Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat die Zahlen einer aktuellen Studie veröffentlicht. Danach ist die Zahl der "Internet-Abhängigkeit" in Deutschland um weitere weitere 2,5 Millionen Personen angestiegen – laut Mechthild Dyckmans eine durch aus problematische Entwicklung.
Die Studie wurde von den Universtitäten Greifswald und Lübeck erstellt und dabei wurden insgesamt 15.000 Bürger verschiedenster Altersgruppen befragt. Dabei spricht die Studie von bedenklichen Zahlen, aber noch nicht zwingend von einer Sucht. Doch der Grat zwischen beiden scheint schmal.
Als stärkste Risikogruppe wurden vorrangig Männer erkannt, welche arbeitslos oder ledig sind oder einen Migrationshintergrund haben. Aber auch bei Jugendlichen sah man ein besonders Gefahrenpotential zur Suchtentwicklung. Bei den befragten der Altersgruppen von 14 bis 24 Jahre alten Jugendlichen hätten immerhin bereits mehr als zwei Prozent eine Internetsucht entwickelt. Bei Arbeitslosen der Altersstufe über 25 Jahre seien es beispielsweise 1,7 Prozent der Befragten und bei gleichaltrigen Berufstätigen lediglich 0,6 Prozent.
Ab wann von einer Sucht oder lediglich einem problematischen Nutzungsverhalten gesprochen werden kann dürfte schwierig zu definieren sein. Kann eine exzessive Internetnutzung aus eigenem Willen heraus noch reduziert werden, so ist aus Sicht der Universität Lübeck das Verhalten lediglich als problematisch zu deuten. Aber die Grenze sei schnell überschritten. Vorsichtige Formulierungen täuschen allerdings nicht über im Alltag anzutreffende Probleme hinweg, weshalb es bereits regionale Hilfegruppen gibt, wie beispielsweise Escapade von der Drogenhilfe in Köln. International ist dagegen das Internet bislang nicht als Suchtkrankheit anerkannt. Die Drogenbeauftragte Dyckmans hält dies aber dringend für angebracht.
Aus ihrer Sicht muss verhindert werden, dass diese Zahlen weiter ansteigen. Aufklärung in allen Bereichen sei notwendig, nicht nur bei Eltern und Lehrern. Auch das Personal von Beratungsstellen müsse besser geschult werden und diese Stellen untereinander besser vernetzt werden. Die Gefahr des Kontrollverlustes über das Nutzungsverhalten sei leicht zu überschreiten. Soziale Netzwerke, aber auch Computerspiele tragen hierzu bei. Auch dort verlangt die Drogenbeauftragte Verantwortung – eine bessere Aufklärung sei dort erforderlich.
[pg]