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AMD-Angriff auf den Tablet-Markt - Auftritt für Hondo

Prozessoren | 09.10.2012, 11:45
Nachdem Intel erst kürzlich einen neuen Atom-Prozessor für Windows-8-Tablets vorstellte, folgt nun AMDs Antwort in Form der Hondo-Plattform-Architektur. Mit der Z-60 APU will AMD vor allem bei Windows-8-Convertibles durchstarten. Mit dabei sind eine x86 DualCore-CPU und eine GPU mit 80 Shader-Einheiten. Damit stellt man sich im aktuellen Tablet-Boom gegen starke Konkurrenz, seien es nun diverse Android-Ableger oder auch Apples iPad, welches die Tage Verstärkung in Form des iPad Mini erhalten soll.

Die Hardware

Wem die grundlegenden Eckdaten der AMD Z-60-APU bekannt vorkommen sollten, der liegt nicht ganz falsch, denn tatsächlich handelt es sich bei Hondo um eine abgespeckte Brazos-Plattform welche bereits als E-Serie seit knapp zwei Jahren bei AMD im Programm ist. Da jedoch Brazos vorwiegend für Netbooks* und kleine HTPCs* konzipiert ist, wurden Hondo einige Anpassungen spendiert, obwohl es sich im Grunde um das gleiche Silizium handelt, welches bei TSMC in 40 nm gefertigt wird.

So taktet die CPU nunmehr lediglich noch mit 1 GHz ohne Turbo wodurch der maximale Stromverbrauch von ursprünglich 9 Watt auf unter 5 Watt gesenkt wurde. Gleich geblieben ist ebenfalls die GPU welche als Radeon HD 6250 ausgeführt ist und technisch gesehen der Evergreen-Architektur (5xx0-Serie) angehört. Ihre 80 Shadereinheiten werden lediglich mit 277 MHz betrieben – die immer noch kleinste Version von AMDs iGPUs. Die maximale Auflösung ist auf 1920 X 1200 Pixel festgelegt, was in naher Zukunft durchaus beim sich abzeichnenden "High-DPI-Trend" zu Problemen führen kann. Zudem wurden auch im Controller-Hub einige Veränderungen durchgeführt, zu welchen sich AMD jedoch nicht äußern wollte.

Bild: AMD-Angriff auf den Tablet-Markt – Auftritt für Hondo
Bild: AMD-Angriff auf den Tablet-Markt – Auftritt für Hondo


AMD verspricht durch die zahlreichen Änderungen Akkulaufzeiten zwischen 6 Stunden und 14 Tagen. Konkret soll ein Hondo-Tablet bis zu 6 Stunden lang HD-Videos abspielen können, ehe man eine Steckdose aufsuchen muss. Bei Web-Browsing sind es zwei Stunden mehr und im Standby soll ein solches Tablet bis zu 14 Tage lang durchhalten können.

Das Featureset

AMD stattet Hondo mit einer Reihe neuer wie auch bekannter Features aus. Bei "Perfect Picture HD" handelt es sich offenbar um AMDs UVD3-Modul(Unified Video Decoder) welches bereits in der Brazos-Plattform integriert ist und vermutlich lediglich um die Unterstützung von 3DBlu-Ray-Beschleunigung beschnitten ist.

Mittels der neuen Start-Now-Technologie soll das Gerät schneller aus dem Standby-Modus geweckt werden und ist somit schneller betriebsbereit. Zudem soll auch die Wiederverbindung an ein lokales Netzwerk deutlich beschleunigt werden. Möglich soll dies durch eine Anpassung des BIOS sein, wodurch allgemein Wechsel zwischen den verschiedenen Energiezuständen beschleunigt werden.

Bild: AMD-Angriff auf den Tablet-Markt – Auftritt für Hondo


Mit "App Acceleration" bewirbt AMD klar die GPGPU-Fähigkeiten der APU und verspricht deutliche Performancezuwächse bei der Einbeziehung der GPU in normalen Anwendungen. Tatsächlich sind aber bisher nur die wenigsten Anwendungen sinnvoll für den täglichen GPGPU-Gebrauch optimiert. An dieser Stelle muss AMD das Feature "GPGPU" nicht nur bewerben sondern aktiv und aggressiv verbreiten.

Die Zielgruppe

Bei Aussagen zur Performance hielt sich AMD weitestgehend zurück, doch ist bereits anhand der Hardwaredaten absehbar, dass sich die Hondo-Plattform nicht mit ausgewachsenen Windows-8-Tablets wird messen können. Dies ist aber auch gar nicht erklärtes Ziel des Herstellers. Vielmehr möchte man Angebote mit einer vernünftige Performance, bei guten Akkulaufzeiten zu attraktiven Preispunkten schaffen.

Konkret pokert AMD auf eine breite Durchsetzung von Windows 8 als Betriebssystem für mobile Geräte und bewirbt Hondo ganz klar als Mainstream-Chipsatz für Geräteklassen zwischen Tablets und Notebooks – bezeichnet als Multimedia-Tablets und Convertibles, also Tablets mit Office- und Business-Fähigkeiten. Windows 8 ist somit für AMD das Betriebssystem der Wahl, womit man auch volle Treiberunterstützung bieten wird. Doch auch Windows 7 soll mit entsprechenden Treibern versorgt werden.

Bild: AMD-Angriff auf den Tablet-Markt – Auftritt für Hondo
Bild: AMD-Angriff auf den Tablet-Markt – Auftritt für Hondo


Pläne zur Nutzung von Hondo in Kombination mit Android oder anderen Linux-Varianten gibt es dagegen nicht. Dementsprechend wird AMD auch keine Treiber und Bibliotheken bereitstellen, lädt jedoch die Open-Source-Gemeinde offen zur Entwicklung entsprechender Software ein und verspricht Unterstützung soweit man könne. Damit macht sich AMD wie auch viele andere PC-Bauer und Chiphersteller vollkommen vom Erfolg des neuen Microsoft-Betriebssystems abhängig.

Erste Geräte mit der Z-60 APU sollen bereits direkt zum offiziellen Windows-8-Start am 26. Oktober verfügbar sein. Über Preise zu Geräten mit der APU oder der APU selber machte AMD keine Angaben.
[ms]







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