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NVIDIA kündigt GeForce GTX Titan offiziell an - Grafikkarte mit utopischem Preis

Grafik | 19.02.2013, 15:00
Genug der Gerüchte – NVIDIA erlaubt der Presse erste Informationen zur GeForce GTX Titan – so der offizielle Name der Desktop-Grafikkarte mit GK110-Chip. Allerdings haben die Gerüchte der letzten Tage praktisch schon sehr viel verraten, abgesehen vom GPU-Boost in Version 2.0, welcher nun erstmals mit Titan die Bühne betritt.

NVIDIAs Grafikkarten für das Desktop-Segment hören auf den Namen Kepler, woraus die Abkürzung GK (GeForce Kepler) abzuleiten ist, welche die internen Chipnamen anführt. Der bislang schnellste Kepler-Prozessor von NVIDIA – die GTX 680 – hört auf den internen Namen GK104. Nun betritt GK110 für den Desktop-Markt die Bühne. Dieses leicht kastrierte Server-/Workstation-Produkt, welches als Tesla-Karte im Profi-Segment bereits Einzug hielt, erhält keine typische Namensgebung à la GeForce GTX 6xx, sonder hört auf den Namen Titan. Ein Titan ist das Produkt sicherlich – wie NVIDIA verrät die größte, schnellste und komplexeste GPU, welche der Hersteller bislang baute. Als Titan darf man diese Grafikkarte aber auch im Hinblick auf den Preis verstehen: 999 US-Dollar möchte NVIDIA für das Produkt haben. Für Deutschland nannte man uns einen Preis von 800 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.

Die Eckdaten

Dafür bietet man 6 GByte Hauptspeicher (GTX 680: 2 GByte – Radeon HD 7970: 3 GByte), welcher mit 1500 MHz getaktet wird, ebenso wie die GeForce GTX 680. Dabei blickt Titan jedoch auf 2688 Shader-Einheiten, fast das doppelte also, was GK104 alias GTX 680 mit 1536 Einheiten zu bieten hat. Mit 551 mm² ist auch die Chipgröße deutlich höher als bei der GeForce GTX 680 und zudem bindet man den Speicher mit einem 384-bit-breiten Interface an, statt lediglich 256.

Beim GPU-Takt backt man im direkten Vergleich zum größten GK104-Chip dann allerdings kleine Brötchen. Mit 876 MHz nennt NVIDIA die garantierte (durchschnittliche) Boost-Clock – die BaseClock mit 837 MHz. In diesem Vergleich zeigt sich die GTX 680 bereits mit 1006 MHz Base-Clock. Die TDP wächst von 195 Watt (NV-Angabe) auf 250 Watt. Zur Idle-Leistungsaufnahme wollte der Hersteller sich noch nicht äußern – sie soll sich ähnlich zur GTX 680 zeigen.

GPU Boost Version 2 und die Kühlung

Was ist nun also wirklich neu? NVIDIA nennt GPU-Boost 2.0 als Neuerung gegenüber bisherigen Kepler-Desktop-Produkten. Dabei erklärt der Hersteller, dass man sich bei GPU-Boost in Version 1 vorrangig auf die Überwachung der Leistungsaufnahme beschränkt habe. Eine interessante Aussage, bedenkt man die Hinweise zum Launch der GTX 680 und den "vielen Faktoren" an welchen der Boost festgemacht worden sei. Unser Artikel erklärte seinerzeit schon abseits des Marketings, dass NVIDIA offenbar nur am PowerTarget seinen Boost festmacht. Gleichzeitig hatten wir Einflüsse der Temperaturentwicklung beobachten können, welche sich negativ auf die höheren Taktraten auswirkten.

Bild: NVIDIA kündigt GeForce GTX Titan offiziell an – Grafikkarte mit utopischem Preis


Das konnte NVIDIA offenbar ebenfalls beobachten und so richtet sich GPU-Boost 2 nun nicht mehr vorrangig an der Leistungsaufnahme aus, sondern ebenfalls an der Temperaturentwicklung, deren grundlegend gesetztes Ziel offenbar 80 °C ist. Im gleichen Atemzug rühmt der Hersteller seine Kühllösung für Titan, welche optisch der GTX-690-Umsetzung sehr ähnlich scheint. Der Titan-Kühler soll über eine deutlich bessere Kühlung verfügen, als die bisherigen GTX-680-Referenzkühler und durch die bessere Kühlung dann auch zu dauerhaft hohen Boostraten führen.

Die Performance

Im Hinblick auf die Performance gab NVIDIA in seiner Telefonkonferenz noch keine klaren Angaben. Die Veröffentlichung offizieller Benchmarks ist der Presse erst ab dem 21. Februar gestattet. Man gab lediglich zur Kenntnis, dass es die schnellste Single-GPU-Lösung am Markt werden wird. Das unterstellen wir ebenfalls. In welcher Distanz zur GeForce GTX 680 oder Radeon HD 7970 wird sich noch zeigen müssen.

Berücksichtigt man, dass es eine GeForce GTX 680 derzeit bereits zu Preisen ab rund 400 Euro gibt und Radeon HD 7970 bereits ab 320 Euro , muss Titan bei veranschlagten 800 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer doch deutlich mehr leisten können um diesen Preis zu rechtfertigen.

Die Verfügbarkeit – kaum Muster vorhanden

Bisherige Gerüchte sprachen davon, dass es erst einmal nur 10.000 Stück Titan-Grafikkarten weltweit geben würde – die erste Charge. Dem widersprach NVIDIA in der Telefonkonferenz – es entspreche nicht der Wahrheit. Gleichzeitig antwortete man den Fragen bezüglich fehlender Testmuster bei der Presse nicht, ebensowenig woher Muster bezogen werden könnten. Angeblich – abermals Gerüchte – hat NVIDIA für Europa lediglich 10 Testexemplare für die Presse zur Verfügung gestellt. Berücksichtigt man dann noch den genannten Preis von 999 US-Dollar, darf man sehr wohl unterstellen, dass die Nachfrage nach Titan absichtlich klein gehalten wird. Warum? Diese Frage wird NVIDIA sicherlich ebenfalls nicht offiziell beantworten.

Wir wollen es also handhaben wie mit der GeForce GTX 680. Wir besorgen uns käuflich zu erwerbende Muster aus dem Handel und ziehen dann eben später daraus ein objektives Fazit. Wir bitten von daher um Geduld, was einen HT4U-Artikel betrifft. Momentan wissen noch nicht einmal die Händler wann sie erste Produkte erhalten werden.


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