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AMD streicht angeblich die großen CPUs von der Roadmap

Wirtschaft | 19.11.2012, 19:56
Die Gerüchte um AMD reißen aktuell nicht ab. Verkaufsgerüchte, weitere Entlassungen – es kehrt kaum Ruhe ein. Jüngste Gerüchte sprechen nun davon, dass AMD nicht mehr in die Entwicklungen der großen CPU-Architekturen, abseits von Modellen mit integrierter Grafikeinheit investiere. Das angebliche Aus von Steamroller oder Excavator – so kommentiert SemiAccurate. AMD hingegen dementiert die Gerüchte, auch die jüngsten.

Charlie Demerjian von SemiAccurate berichtet am heutigen Montag darüber, dass AMD seine künftigen Top-Modelle auf Steamroller und Excavator Technik von der Roadmap nehmen wird – keine Entwicklung, keine Vorstellung. Die "großen Kerne" werden gestrichen. Die Quellen der Informationen nennt SemiAccurate unterdessen natürlich nicht und seitens AMD folgte noch am heutigen Tag ein klarer Widerspruch. Kaveri wie auch die weiteren, großen CPU-Kerne seien weiterhin auf dem Fahrplan.

Die Meldung passt ins aktuelle Bild rund um AMD. Zusammenarbeit mit ARM, Produkte mit Intel über das zugekaufte Unternehmen SeaMicro, schlechte Quartalszahlen, Kurseinbrüche bei den Aktien, Mitarbeiterentlassungen und Restrukturierungsmaßnahmen – schlussendlich erneute Verkaufsgerüchte – die Liste der Schlagzeilen lässt sich sicherlich leicht fortführen. Dabei lassen wir frühere Gerüchte aus, welche schon einmal fehlgedeutet wurden und von einem Rückzug im Kampf mit Intel-Top-Prozessoren sprachen. Die viel zu hoch erstandene Grafiksparte ATI hat sich bis heute nicht bezahlt gemacht und durch rückläufige PC-Absätze kann dieser Sektor kaum die Verluste im CPU-Bereich ausgleichen.

Die letzten Verkaufszahlen im CPU-Segment machten deutlich, dass der Hauptabsatz über die kleinen Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit geschaffen wird (zirka 75 Prozent) und der Mainstreambereich, welcher von Llano (A-Serie-Prozessoren) belegt wird, sich gerade einmal um sieben Prozentpunkte bewegt. Und danach wird die Luft dünn. Weniger als 10 Prozent des Geschäftes lässt sich noch Top-Modellen ohne integrierte Grafikeinheit verdienen. Und dabei lässt man immer wieder Federn im unmittelbaren Mitbewerb zu Intels Top-Modellen. Objektiv stellt sich in der Tat die Frage, warum man in diesen Bereich investieren sollte, wenn Investitionen ohnehin knapp bemessen werden müssen.

Betrachtet man den CPU-Markt für Desktop-CPUs nüchtern, dann wäre es zum aktuellen Zeitpunkt nur richtig, wenn AMD sich auf die Bereiche konzentriert, welche starken Absatz mit sich bringen und die weniger starken Segmente vernachlässigt. Natürlich: könnte man über die Entwicklung mit einem Top-Produkt punkten, wäre ein solcher Triumph über alle Bereiche des Geschäfts ein wirksames Marketing-Instrument. Doch das bleibt zum aktuellen Zeitpunkt wohl Wunschdenken.

Drücken wir dem Hersteller also die Daumen, dass er als wirklicher Kontrahent im Prozessor-Markt für Desktop-Modelle erhalten bleibt. Da braucht Intel einen wirklichen Mitbewerber. Im Bereich der mobilen Plattformen hat Intel bereits mehr als genügend Mitbewerb.
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Stichworte zur Meldung: Kaveri Prozessor Cpu Amd Steamroller Excavator