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Intel bekommt Konkurrenz: AMD zeigt erste Zen-Benchmarks auf Augenhöhe mit Broadwell-E

Prozessoren | 18.08.2016, 21:51
AMD hat letzte Nacht in San Francisco weitere Details zu den kommenden Zen-Prozessoren offengelegt. Die Desktop-Version "Summit Ridge" soll demnach pro Takt 40 Prozent mehr Instruktionen verarbeiten, als die aktuellen Modelle der Firma. Auch das 32-Kern-Monster "Naples" durfte erstmals seine Muskeln spielen lassen.

Der von AMD gezeigte "Summit Ridge" hat acht Kerne und kann dank HyperThreading (SMT) 16 Threads zeitgleich bearbeiten. Damit rückt dieser Prozessor nicht nur auf dem Papier in die Liga eines Broadwell-E auf, sondern schlägt Intels Prozessor sogar, wenn beide dieselbe Anzahl an Kernen und Threads nutzen sowie mit derselben Geschwindigkeit takten. Als Beleg diente im Rahmen der Demonstration die Software Blender, welche im Multithread-Betrieb lief. Allerdings musste man hierzu bei der Intel-CPU den Turbotakt deaktivieren. AMDs Chefin Lisa Su versprach jedoch, dass die finalen Zen-Prozessoren schneller takten werden, als das gezeigte Vorserienmodell.

Erstmals hat AMD das 32-Kern-Monster "Naples" gezeigt, welches für den Server-Einsatz gedacht ist. Im Demosystem steckten zwei "Naples" mit zusammen 64 Kernen und 128 Threads, auf denen Windows Server lief. Mit Zen will AMD zurück in die Oberklasse, wo man mit CPUs noch hohe Margen erzielen kann. Neben Prozessoren für Desktop-PCs, Workstations und Server wird es auch APUs auf Zen-Basis geben, welche AMD für kompakte Systeme, Notebooks und lüfterlose Convertibles anbieten wird.

Die Zen-Architektur soll für die kommenden Jahren den Grundstein für AMDs weitere Entwicklungen bilden. Die Abkehr von CMT (Clustered Multi-Thread) zugunsten von SMT (Simultaneous Multithreading) ermöglicht mehr Leistung pro Watt, es gibt einen DDR4-Speicher-Controller, eine leistungsstärkere Cache-Hierarchie und eine verbesserte Sprungvorhersage. Nach dem Bulldozer-Desaster stellt Zen eine komplette Neuentwicklung und einen Neustart dar, den AMD dringend benötigt. Die neue AM4-Plattform soll ebenso leistungsfähig sein und dedizierte PCIe-Lanes für Grafik, SATA Express, NVM Express, USB 3.1 (Gen 2 mit 10 Gbps) und andere I/O-Funktionen bieten, ohne dabei die Lanes für andere Geräte und Komponenten zu verknappen.

Die ersten Zen-Prozessoren sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Es wird sich vermutlich um die Desktop-Baureihe "Summit Ridge" handeln, welche sich den neuen Sockel AM4 mit den APUs der Bristol-Ridge-Serie teilen wird. Bristol Ridge basiert auf dem Bulldozer-Abkömmling Excavator und gehört noch nicht zur Zen-Familie. Zunächst will AMD die großen OEM-Hersteller beliefern, die ihre Rechner pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in die Läden bringen könnten. Ob es in diesem Jahr auch einzelne CPUs in den Handel schaffen werden, bleibt noch abzuwarten.

Zu Preisen wollte man sich natürlich noch nicht äußern, doch die Geschäftsführerin merkte an, dass man sicher andere Preissegmente als jene der bisherigen Prozessoren anzielen werde.

Autor: mid
[pg]







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