Der Notebook-Markt ist hart umkämpft, dass merken auf der einen Seite die Kunden, welche leistungsstarke Notebooks immer günstiger bekommen; das spüren aber auch die Hersteller, deren Gewinne immer kleiner werden. So ist es kaum verwunderlich, dass einige Hersteller auf der Strecke bleiben, doch es gibt auch Gewinner in der Branche, die sich zumindest an steigenden Marktanteilen erfreuen können.
So
verkündete Siemens sich im nächsten Jahr vollständig aus der Computerbranche zurück zu ziehen und veräußert seine 50 Prozent des Joint-Venture-Unternehmens FSC an den einstigen Partner Fujitsu. Damit trennt sich Siemens von einem weiteren Geschäftsteil, der wohl auch aufgrund hoher Fertigungskosten durch Standorte in Deutschland und Europa nur wenig Gewinn abwirft. Jüngstes Opfer in der Branche ist aber der angeschlagene Hersteller Lenovo. Das chinesische Unternehmen leidet nicht nur unter der Finanzkrise, sondern auch unter dem starken Druck auf dem Markt und
verbuchte zuletzt einen Gewinneinbruch von 78 Prozent.
Was den Druck auf den Markt so stark macht, ist die
steigende Nachfrage, aber der noch schneller sinkende Preis. So berichtet der
Focus in der aktuellen Ausgabe (Heft 46/2008) über die Preisentwicklung am deutschen Markt und beruft sich dabei auf das Marktforschungsunternehmen Gartner. Während 2005 rund 4,1 Millionen Noteboks verkauft wurden, betrug der Preis im Schnitt knapp 1081 Euro. Dem gegenüber werden für dieses Jahr bei einem durchschnittlichen Preis von etwa 720 Euro rund 7,1 Millionen verkaufte Notebooks erwartet. Die Prognose für 2012 schätzt, dass ungefähr 14,4 Millionen Notebooks zu einem durchschnittlichen Preis von etwa 453 Euro verkauft werden sollen.
Bei dieser Entwicklung müssen die Hersteller größere Mengen produzieren bei möglichst geringen Fertigungskosten und selbst dann ist die Gewinnspanne nur sehr gering. So entgegnete der Deutschland-Chef von Acer, Stefan Engel, gegenüber dem
Focus, dass bei einem 500-Euro-Notobook am Ende gerade einmal 10 Euro Gewinn übrig bleiben. Dabei ist Acer der absolute Gewinner auf dem deutschen Markt. Während das Unternehmen weltweit nur den
dritten Platz bei den Marktanteilen belegt ist Acer in Deutschland mit einem Wachstum von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und einem Marktanteil bei PCs und Notebooks von über 20 Prozent deutlich an der Spitze. Dahinter folgt HP mit 13 Prozent, doch im Gegensatz zu Acer konnte HP kein Wachstum im dritten Quartal verzeichnen. Auf dem dritten Platz liegt die Noch-Gemeinschaft Fujitsu-Siemens, welche aber einen Verlust von 4,7 Prozent verzeichnen musste und nur noch über 10,1 Prozent Marktanteil verfügt.
Ein Ende des Preisverfalls ist nicht in Sicht. Eher im Gegenteil, denn was auf dem Notebook-Markt schon normal ist, wird sich ebenso im Bereich der Netbooks einstellen. Auch hier gibt es mittlerweile immer mehr Hersteller, welche fast identische Geräte auf den Markt bringen und sich vor allem durch Preis und Prestige von den Anderen abheben wollen. Analysten bei Acer rechnen sogar mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis für ein Notebook von 152 US-Dollar für das Jahr 2018. Sollte sich diese Entwicklung wirklich einstellen, werden die Hersteller auf der Strecke bleiben, die ihre Produktion nicht auslagern oder zumindest auf günstige Standorte ausweichen.
[dk]