Nachrichten

Tipp: Teure Adobe-Programme und 4K-Auflösung - ein Workaround für die Lesbarkeit (Update 2)

HT4U.net | HT4U.net
Nun gibt es hohe Auflösungen an Computern nicht erst seit gestern. 4K bzw. Ultra HD ist natürlich als letzte Ausbaustufe noch nicht so weit verbreitet, insbesondere bei mobilen Geräten. Das Problem: Man kann zwar über Windows veranlassen, dass im Falle schlechter Lesbarkeit die Schriften größer dargestellt werden, manche Programme ignorieren allerdings diese Vorgaben – darunter Adobe-Software, die teils recht teuer zu Buche schlägt.

Was nützt es einem, dass es deutlich höhere Auflösungen bei Monitoren und auch bei portablen Geräten wie Laptops gibt, wenn die hohe Auflösung zwar zu einem schärferen Bild, aber zu kleiner, unlesbarer Darstellung auf dem Bildschirm führt? Eine WQHD-Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln ist toll, eine UHD-Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten noch viel geiler. Die Hersteller entsprechender Komplettsysteme sind sich des Umstands bewusst, dass man bei kleineren Bildschirmdiagonalen dann durchaus Darstellungsprobleme erhält, und lösen dies mittels simpel integrierter Windows-Skalierungsfunktionen. Im Gros der Fälle klappt das auch reibungslos, aber manche Programme scheinen dagegen verdammt resistent zu sein und ignorieren diese Einstellungen.

Adobe liefert keine Abhilfe

Was macht man also nun auf einem beispielsweise 2.000 Euro teuren Laptop mit 4K-Auflösung, wenn eine 1.000 Euro teure Software plötzlich nicht mehr nutzbar erscheint? So ging es uns mit Adobe Photoshop in Version CS6. In Untermenüs wie "Datei öffnen" wurden beim Aufruf die Schriftgrößen den Windows-Vorgaben angepasst. Im Programm selbst blieben aber die Icons, deren Erklärungen und die Menü-Einträge klitzeklein, weil die Skalierungsvorgaben schlicht ignoriert wurden. Das Problem herrscht seit Jahren vor und man sucht sich bei der Konfrontation nach einer Lösung schusselig. Es sind offenbar mehr oder minder alle (oder die meisten) Adobe-Programme von dem Umstand betroffen, glaubt man den Suchmaschinen-Treffern. Lösungstreffer: überweigend null. Also am besten verkaufen oder auf der alten Hardware sitzen oder vielleicht die allerneueste Software erwerben?

Ein Workaround

Bild: Tipp: Teure Adobe-Programme und 4K-Auflösung – ein Workaround für die Lesbarkeit (Update 2)
Backup Registrierdatenbank
Durch blanken Zufall fanden wir – nachdem wir Suchen zu den Problemen praktisch schon eingestellt hatten – einen verwaisten Foreneintrag in Adobes Support-Forum zum Programm Bridge. Der Eintrag stammte aus 2014 und es gab keinerlei Feedback mehr und insbesondere auch keinerlei Reaktion seitens der Adobe-Moderatoren, aber final brachte ein Link dann schließlich Abhilfe.

Ein Anwender, welcher mit dem gleichen Problem unter Adobe Dreamweaver, Fireworks, Illustrator und Photoshop konfrontiert wurde, löste schließlich das Problem. Die Ursache soll darin liegen, dass Adobe beim Start seiner Programme die Windows-Abfrage, ob es sich um eine hochauflösende Software handelt, schlicht bejahe und damit die Windows-Skalierung ausbleibe. Die Lösung liegt dann in dem Weg, Windows zu erklären, dass das Programm eben nicht diese Möglichkeiten bietet, und das funktioniert über eine Ausnahmeliste.

Hierfür muss man Windows dazu bringen, dass es in eine separate Liste schaut und die dortigen Angaben prüft und berücksichtigt. Ebenso muss diese Liste dann angelegt, hinterlegt und in der Windows Registrierungsdatei verlinkt werden.

Eintrag in der Windows-Registrierung vornehmen

Um den Eintrag in der Windows-Registrierung zu erstellen, muss man mittels "regedit" die Registrierdatenbank öffnen. In der Windows-Registrierung gilt prinzipiell Vorsicht. Man sollte nicht versehentlich etwas löschen. Um sich vor späteren Problemen zu schützen, kann man entweder einen Wiederherstellungspunkt (Start -> Suchleiste -> "Wiederherstellungspunkt erstellen" auswählen) oder ein Backup der Registrierungsdatei (siehe Screenshot) erstellen. Die Windows-Registrierdatenbank erreicht man über einen Klick auf den Start-Button, und dann in der Suchleiste "regedit" eintippen.

Bild: Tipp: Teure Adobe-Programme und 4K-Auflösung – ein Workaround für die Lesbarkeit (Update 2)

Neuen Eintrag erstellen
In der Registrierung suchen wir den Eintrag "HKEY_LOCAL_MACHINE -> SOFTWARE -> Microsoft -> Windows -> CurrentVersion -> SideBySide". Dort angelangt, ist ein Rechtsklick in die rechte Fensterhälfte auszuführen und dann "Neu -> Neuer DWORD Wert(32 Bit)" auszuwählen. Den neuen Eintrag nennen wir dann "PreferExternalManifest". Mit Enter wird der neue Wert erstellt, und im Anschluss klicken wir diesen mit einem rechten Mausklick an und wählen "Bearbeiten". Dort gilt es dann den Wert auf "1" abzuändern, "Dezimal" auszuwählen und danach die Änderungen zu bestätigen. Damit haben wir Windows den Hinweis gegeben, dass es in einer Ausnahmeliste nachschauen soll.

Damit ist unsere Arbeit leider noch nicht beendet, denn zum einen ist die Liste noch nicht erstellt, zum anderen noch nicht entsprechend hinterlegt.

Ausnahmeliste erstellen und hinterlegen

Leider muss nun diese "manifest-Datei" in jedem einzelnen Programm-Ordner des Programmes abgelegt werden, welches nicht korrekt funktioniert/skaliert. In unserem Falle ist dies Adobe Photoshop CS6. Also muss die zu erstellende Datei mit der Bezeichnung "photoshop.exe.manifest" ins Hauptverzeichnis von Photoshop kopiert werden, und das findet sich in diesem Falle unter "C:\Programme\Adobe\Adobe Photoshop CS6 (64 Bit)".

Besagte Datei erstellt man sich schlicht über ein neues Textdokument, welches man dann so benennt, wie zuvor erwähnt. Im Anschluss muss der nachfolgend gezeigte Code in der Tabelle hinterlegt werden.

Bild: Tipp: Teure Adobe-Programme und 4K-Auflösung – ein Workaround für die Lesbarkeit (Update 2)

Download: photoshop.exe.manifest (Rechtsklick -> Ziel speichern unter). Alternativ: Klick auf die Datei öffnet den Code-Inhalt -> kopieren und in eigene Datei einfügen.

Nach dem Speichern der Änderungen ist die Datei an dem genannten Platz im Adobe-Verzeichnis abzulegen, et voila: Photoshop wird sofort korrekt hochskaliert und stellt sich als wieder lesbares Programm dar, mit welchem man dann auch wieder arbeiten kann.

Unter gleichen Problemen leidet man derzeit auch bei Java-Applikationen. Hier gilt der gleiche Grund der fehlerhaften Rückmeldung an Windows beim Programmstart. Unser Workaround funktioniert dort allerdings noch nicht – wir probieren an der Ecke weiter, eine Lösung zu finden.

Ärgerlich bleibt es dennoch, denn es wäre ein Leichtes für die Hersteller der betroffenen Programme, die fehlerhafte Rückmeldung zu ändern. Zumindest bei hochpreisigen Programmen wie den angesprochenen Adobe-Anwendungen sollte man das als Käufer erwarten dürfen.

Update 28. Februar 2016:

Java-Fix

In unserer ursprünglichen Nachricht vom 25. Februar 2016 hatten wir versprochen, dass wir uns momentan auch des Problems mit Java-Applikationen angenommen haben. Nun können wir auch diese Fehler fixen, wenngleich es dauerhaft etwas umständlicher wird. In einer ZIP-Datei haben wir vier Java-Manifest-Dateien (ZIP-File) erzeugt. Nach dem Download (Rechtsklick -> Ziel speichern unter), sind die Dateien zu entpacken und müssen dann in den passenden Java-Ordner kopiert werden.

Bild: Tipp: Teure Adobe-Programme und 4K-Auflösung – ein Workaround für die Lesbarkeit (Update 2)
Hier liegt die Crux. Hat man Java in der 32-Bit-Version installiert, findet man den Java-Ordner im Ordner "Progamme (x86)". Hat man Java in der 64-Bit-Version installiert, findet man den Java-Ordner im Verzeichnis "Programme". Vorsicht gilt, wenn man versehentlich beide Versionen installiert hat. In dem Falle empfehlen wir zwingend, Java komplett zu deinstallieren und die passende Java-Version zum Betriebssystem (32 oder 64 Bit) in der neuesten Form zu installieren.

Die nächste Hürde: Die Dateien gehören dieses Mal nicht ins Java-Hauptverzeichnis, sondern müssen im "bin-Verziechnis" hinterlegt werden – eben dort, wo sich auch die EXE-Dateien befinden. Hat man Java schon länger im Einsatz und führt – wie zu empfehlen –, die Sicherheits-Updates regelmäßig aus, finden sich im Java-Ordner für jede dieser Versionen entsprechende Ordner mit den Versionsnummern! Das hat zur Folge, dass man natürlich den Ordner mit der jüngsten Versionsnummer wählen muss, um das dortige "bin-Verzeichnis" anzusteuern. Es bedeutet aber auch, dass dieser Workaround mit den Manifest-Dateien leider bei jedem Java-Update erneut vorgenommen werden muss! Die vier Manifest-Dateien müssen dann also in jedem Fall wieder in das neu erstellte Verzeichnis kopiert werden.

Bild: Tipp: Teure Adobe-Programme und 4K-Auflösung – ein Workaround für die Lesbarkeit (Update 2)


Auch hier können wir nur hoffen, dass Oracle diesen eigentlich simpel zu beseitigenden Fehler von Hause aus in seiner Software behebt. Bis dahin bleibt dieser leider umständliche Weg.

Update 25. September 2016

Zu unserem Workaround vom 26. Februar 2016 gibt es einen Nachtrag zu liefern. Völlig überrascht stellten wir heute fest, dass der beschriebene Workaround plötzlich nicht mehr funktionierte. Der Grund dafür war schnell gefunden: Microsoft hatte seine Auto-Updates in der Nacht eingespielt und offenbar den gesetzten Schlüssel "PreferExternalManifest" in der Registierdatenbank schlicht entfernt. Die positive Nachricht ist aber, dass es nun lediglich erneut des beschriebenen Weges bedarf, um den Schlüssel in der Registrierdatenbank wieder zu erstellen. Danach funktioniert alles wieder, die Manifest-Dateien bleiben erhalten.
[]






Stichworte zur Meldung: Windows Workaround Java Skalierungsprobleme 4k Adobe Uhd Illustrator Wqhd Fix Photoshop