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Erster offzieller Ausblick auf AMDs neue A-Serie-APUs für den Desktop-Bereich

Prozessoren | 27.09.2012, 10:38
Für den mobilen Bereich oder den Desktop-Bereich ist der AMD Llano-Nachfolger Trinity kein Neuling mehr. Nun aber soll es bald soweit sein. Anfang Oktober 2012 will AMD das offizielle NDA zur Berichterstattung fallen lassen und die neuen A-Serie-Modelle auch für den Desktop-Bereich in den Markt entlassen. Zum heutigen Tag hat AMD der Presse gestattet, beschränkte Vorab-Informationen zu präsentieren. Die wenigen Informationen haben wir nachfolgend für euch aufbereitet.

Technische Details

AMDs neue APU-Serie wird in A10-, A8-, A6- und A4-Modelle aufgegliedert. Alle Modelle werden in 32-nm-Fertigungstechnik hergestellt und verfügen über bis zu zwei Modulen (4 Kerne) auf Piledriver-Architektur. Die Die-Größe nennt AMD mit 246 Quadratmillimetern bei einer Transistorzahl von zirka 1,3 Milliarden.

Zur offiziellen Markteinführung will AMD mit insgesamt sechs neuen A-Modellen an den Start gehen, darunter vier Produkten mit 4-Kernen und zwei Dual-Core-Modellen. Zwei der sechs Modelle werden in der A10-Klasse agieren, welche sich von der A8-Klasse bei der integrierten Grafiklösung unterscheidet. Kommt bei den A8-APUs eine Radeon-HD-7560D-Einheit zum Einsatz, erhält die A10-Serie eine Radeon-HD-7660D-Einheit – die also etwas schnellere Variante.

Dabei sollte man sich durch die "HD-7000-Bezeichnung" nicht täuschen lassen. Es handelt sich dabei weiterhin nicht um eine aktuelle GCN-Architektur der regulären HD-7000-Desktop-Serie. Vielmehr setzt man hier weiterhin auf die VLIV4-Architektur der Vorgängerversion Radeon HD 6000*.

Bild: Erster offzieller Ausblick auf AMDs neue A-Serie-APUs für den Desktop-Bereich


Sämtliche an den Start gehenden Modelle verfügen über einen Basis-CPU-Takt, welcher über AMDs Turbo-Technik dann – je nach Anwendungsfall – automatisch auf eine höhere Frequenz wechseln kann. Weiter Unterscheidungsmerkmale sind natürlich ebenfalls vorhanden, zum Teil Architektur-bedingt. Wie unser vorstehendes Schaubild zeigt, verfügt jedes der Module über einen separaten Level-2-Cache. Für die beiden Varianten A6-5400K und A4-5300, welche mit lediglich einem Modul / zwei Kernen antreten, bedeutet dies den hälftigen L2-Cache im Vergleich zu den Modellen mit zwei Piledriver-Modulen.

Während der Vorgänger auf Llano-Basis noch im Sockel FM1* betrieben werden konnte, ist für die neuen Trinity-basierenden APUs nun zwingend der Sockel FM2 erforderlich – die neuen APUs kommen mit 904 statt 905 Pins und sind laut AMD nicht FM1-kompatibel.

Ausblick

AMD hat zum heutigen Tag keine offiziellen Informationen zur Preisgestaltung, Performance oder Overclockingfähigkeiten gestattet. Man sieht an dieser Stelle, dass der Hersteller offenbar exakt dort noch gesonderte Informationen nach Ablauf den NDAs liefern wird. Verraten, weil es schlicht kein Geheimnis mehr ist, darf man sehr wohl, dass AMD auch mit den neuen Trinity-Modellen Hauptaugenmerk auf den Performance-Mix zwischen integrierter Grafikeinheit und Prozessorleistung legt.

Trifft man auf Applikationen, welche beispielsweise OpenCL-beschleunigt über die GPU agieren können, kann eine AMD APU sicherlich deutlich gegenüber der Konkurrenz punkten. Nach bisherigen Spekulationen steigt die Performance der integrierten Grafikeinheit, als auch jene der CPU gegenüber dem Vorgänger auf Llano-Basis an. Zurück zu führen ist dies auf Optimierungen in der Piledriver-Architektur. Exakte Leistungsmessungen wird man aber abwarten müssen.

AMD Virgo-Plattform

Bild: Erster offzieller Ausblick auf AMDs neue A-Serie-APUs für den Desktop-Bereich


Die Virgo-Plattform – so die AMD Namensgebung – sieht eine Kombination aus neuer Trinity-APU und einem Sockel-FM2-Mainboard auf Basis der Chipsätez A55 (Einsteiger), A75 (Mainstream) und A85X (Performance) vor. Während die beiden erst genannten Chipsätze bereits auf dem Markt sind und als Sockel-FM1-Varianten zur Verfügung stehen ist die Performance-Variante A85X neu. Als Performance-Variante kommt er als einziger mit Crossfire-Möglichkeit über 2 x 8 PCI-Express-Leitungen daher. Vier USB-3.0-Anschlüsse uns insgesamt acht SATA 6Bb/s-Ports sind dort vorhanden.

Tabellarischer Überblick der neuen Modelle

NameA10-5800KA10-5700A8-5600KA8-5500A6-5400KA4-5300
CodenameTrinityTrinityTrinityTrinityTrinityTrinity
Fertigung32 nm32 nm32 nm32 nm32 nm32 nm
ArchitekturPiledriverPiledriverPiledriverPiledriverPiledriverPiledriver
Anzahl Threads / Module4 / 24 / 24 / 24 / 22 / 12 / 1
Basis-Takt3,8 GHz3,4 GHz3,6 GHz3,2 GHz3,6 GHz3,4 GHz
Turbo maximal4,2 GHz4,0 GHz3,9 GHz3,7 GHz3,8 GHz3,6 GHz
Cache (insgesamt)4 MByte4 MByte4 MByte4 MByte2 MByte2 MByte
GrafikeinheitHD 7660DHD 7660DHD 7560DHD 7560DHD 7540DHD 7480D
Shader-Einheiten384384256256192128
GPU-Takt800 MHz800 MHz760 MHz760 MHz760 MHz723 MHz
RAM-TaktDDR3-1866DDR3-1866DDR3-1866DDR3-1866DDR3-1866DDR3-1600
TDP100 W65 W100 W65 W65 W65 W


Preislich darf man davon ausgehen, dass sich auch die neuen AMD A-Modelle auf Trinity-Basis mit über den Preis verkaufen werden. Obwohl AMD noch kein offizielles Statement zur Preisgestaltung tätigte und auch im Falle von internen Informationen hier noch keine Freigabe der Informationen erteilt hat, ändert dies nichts an dem Umstand, dass sich in unserer Preissuchmaschine bereits erste Modelle eingefunden haben.

Dabei sprechen die ersten Preislistungen beim A10-5700 und A10-5800K von derzeit jeweils 115 Euro. Beim A8-5500 und A8-5600 K starten die Preislistungen aktuell bei rund 96 Euro und beim kleinsten Modell, dem A4-5300 bei rund 51 Euro.
[pg]







Stichworte zur Meldung: Apu Amd Piledriver A-serie A10-5800 Trinity Preview
 
3 Kommentare

Re: [CPU] Erster offzieller Ausblick auf AMDs neue A-Serie-APUs für den Desktop-Bereich

Gast
(vom 27.09.2012 um 11:51)
im Mai gab es ja bereits erste fertige mit Trinity bestückte Notebooks, inzwischen sind 5 Monate vergangen, evtl. kommt nun ein neues Stepping mit dem offiziellen Release für Desktop (sparsamer, mehr Rechenleistung durch ausgebesserte Fehler)?

Was denkt ihr, oder ist das nicht zu erwarten?

Re: [CPU] Erster offzieller Ausblick auf AMDs neue A-Serie-APUs für den Desktop-Bereich

Drohne
(vom 27.09.2012 um 12:53)

Eine APU alleine macht noch keinen Rechner. Die Spannung liegt ganz bei der Preisgestaltung der neuen A85X Mainboards. Nach wie vor bin ich der Meinung, daß SATA 6GB über die bisherige Interlink-Schnittstelle, die bei Intel DMI 2.0 heißt und mit 2 GB/s maximaler Transferbandbreite in eine richtung aufwartet, augenwischerei ist. Wenn man überlegt, welche Bandbreite 8 SATA 6GB SSDs produzieren (können), dann wird einem klar, wie schmalbrüstig die MCP-APU Anbindung konstruiert ist. Dennoch, SATA 6GB bringt bekanntlich auch einige Protokollverbesserungen mit sich und daher ist AMDs Schritt begrüßenswert. Was Intel auf die Beine zu stellen vermag, ist, gelinde gesagt, in diesem Sektor eher peinlich.

Spannend finde ich die neuen APUs deshalb, weil, neben dem Preis (für die APU, was ein A85X Mainboard kosten wird, ist ja noch nicht bekannt), auch die Liste der Eigenschaften bemerkenswert ist. In einer CPU für gute 50 Euro finden sich AVX, AES und FMA wieder - wo bitte beginnt Intels preisliche Einordnung von Prozessoren, die diese Eigenschaften allesamt mitbringen? Für einen kleinen SoHO-Server fehlt nur noch die ECC Fähigkeit. Diese hat AMD leider wegrationalisiert, zumindest konnte ich nichts finden, was auf das Vorhandensein dieser Fähigkeit schließen ließe.

Leider liegt auch die nominelle TDP immer noch zu hoch. Selbst GPU-lose Prozessoren der Athlon-Reihe werden mit 65 Watt TDP ausgewiesen - deutlich zu hoch. Entweder ist die TDP der aktuellen GPU-behafteten APUs geschönt, oder mit den GPU-losen CPUs stimmt etwas nicht, mir erscheint jedenfalls diese Klassifizierung äußerst fragwürdig.

Re: [CPU] Erster offzieller Ausblick auf AMDs neue A-Serie-APUs für den Desktop-Bereich

Gast
(vom 28.09.2012 um 17:17)
Sieht für mich so aus, als hätte GF die Fertigung immer noch nicht im Griff.
Zumindest, wenn ich den CPU-Z Schnappschuss betrachte,
der auf einigen Internetseiten zu sehen war.
Der zeigte eine Kernspannung von über 1,4 Volt.
Na vllt. wird´s ja im nächsten Jahr mit dem Nachfolger in 28nm
eine runde Sache. ;)