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 Jugendliche nutzen Online-Communities zu leichtsinnig

Internet | 29.11.2008, 11:41
Schon in der Vergangenheit hatten Studien ergebenen, dass Kinder und Jugendliche im Internet oft alleine unterwegs und dabei häufig unvorsichtig sind, doch die Gefahr die von den Online-Communities ausgeht ist deshalb so gravierend, weil hier ein vermeintlicher Freundeskreis über den Alltag und das Leben der betreffenden Person unterrichtet wird.

Diese Erkenntnis zeigt jetzt auch die JIM-Studie 2008 (Jugend, Informationen, [Multi-]Media) des Medienpädagogischem Forschungsverbundes Südwest (MPFS), welches seit 1998 im Auftrag der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz jährlich eine Befragung von 1200 Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren unternimmt. Dabei wird ermittelt, wie das Freizeitverhalten der Jugendlichen ist und wie es sich entwickelt.

Die zu erwartende Erkenntnis der aktuellen Studie ist, dass der Computer den Fernseher als beliebtestes Medium abgelöst hat, so besitzen 71 Prozent der Befragten einen PC während knapp 61 Prozent über einen eigenen Fernseher verfügen. Ungebrochen liegt das Buch mit Abstand dahinter. Rund 23 Prozent geben an täglich in einem Buch, welches kein Schulbuch ist, zu lesen. Trotz der steigenden Begeisterung für das Internet, jedem Zweitem der Befragten steht ein Internet-Zugang zur Verfügung, hält die Mehrheit eine Tageszeitung für die glaubwürdigste Informations-Quelle. Knapp die Hälfte liest die Tageszeitung, aber auch die Online-Ausgabe gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Doch während die Jugendlichen dem Internet als Nachrichten-Quelle kritisch gegenüber stehen, besteht darüber hinaus keine große Hemmung der Jugendlichen ihre Daten im Internet zu verteilen. Rund drei Viertel der Befragten haben Erfahrungen mit den Communitiy-Plattformen gemacht und 41 Prozent nutzen diese täglich. Dabei geben rund drei Viertel der Jugendlichen ungehemmt persönliche Informationen wie Hobbys oder Vorlieben preis, knapp 60 Prozent veröffentlichen auch Fotos oder Videos von sich selber sowie Familienmitglieder oder Freunde. Dabei sind Mädchen beim Bildmaterial freigiebiger als Jungen, die dafür häufiger ihre Messenger-Nummer oder E-Mail-Adresse angeben. Zurückhaltung besteht bei den privaten Telefonnummern, nur knapp 7 Prozent der Befragten habe entweder Festnetz- oder Handynummer im Internet angegeben.

Entscheidendes Kriterium für die Freigiebigkeit der Jugendliche ist, wer Zugang zu den persönlichen Daten hat. Hier geben 34 Prozent zu, dass jeder auf die Daten zugreifen kann während 61 Prozent den Einblick auf die Daten nur für "Freunde" zulassen, jedoch ist die Definition von "Freunde" fraglich. Zwar geben die Jugendlichen an, dass sie mit "Freunden" nur richtige Freunde meinen, jedoch spricht die Durchschnittliche Anzahl der "Freunde", welche bei Jungen 70 beträgt und bei Mädchen sogar 90, dagegen.

Dabei kennen die Jugendlichen durchaus die Gefahr, welche sich hinter einer solchen Freigiebigkeit verbirgt. Gut 40 Prozent bestätigten, dass bereits ungewollt Fotos von ihnen ins Netz gestellt worden sind, etwa 20 Prozent hat deshalb schon ärger im Freundeskreis gehabt. Ebenso häufig wurden die Jugendlichen bereits innerhalb der Community beleidigt oder bloßgestellt und rund 25 Prozent berichten sogar von Mobbing.

Dennoch scheint die Freizügigkeit im Internet weiter zu wachsen und die Jugendlichen müssen mitziehen um dazu zugehören. Dem entsprechend stehen die Eltern in der Pflicht. Doch wie schon eine englische Studie zeigt, sind diese längst nicht so bewandert und wissen häufig gar nicht, was ihr Kind in der virtuellen Welt treibt. Dabei bestehen neben der Gefahr für persönliche Daten auch mögliche rechtliche Gefahren. So häufen sich die Fälle von betrügerischen Rechnungen, welche auch Jugendlichen untergeschoben werden, zudem haften Eltern für das Fehlverhalten ihrer Kinder im Internet.

[dk]





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