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Fuck You Platz 2 - Yolo Platz 1 - die Internetsprache der Jugendlichen und das Jugendwort 2012

Internet | 26.11.2012, 00:13
Seit Jahren sind Abkürzungen im Internet an der Tagesordnung. Doch was ist Yolo oder FU? Yolo belegte nun Rang 1 beim Jugendwort des Jahres, FU "nur" Platz 2. Dabei steht FU für "Fuck You" und Yolo für "You only live once". Und während man sich noch den Kopf darüber zerbrechen möchte, wohin das führt, hat eine Jury des Langenscheidt-Verags sich für ein Urteil zu den Jugendwörtern 2012 entschieden. Wohl aber erkennt man, dass der Einfluss des Internets sich auf den Sprachgebrauch auswirkt.

Die musikalische Darbietung von Pink scheitert, weil sie zu häufig Kraftausdrücke à la "Fuck" in ihren Songs verwendet. Es werden Neuauflagen kreiert und der Song verliert an prinzipiellem Gehalt. Richtig schreien jene, die das durchgesetzt haben, falsch eben jene, die den Song im Orginal-Text schätzten. Gerade im Internet bewegt man sich inzwischen auf dünnem Eis, ist man nicht mit allen "Fachbegriffen" der Jugend vertraut. Eine Abkürzung jagt die nächste und während "cu" einmal einen Insider-Begriff darstellte, haben mobile Gerätschaften und ihre langwierigen Eingaben weitere Abkürzungen fast schon etabliert. Darunter dann auch gescholtene Begriffe wie "Fuck you".

Gerade der Langenscheidt Verlag, Herausgeber des Dudens, hat eine Jury ins Leben gerufen, die das Jugendwort 2012 küren sollte. Die Wahl der sechsköpfigen Jury fiel auf Yolo auf und Platz 1, gefolgt von FU auf Platz 2. Die Abkürzungen werden immer häufiger und sind durch die mobilen Eingabegerätschaften mitunter zu erklären, bei denen man ohne Tastatur schnell reagieren will, aber nicht immer die Lust dazu hat, die elektronische Tastatur korrekt zu treffen. Yolo – die Abkürzung für "You only live once" steht nach der Auswahl der Jury auf Platz 1 – Du lebst nur einmal. Den zweiten Platz nahm die Abkürzung FU ein – Fuck You.

Ob die weiteren Plätze von Belang sind, bleibt dahin gestellt. Ein klares Fahrwasser ist aber nicht mehr vorgegeben. Die Jury gab an, dass das Internet klare Auswirkungen auf den Sprachgebrauch habe. Über diese Aussage müssen sich objektive Betrachter dann nicht weiter wundern, denn die Sprache an sich verroht. Gelegenheitsbeiträge oder Mitteilungen in Foren sind kaum noch verständlich, geprägt von Abkürzungen. Aber schlimmer noch: überall dort wo auch noch eine Tastatur vorhanden ist, erkennt man das fehlende Verständnis für verständlichen Deutschen Text all zu oft. Randerscheinungen? Wen interessiert es noch? Wichtiger ist offenbar, dass man auch für politische Geschehnisse eine weitere Abkürzung findet. "Wulffen" landet auf Platz 4.

Dies stellt eine Anlehnung an den geschiedenen Bundespräsidenten Christian Wulff dar – soll dabei für eine Person stehen, welche jemandem die Mailbox volltextet. Danke dafür – es wäre doch eher als angenehm zu bezeichnen, wenn mobile Schreiberlinge sich weniger an den Plätzen Eins bis Fünf orientieren, sondern vielmehr ein kleines Stück an der deutschen Sprache teilhaben würden. Dabei gestehen wir selbst auch gerne ein gewisses Maß an Fehlern zu. Schön aber wenn es immerhin für alle verständlich bleibt.
[pg]







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