Nachrichten

WhatsApp tauscht Daten mit Facebook aus

Mobile | 26.08.2016, 19:21
Vor zweieinhalb Jahren hatte Facebook einen Dienst mit dem blödsinnigen Namen WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar gekauft. Damals befürchteten Verbraucherschutzvereinigungen, dass sich Facebook die über WhatsApp gesammelten Daten für Werbezwecke einverleiben wolle. Und genau das ist ab sofort der Fall.

WhatsApp hat seine Nutzungsbedingungen und Datenschutzhinweise überarbeitet und führt dabei folgende Änderung auf:
    "Wir gehören seit 2014 zur Facebook-Unternehmensgruppe. Als Teil der Facebook-Unternehmensgruppe erhält WhatsApp Informationen von den Unternehmen dieser Unternehmensgruppe und teilt Informationen mit ihnen. Wir können mithilfe der von ihnen erhaltenen Informationen und sie können mithilfe der Informationen, die wir mit ihnen teilen, unsere Dienste sowie ihre Angebote betreiben, bereitstellen, verbessern, verstehen, individualisieren, unterstützen und vermarkten. Dazu gehört auch die Unterstützung bei der Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen, des Verstehens der Art der Nutzung unserer bzw. ihrer Dienste, der Absicherung der Systeme und der Bekämpfung von Spam, Missbrauch bzw. Verletzungshandlungen. Facebook und die anderen Unternehmen in der Facebook-Unternehmensgruppe können Informationen von uns auch verwenden, um deine Erlebnisse in ihren Diensten, wie Vorschläge zu unterbreiten (beispielsweise Freunde oder Verbindungen oder interessante Inhalte) und um relevante Angebote und Werbeanzeigen zu zeigen. Deine WhatsApp-Nachrichten werden nicht für andere sichtbar auf Facebook geteilt. Tatsächlich wird Facebook deine WhatsApp-Nachrichten nicht für irgendeinen anderen Zweck nutzen, als uns beim Betreiben und bei der Bereitstellung unserer Dienste zu unterstützen."

Im Klartext bedeutet dies: Facebook gleicht die Telefonnummer von WhatsApp-Nutzern sowie deren Kontakte mit den eigenen Daten ab, um Internetnutzer noch genauer identifizieren und seine Werbeanzeigen noch besser auf diese zuschneiden zu können. Und das ist durchaus problematisch, denn während WhatsApp bisher ein gutes Datenschutzniveau hatte, ist das von Facebook bekanntlich unterirdisch.

Dies war schon im Jahr 2014 so, und daher ermahnte die US-Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) die beiden Firmen angesichts der bevorstehenden Übernahme, dass sie getätigte Versprechen im Hinblick auf den Datenschutz auch zukünftig zu halten hätten:
    "We want to make clear that, regardless of the acquisition, WhatsApp must continue to honor these promises to consumers. Further, if the acquisition is completed and WhatsApp fails to honor these promises, both companies could be in violation of Section 5 of the Federal Trade Commission (FTC) Act and, potentially, the FTC's order against Facebook."

Beide Firmen erklärten damals, dass sich für ihre Benutzer nichts verändern würde und WhatsApp auch nach der Übernahme eigenständig bleibe. Ein Bruch der Datenschutzversprechungen kann laut FTC zu einer empfindlichen Strafe für Facebook führen. Um das zu vermeiden, räumt WhatsApp seinen Bestandskunden nun eine Opt-out-Möglichkeit an:
    "Wenn du ein bestehender Nutzer bist, kannst du wählen, deine WhatsApp-Account-Informationen nicht mit Facebook zu teilen, um deine Facebook-Werbung und Produkterlebnisse zu verbessern. Bestehende Nutzer, die unseren aktualisierten Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie zustimmen, haben weitere 30 Tage Zeit, diese Auswahl zu treffen, indem sie zu Einstellungen > Account gehen."

Auch wenn man die neuen Nutzungsbedingungen und die überarbeiteten Datenschutzhinweise akzeptiert, kann man den Datenaustausch binnen 30 Tagen wieder deaktivieren. Dies gilt aber nicht für Neukunden – die müssen den Fisch so fressen, wie er ihnen zugeworfen wird. Und da hängt nun ein Rattenschwanz namens Facebook dran ...

Autor: mid
[pg]







Stichworte zur Meldung: Mit Daten Tauscht Whatsapp Facebook Aus