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Samsung und IBM entwickeln neues Auge

Computer | 15.08.2016, 17:52
Samsung stellte auf einem IBM-Forschungs-Event ein neues künstliches Auge vor. Verwendet wurde ein TrueNorth-Chip von IBM. Die Struktur des Chips ist dabei vom Gehirn inspiriert worden und erlaubt eine Gestenerkennung mit 2.000 Bildern pro Sekunde. Die Erkennung an sich erfolgt ähnlich wie im Auge und nicht wie bei einer Digitalkamera.

IBMs TrueNorth-Chip besteht aus 4.096 kleinen Prozessoren, welche ungefähr 1 Million digitale Hirnzellen und 256 Millionen Synapsen bilden. Insgesamt agiert der Chip wie das Gehirn; es werden intern Daten ausgetauscht, um eine reibungslose Arbeit zu gewährleisten.

Eine Digitalkamera nimmt Einzelbild für Einzelbild auf. Im menschlichen Auge befinden sich Zäpfchen und Stäbchen, bei denen jedes einzelne eine bestimmte Information an die angeschlossenen Neuronen (Nervenbahnen) weiterleitet. Neuronen, welche tiefer liegen, filtern hierbei nach Mustern, nach relevanten und irrelevanten Informationen. Nur bei bestimmten Mustern geben auch diese Neuronen die Informationen weiter. IBMs TrueNorth-Chip wird verwendet, um die Daten ähnlich zu bearbeiten. Da nicht alle Informationen weiterverarbeitet werden müssen, wird das System schneller und erlaubt somit, 2.000 Bilder pro Sekunde zu erkennen. Eine herkömmliche Kamera bringt es normalerweise auf maximal 120 Bilder pro Sekunde.

Dank der vom Gehirn inspirierten Struktur und der vom Auge inspirierten Datenverarbeitung verbraucht das Auge nur ca. 300 Milliwatt. Im Vergleich zu herkömmlichen Prozessoren ist das sehr wenig, im Vergleich zum Gehirn jedoch reine Energieverschwendung.

Der Chip könnte nicht nur als Prothese eingesetzt werden, sondern, wie Samsung vorführte, zum Steuern von Geräten wie zum Beispiel dem Fernseher. Eine weitere Möglichkeit des Einsatzes sieht Quing Wu, der leitende Ingenieur des Air-Force-Labors, in der autonomen Steuerung für Drohnen. Zurzeit arbeite man bereits an einem auf der Architektur des TrueNorth-Chips basierenden System. Ein nützlicherer Einsatz als in Kriegsgebieten wäre wahrscheinlich nach umweltbedingten Katastrophen. Hier könnten Drohnen das Gebiet autonom und effizienter überfliegen und nach Verletzten suchen.

Autor: Dominik H.
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