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Re: [Wirtschaft] AMD streicht angeblich die großen CPUs von der Roadmap | |
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| Gast
(vom 19.11.2012 um 23:10) |
Hört doch bitte damit auf, jeden Blödsinn von einer Spekulations-Webseite hier als News zu bringen. Das geht wieder durch den ganzen Blätterwald und ist nur ne Ente. Kaveri wurde verschoben, Richland ist ein Zwischenschritt mit Piledriver-Kernen in 28nm. Das ist aus mehreren Quellen schon länger bekannt. |
Re: [Wirtschaft] AMD streicht angeblich die großen CPUs von der Roadmap | |
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| Gast
(vom 19.11.2012 um 23:21) |
Ich bin ja großer AMD-Fan. Aber es würde schon Sinn machen, wenn AMD so einen Weg einschlagen würde. In gewissen Zügen ist das ja auch passiert, wenn man dem HSA-Bericht auf THW und den darin enthaltenen Interviews/Meinungen von AMD-Mitarbeitern Glauben schenken mag. Denn dort wird beschrieben/gesagt, dass AMD sich momentan mit HSA eine neue Kernkompetenz geschaffen hat und diesen ausbauen will. Zumal es ja auch die Gerüchte gab, dass Server-APUs erscheinen sollen, eine "Workstation-APU" gibt es ja schon. Und noch ein Wort am Rande: Ich glaube keiner will wirklich, dass AMD sich aus dem HighEnd-Segment zurückzieht, denn dann müsste Intel nur seine Prozessoren bis i3 preistechnisch anpassen, ab i5 kann dann ja Preis XYZ*1,3 angesetzt werden. |
Re: [Wirtschaft] AMD streicht angeblich die großen CPUs von der Roadmap | |
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| Drohne
(vom 19.11.2012 um 23:39) |
Es ist für Intel gar gefährlich, wenn AMD vollends von der Bildfläche verschwände. Soweit ich weiß muß die US amerikanische Kartellbehörde einschreiten, wenn sich eine Monopolstellung Intels abzeichnen würde - und das wäre mit AMDs Wegfall klar der Fall. Laut US (Pseudo)Recht hieße das, daß Intel, wie sagt man so schön, "zerschlagen" werden muß. Das wird nie passieren, alleine schon ob der Tatsache, daß der Ami extrem aggressiv seine Marktmacht stützt und es nicht zulassen wird, daß der Haus- und Hoflieferant seiner Kriegsmaschinerie zerlegt und in nicht mehr kontrollierbare Einzelteile zerpflückt wird. AMD würde eher über Nacht "rein zufällig" eine revolutionäre Technik bringen - keiner fragt woher sie kommt - und wäre damit wieder eine Weile gerettet ... AMD hat im lukrativen Serversegment lange nichts mehr zu melden. Wer Leistungs benötigt, kauft Intel. Die GPGPU Lösungen sind noch lange nicht spruchreif, weswegen es auch keine Alternativen mit APUs im Workstation-/Serversektor kurz- und mittelfristig geben wird. Im mittleren Leistungssegment sind die APUs einfach alles andere als lukrativ. Es mag Fälle geben, wo die hohe iGPU Leistung vorteilhaft ist, aber die enorme Wärmeenergie, die gemessen meistens weit jenseits des schöngelogenen TDP Wertes liegt, macht die AMD CPU Riege eher unattraktiv. |
Re: [Wirtschaft] AMD streicht angeblich die großen CPUs von der Roadmap | |
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| Peter
(vom 20.11.2012 um 09:16) |
Das gilt aber nur, solange du Desktop-Prozessoren noch als separates Marktsegment betrachtest. Betrachtet man das Feld Computer, zu welchen inzwischen auch Tablets einbezogen werden, hätte Intel dann kein Monopol. Sobald die Grenzen weiter verschwimmen und auch noch Smartphones mit in die Segmente einbezogen werden, dürfte eine FTC ausreichend Konkurrenz sehen. |
Re: [Wirtschaft] AMD streicht angeblich die großen CPUs von der Roadmap | |
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| Drohne
(vom 20.11.2012 um 09:57) |
Hallo Peter. Ich bin kein Jurist. Ab wann die Kartellbehörden in den USA eine (Quasi-)Monopolstellung sehen würden, kann ich nicht sagen. Diese Diskussion kam um 2007 einmal auf, als AMDs Aktien richtig tief gefallen waren - wenn ich mich recht entsinne. Letztlich geht es ja nicht um die absolute Monopolstellung, sondern um Gefährdung der Wettbewerbsstellung am Markt und somit die potentielle Möglichkeit, Preise quasi zu diktieren. Ich würde Intels Position so bezeichnen, als wäre das Unternehmen gerade auf der Schwelle zu einem solchen Spektrum der Möglichkeiten. Selbst wenn Intels ATOM nicht leistungsfähig genug ist, um die Konkurrenten zu schlagen - Chipzilla ist so mächtig und groß, daß sich über den Preis sehr viel regulieren läßt. Ich sagte eingangs, daß ich kein Jurist bin. Deshalb ist meine Befürchtung eventuell überzogen skizziert. Ich würde es AMD wünschen, daß sie wieder Fuß im Serversektor fassen. Was derweil vielen gar nicht mehr bewußt wird, die sich in Diskussionen einklinken ist, daß gerade im Serversektor Entwicklungen vorangetrieben werden und pro Chip die höchsten reinen Gewinne eingefahren werden. Aber gerade auf diesem Markt hat AMD die schlimmsten strategischen Fehler begangen und viel Terrain verloren. Chipsätze waren veraltet und kamen zu spät, während die Dritthersteller - Broadcom, nVidia - ihre Produkte ebenso nicht weiterentwickelten und sich vom AMD Support zurückzogen, obwohl deren Anteil an Chipsätzen im Serversegment den größten Teil ausmachte. Nach der "BArcelona" Einführung zeigte sich eine deutliche Trendwende in der Chefetage AMDs. Der Konsummarkt wurde stärker bedient, der Servermarkt hinkte immer eine Entwicklungsgeneration hinterher. Intel kann sich das leisten - denn der Konzern kann langfristige Garantien erbringen, die AMD aufgrund seiner Größe nicht vorzuweisen hat. Und nicht zuletzt hat AMD nie die GPGPU-Karte ausgespielt! Wie lange sind nun die GCN GPUs am Markt? Wo sind AMDs professionellen Number-Cruncher-Lösungen ala TESLA aus dem Hause nVidia? Technisch gesehen braucht sich eine GCN GPU in Sachen Leistung nicht hinter einer TESLA (Fermi) zu verstecken! 500 Euro teure Spielzeuggraphikkarten, HD7970, kommen einer 3000 Euro TESLA Karte in OpenCL lastigen Umgebungen so nahe, daß ich sagen würde, daß es da keinen Unterschied gäbe (wohlgemerkt, "double precision" Rechnungen). Leider sind AMDs Treiber ziemlich grottig, Langzeitstabilität unter Linux war ein Problem. Aber die OpenCL Entwicklungsumgebung ist laut meiner Kollegen den Alternativen vorzuziehen. Wenn ein Institut einen Cluster kaufen möchte, der rechnet, dann wird in der Regel nVidia eingekauft. Der Name ist allüberall! AMD taucht kaum auf. Zwar unterstützt AMD die Wissenschaft, aber hierzulande ist das wohl anders als in den USA. Die amerikanischen Kollegen bezeichnen AMD als eher unwillig. Für mich bedeutet das, daß die eher unbedeutende Marktsituation in der Bundesrepublik - und wir sind nun mal ein einfacher "Konsumentenmarkt" der kleineren Kategorie im Vergleich zu Japan, den USA selbst oder vielen Staaten in Asien - keine Allgemeinschlüsse zuläßt. Vermutlich sind die Probleme AMDs mehr US-Markt bezogen. Ganz nebenbei: Ich frage mich, warum ein Chipdesigner wie ARM Inc. nicht mit deutschen Großkonzernen zusammenarbeitet, um einen eigenen, europäischen Mikroprozessor zu entwickeln und damit eine Loslösung aus der x86-Methusalem-Umklammerung ermöglicht. *BSD und Linux wird hierzulande ebenso entwickelt (obwohl ich keine bundesdeutsche Hochschule für Informatik kenne, die sich nach der glorreichen Zeit der Betriebssystementwicklungen noch einen Namen verschafft hat, es scheint alles im erosiven Prozeß befindlich). In einemm solchen Falle mit einer europäischen RISC basierten eigenen CPU würde man Meldungen wie diese eher als glückliche als unglückliche aufnehmen. Das stimuliert dann wiederum das Selbstwertgefühl ;-) |