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Apples Garantiepolitik im Visier der EU-Kommission

Wirtschaft | 01.10.2012, 20:40
Zwar gilt auf hierzulande verkaufte Produkte grundsätzlich eine gesetzliche Gewährleistungspflicht von zwei Jahren, doch ist die EU-Kommission der Ansicht, dass Apples Werbung zum kostenpflichtigen "Apple Care" Endkunden in die Irre führt. Apple kläre den Endkunden nicht genügend auf und die entsprechende Werbung vermittele den Eindruck, dass lediglich bei dieser Garantieverlängerung auch ein grundsätzlicher Anspruch nach Ablauf des ersten Jahres bestehe. Die zuständige EU-Kommissarin richtet sich nun an 27 Staaten und fordert zu besonderer Aufmerksamkeit in dieser Sache auf.

Während Apple der Ansicht ist, dass man auf dem eigenen Internetportal hinreichend über vorhandene Verbraucherrechte in der EU informiere, ist die EU-Kommissarin Viviane Reding hier konträrer Meinung. Nach ihrer Sicht der Dinge gibt es ein Versäumnis seitens der Apple-Verkäufer im Hinblick auf klare und vollständige Informationen zur gesetzlichen Garantie. Die Werbung des Konzerns zu Apple Care vermittele den Eindruck, dass die Kunden nach Ablauf der Apple-Garantie von einem Jahr überhaupt keine Ansprüche mehr geltend machen könnten. In der Tat bezieht sich das aber nur auf Mängel, welche erst nach Ablauf der Garantiezeit entstehen. Mängel jedoch, welche bereits beim Verkauf bestanden haben, fallen jedoch vollständig unter die gesetzliche Gewährleistung.

Bereits im März hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) aus diesem Grund Apple abgemahnt. Doch zwischen Apple und Verbraucherschützern kam es bislang zu keiner Einigung, weshalb die Kommissarin sich im Handlungszwang sieht und nun in einem Brief an 27 EU-Mitgliedstaaten auffordert, diesen Geschäftspraktiken besonderes Augenmerk zu widmen. Im Hinblick auf eine ausgesprochene Strafe gegen Apple in Italien Ende vergangenen Jahres, bat die EU-Kommissarin die Mitgliedsstaaten um Rückmeldung, ob dort gleiche Beschwerden vorliegen. Hierzulande gibt es Beschwerden bezüglich dieser Geschäftspraktiken, welche die Verbraucherschützer als unlauteren Wettbewerb ansehen.

Inwiefern der Brief der EU-Kommission die gewünschten Früchte trägt bleibt aktuell abzuwarten. In jedem Fall dürfte sich der Druck auf die Mitgliedsstaaten und damit auf Apple erhöhen.
[pg]







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2 Kommentare

Re: [Wirtschaft] Apples Garantiepolitik im Visier der EU-Kommission

Drohne
(vom 01.10.2012 um 21:58)

Schattenkämpfe! Die "EU", was auch immer dieses korrupte Konstrukt repräsentiert oder von wem auch immer repräsentiert wird, versucht mit diesen Nebensächlichkeiten von eigentlichen Problemen der Konstruktion "EU" hinwegzutäuschen. Apple ist scheinbar ein willkommenes "Opfer" dieses Manövers - immerhin sind Apple-Produkte in fast allen sogenannten EU-Mitgliedstaaten populär und bekannt - selbst in den korrupten Staaten Griechenland, Portugal und Italien. Wäre es Samsung oder Nokia mit entsprechendem Popularitatsgrad, wären es eben jene Konzerne, die ins Kreuzfeuer der Zerstreuungsstrategen geraten würden ... Der Plan im Plan ...

Re: [Wirtschaft] Apples Garantiepolitik im Visier der EU-Kommission

Gast
(vom 02.10.2012 um 02:08)
Wenn sich eine EU-Justiz Ministerin sich für Apple interessiert, weil deren Geschäftsgebaren bei den Verbrauchern negativ auffällt, ist das doch Wohl im Interesse der Verbraucher.

Hier kann man wohl sagen, dass der Eigennutz der EU (die Unterstellung, dass die EU nur handelt, um von eigenen Problemen abzulenken) und dem was die EU-Justiz tun sollte (z.B. überprüfen, ob Gesetzt zum Schutz des Verbrauchers eingehalten werden) deckungsgleich sind.