Die Planungen von AMD im Notebook-Geschäft konzentrieren sich wesentlich auf die Produktklassen oberhalb der Netbooks. So setzt das Unternehmen 2009 neben der Plattform
Tigris für traditionelle Notebooks als Nachfolgler von
Puma auf spezielle Lösungen für Ultra-Portable Notebooks. Das Marktsegment der Mini-Notebooks bleibt der aktuell vorgestellten Roadmap zufolge nahezu unberührt.
Zu diesem Schritt erklärte AMD-Manager Bahr Mahony: "Die Kunden
machen mit den Mini-Notebooks keine guten Erfahrungen." Entsprechend hofft man wohl, dass die Anwender dem Markt der Billig-Geräte den Rücken kehren und lieber auf etwas teurere Lösungen mit moderner Hardware setzen.
Ohne Puma vom Kongo bis zum Nil
Dafür präsentiert AMD gleich zwei Plattformen mit den Codenamen
Congo und
Yukon. Erstere setzt auf den Dual-Core-Prozessor
Conesus und den RS780M-Chipsatz mit SB710, während letztere auf die Single-Core-Variante
Huron zurückgreift. Den Unterbau hierfür stellt schließlich der RS690E mit SB600-Southbridge. Technisch unterscheiden sich die Lösungen im Wesentlichen in der Unterstützung von HighDefinition-Inhalten des
Congo. Bei beiden Plattformen verspricht AMD eine "superior" Akkulaufzeit, auch wenn sich diese Definition erst noch in Zahlen konkretisieren muss.
Im traditionellen Notebook-Markt rückt mit
Tigris eine Plattform mit Dual-Core-CPU
Caspian auf den Platz von AMD Puma, die mit RS880M+SB710 die neuesten Chipsätze von AMD enthält und auch vollständig "HD-Ready" in den Markt tritt. Im Jahr 2010 rückt schließlich mit
Nile die erste Quad-Core-Lösung mit
Champlain-Prozessor ins Rampenlicht des Mobile-Computing von AMD.
Günstige Ultra-Portables als cleverer Schachzug
Spannend ist die Frage, ob die Entscheidung von AMD richtig ist, sich aus dem Netbook-Geschäft vollständig herauszuhalten. Einerseits sind die Preise dort extrem gering, was Herstellern nur dann Chancen zum Bestehen lässt, wenn sie möglichst große Stückzahlen zu geringen Kosten produzieren. Hier dürfte AMD vor allem gegen die Übermacht Intels klar das Nachsehen haben. Andererseits kann man mit dem Versuch, sich in höherpreisigen Segmenten festzusetzen, bessere Margen erzielen und dadurch die Profitabilität steigern.
Clever ist der Schritt von AMD in jedem Fall. Bisher beherrschte Intel den Markt der kleinen und teuren Portables. Man kann hier vermuten, dass AMD sich in diesem Markt mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis positioniert und dadurch der Konkurrenz langsam das Wasser abgräbt. Man könnte dadurch Marktanteile gewinnen und wahrscheinlich immer noch besser verdienen als im hart umkämpften Netbook-Markt.
[rl]