ unbehelligt bewegen können. BITKOM hat daher auf ihrer Homepage ein
Merkblatt erstellt, welches das richtige Verhalten aufzeigen soll.
[dk]