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Klage der Tolkien-Erben gegen Produzenten des kleinen Hobbit gestartet

Wirtschaft | 21.11.2012, 22:13
Eine ungewöhnliche Klage rollt gerade auf die Warner Brothers Studios zu. Die Erben des Autors J.R.R. Tolkien werfen dem Konzern Vertragsbruch vor, zurück geführt auf einen Vertrag, welcher in den sechziger Jahren geschlossen worden ist. An der Klage beteiligt ist gleichzeitig das Verlagshaus HaperCollins.

Der verstorbene Bestseller-Autor J.R.R. Tolkien und seine Erben gingen schon immer sehr sensibel mit den Bestsellern Der Herr der Ringe* und Der kleine Hobbit* um. Anfragen zur Verfilmung gab es in den Jahren wohl zur genüge, doch nie war es dem Autor oder den Erben recht zu machen. Eine erste Zeichentrick-Verfilmung wurde zwar gestattet, brachte aber nicht den gewünschten Durchbruch. Erst sehr viel später, mit Warner Brothers als Produzenten und Peter Jackson als Regisseur, kam der gewünschte Hollywood-Durchbruch für Der Herr der Ringe dann auch auf der Leinwand. Den meisten unbekannt dürfte der Umstand sein, dass es vertragliche Vereinbarungen aus den sechziger Jahren gibt und in diesen gab es offenbar auch Regelungen zur Vermarktung.

Genau hier sehen das Verlagshaus HaperCollins und die Erben des Autors nun einen Vertragsbruch und erheben Klage gegen Warner Bros. als Produzenten. Zwar habe der Vertrag Vermarktungen wie etwa Masken, Papierwaren oder Spielfiguren erlaubt, nicht aber digitale Produkte – hier bezogen auf derzeitige elektronische Spiele oder gar Klingeltöne.

Etwas absurd wirkt das Ganze natürlich, wenn von Online-Spielen oder Klingeltönen die Rede ist, da dies eine klare Anlehnung an die Film-Reihe darstellt. Darüber hinaus war zum Vertragsschluss noch keinerlei Tragweite künftiger Online-Inhalte abzusehen – das Internet existierte zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Klarheit zu diesen Fragen wird letzten Endes ein Gericht schaffen müssen – falls die Parteien sich nicht im Vorfeld außergerichtlich einigen werden. Die Forderung der Kläger sieht mindestens 80 Millionen Euro Schadensersatz vor. Seitens Warner Bros. gibt es derzeit noch kein offizielles Statement zu den Vorwürfen.
[pg]







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