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Marktanteile der Mainboard-Hersteller - im Retail-Bereich kaum noch Alternativen

Mainboards | 15.02.2013, 00:25
Im Desktop-Segment tummelten sich vor Jahren noch zahlreiche Anbieter von PC-Hauptplatinen. Das Angebot ist geschrumpft und kaum einer erinnert sich noch an Hersteller wie beispielsweise ABIT, EPoX oder aber Soyo. Statt dessen schrumpft der Markt zusammen auf Hersteller, welche sich auf die Auftragsproduktion konzentrieren und jene, welche daneben auch Mainboards unter eigenem Label vertreiben. Letztere bedienen vorrangig das Endkunden-Geschäft und der Branchendienst Digitimes liefert hierzu Absatzzahlen für das vergangene Jahr 2012.

Geht es um abgesetzte Stückzahlen im Mainboardbereich, werden Angaben dazu in aller Regel darüber aufgestellt, welche Hersteller – auch Auftragsfertiger – wie viele Hauptplatinen verkauft oder ausgeliefert haben. Dabei werkeln unter Umständen in Dell-Computern Platinen, welche den Schriftzug Dell tragen, in Medion-PCs (ALDI) möglicherweise Modelle mit einem Medion-Schriftzug. Diese Platinen fertigt aber weder Dell, noch Medion, sondern ein Auftragsfertiger. Zu den großen Namen zählen unter anderem Foxconn und ehemals auch ASUStek und Firmenableger (beispielhafte Aufzählung).

Der Branchendienst Digitimes zeigt nun allerdings eine Gegenüberstellung für das Jahr 2012, welche sich ausschließlich mit dem "Own-Brand"-Verkauf beschäftigt. Das sind vorrangig Absätze ins Endkundengeschäft, oder aber an PC-Bauer, welche auf gewisse Markennamen auf ihren Produkten setzen. Wenig überraschend führt hier ASUS* das Feld mit 22 Millionen verkauften Platinen 2012 ab.

Auf Rang zwei findet sich die beliebte Marke Gigabyte* mit 19 Millionen verkauften Motherboards, gefolgt von ASRock mit 7,7 Millionen Platinen und schließlich MSI mit lediglich noch 5 Millionen Hauptplatinen. Diesen Rang muss sich MSI dann wiederum mit Intel – ebenfalls 5 Millionen Stück – teilen. Alles in Allem halten diese Anbieter derzeit 73 Prozent vom Absatz – auf ungenannte Hersteller entfallen damit 27 Prozent oder rund 21 Millionen Hauptplatinen.

Beim absoluten Kampf um das Label im Desktop-Segment sind über die Jahre nicht wenige Anbieter auf der Strecke geblieben – genannt hatten wir beispielsweise die Namen ABIT, EPoX oder Soyo, welche sich für eine Weile großer Beliebtheit erfreuten. Die Namen könnten fortgesetzt werden. Letzten Endes bedeutet dies aber nur, dass Entscheidungen mehr oder minder bereits getroffen sind und Richtungen auf der Hand liegen. ASUS und Gigabyte liefern sich im Endkundensegment einen permanent erbitterten Kampf. Intel hat angekündigt aus dem Hauptplatinen-Geschäft auszusteigen und macht damit Raum für MSI, welche weit abgeschlagen hinter den beiden Herstellern zurückliegt. ASRock will weiterhin ein Stück vom Kuchen abhaben und hat dies ohnehin so angekündigt – gerne würde die ehemalige ASUStek-Tochter den zweiten oder gar ersten Rang einnehmen – bislang bleibt Platz drei.

In den typischen Top-4-Listen fehlt aktuell ECS Elitegroup. Der Hersteller hatte über die letzten Jahre weiterhin versucht einen Fuß in deutsche oder europäische Türen zu bekommen – mal mit Bravour und eben auch ohne Glanzleistungen. Das Tamtam um ehemalige Größen auf diesem Bereich verblasst immer mehr. Auftragsfertiger bleiben und werden dort auch noch eine Weile ihr Geld verdienen. Letztlich werden die Angebote für Endkunden aber weiter dünner werden.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicken wir auf das vielfältige Angebot zurück, welches noch vor wenigen Jahren im Endkundensegment herrschte.
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